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„Wollen im Finale in Frankfurt stehen“Tella will mit Bayer 04 in Europa League für Furore sorgen

Nathan Tella ist nach vielen Verletzungen mal wieder zurück bei Bayer 04. An die Europa League hat er gute Erinnerungen. Daran möchte er in Posen anknüpfen.

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Nathan Tella Bayer Leverkusen beim interview. Fussball 1. Bundesliga, Trainingsauftakt Bayer 04 Leverkusen am 14.07.2026 in Leverkusen/ Deutschland. *** Nathan Tella of Bayer Leverkusen during an interview with Fussball 1 Bundesliga Bayer 04 Leverkusen s first day of training on July 14, 2026, in Leverkusen, Germany

Nathan Tella will bei Bayer 04 Leverkusen wieder angreifen.

Bayer 04 landete am Mittwochnachmittag in Posen. Vom Flughafen ging es für die Mannschaft direkt weiter zum Enea-Stadion, wo sich am Abend die Dimension der Aufgabe erahnen ließ. Um 19 Uhr saßen Carles Martínez und Nathan Tella im Presseraum der Arena, in der am Donnerstag (18.45 Uhr, RTL+) mehr als 40.000 Zuschauer erwartet werden. Rund 1100 Bayer-Fans haben sich angekündigt. Für Tella war dieser Termin mehr als die übliche Pressekonferenz vor einem Europa-League-Spiel. Der Wettbewerb ist mit seiner Leverkusener Geschichte eng verbunden.

„Für mich bedeutet dieser Wettbewerb sehr viel“, sagte Tella. Als er nach Leverkusen kam, sei die Aussicht auf europäischen Fußball ein wichtiger Grund gewesen. „Meine Reise hier begann in der Europa League. Ich habe dort mein erstes Tor für den Klub erzielt, und wir haben das Finale erreicht. Das motiviert mich zusätzlich.“

Es war eine Zeit, in der Tella nicht nur ankam, sondern sich auf großer Bühne behauptete. Bayer erreichte 2024 das Finale in Dublin (0:3 gegen Atalanta Bergamo), Tella gehörte zu jener Mannschaft, die den Wettbewerb beinahe gewonnen hätte. „Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, war das eine großartige Saison. Wir waren sehr nah dran, den Wettbewerb zu gewinnen“, sagte der Engländer. Die Erinnerung ist bei ihm nicht nostalgisch eingefärbt. Sie wirkt eher wie ein Auftrag. „Jetzt müssen wir den nächsten Schritt machen. Wir wollen im Mai in Frankfurt sein.“

Der Weg dorthin beginnt in Posen. Bayer hat mit dem 2:0 gegen NK Celje den ersten Schritt gemacht, am Donnerstag wartet mit Lech ein polnischer Meister, der sich vor eigenem Publikum nicht verstecken wird. Martínez beschrieb den Gegner als Mannschaft „mit Persönlichkeit“, die den Ball haben, kombinieren und das Spiel von einer Seite auf die andere verlagern wolle. Die Außenverteidiger stünden hoch, die Innenverteidiger hätten „Persönlichkeit am Ball“, dazu komme intensives Pressing.

Verletzungen zeichnen Tellas Weg

Tella weiß zugleich, dass seine persönliche Geschichte zuletzt Risse bekommen hat. Verletzungen haben seinen Weg immer wieder unterbrochen. Er spricht darüber ohne Selbstmitleid und ohne die übliche Sportlerformel vom Blick nach vorn. „Ich würde nicht sagen, dass mein Körpervertrauen ein Problem ist. Für mich geht es darum, weiter zu lernen – über mich und meinen Körper.“ Kein Karriereweg verlaufe geradlinig. „Ich hatte im vergangenen Jahr viele Rückschläge, bin aber von mir und der Mannschaft überzeugt.“

Dass Tella diese Haltung bewahren konnte, führt er nicht allein auf sich selbst zurück. „Ich bin dem Klub dankbar, dass er immer zu mir gehalten hat. Es wäre leicht gewesen, einen Spieler mit so vielen Verletzungen und schwierigen Momenten beiseitezuschieben.“ Der gesamte Verein habe ihn unterstützt, „auch Carles, obwohl er meine Verletzungsgeschichte bei seinem Amtsantritt noch nicht genau kannte“.

Martínez wiederum betonte, wie wichtig es sei, den gesamten Kader durch die nächsten Wochen zu führen. Neue Verletzungen gebe es nicht, am Morgen habe die Mannschaft gut trainiert, „alle sind fit“. Ob er in Posen angesichts des Bundesliga-Spiels gegen den Tabellenführer SC Freiburg am Sonntag stärker rotieren wird, ließ der Trainer offen. „Morgen werden Sie es sehen.“ Grundsätzlich glaube er nicht an die strikte Einteilung in Stammspieler und Ersatzkräfte. „Ich mag meinen Kader und halte es für wichtig, jeden zu nutzen, weil Energie wichtig ist. Es geht nicht um einen Spieler, der Stammspieler ist, und andere, die nur Ersatzspieler sind. Ich glaube nicht daran.“

Zum Auftakt dieser Europa-League-Reise wartet in Posen eine Kulisse, die Tella aus England kennt, aber nun an ihrem Ursprungsort erleben wird: der „Poznań“, jene Choreografie, bei der sich die Fans mit dem Rücken zum Spielfeld einhaken und gemeinsam springen. „Ich habe den Poznań zum ersten Mal in einem Champions-League-Spiel gesehen und fand ihn cool“, sagte er. Nun sehe er, wo er entstanden sei. Dann fügte Tella lächelnd hinzu: „Hoffentlich machen die Fans ihn morgen nicht, weil wir gewinnen.“