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„Nicht bis Ende August warten“Rolfes reagiert auf Tillmans Kritik, Andrich will schnell Klarheit

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LEVERKUSEN, GERMANY - DECEMBER 13: Celebration of Robert Andrich Bayer 04 Leverkusen, 8 after his goal, with Malik Tillman Bayer 04 Leverkusen, 10 during the Bundesliga match between Bayer Leverkusen vs. 1. FC Koeln on matchday 14 at BayArena on December 13, 2025 in Leverkusen, Germany. DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video***No image usage outside of Finland*** NRW Germany Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/Meuselx

Kommende Saison noch im Bayer-Trikot? Robert Andrich (r.) und Malik Tillman

Das Interview von Malik Tillman sorgt für interne Diskussionen. Robert Andrich will von Trainer Carles Martínez seine Rolle wissen.

So groß wie im vergangenen Jahr wird der Umbruch bei Bayer 04 in diesem Sommer sicher nicht. Dennoch gibt es viele Unklarheiten – vor allem bei Spielern, die den Klub verlassen wollen oder sollen. In jedem Mannschaftsteil außer bei den Torhütern werden noch Veränderungen erwartet.

Einige Spieler geben unumwunden zu, dass sie sich derzeit für das Modell offene Zukunft entschieden haben. Sie wollen abwarten, wie sich die Lage in Leverkusen unter dem neuen Trainer Carles Martínez entwickelt. Sollte ihnen eine Rolle in der zweiten Reihe drohen, würden sie sich mit einem Wechsel beschäftigen.

Für interne Diskussionen im Klub sorgte dabei vor allem das Interview von Malik Tillman mit dieser Redaktion. Der US-Nationalspieler hatte zwar Selbstkritik geäußert, zugleich aber gegen Fans und die Führung geschossen sowie durchblicken lassen, dass ein Weggang in diesem Sommer für ihn eine Option ist – trotz seines Vertrags bis 2030. „Er hat mit mir darüber nicht gesprochen. Für mich ist erst einmal wichtig: Wenn jemandem etwas nicht gefällt, sollte er mit demjenigen sprechen, mit dem es ihm nicht gefällt. Das hat er nicht gemacht“, sagte Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes auf Nachfrage zu Tillmans Vorwürfen gegen die Führung. „Dass er vielleicht nicht immer ganz happy oder komplett zufrieden mit dem ersten Jahr war, ist möglich. Aber wenn jemand etwas Ernstes hat, muss er mit mir oder Fernando (Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung, Anm. d. Red.) sprechen. Ansonsten nehme ich das nicht so ernst.“

Wechsel von Tillman jetzt wahrscheinlicher

Tillman hatte gesagt: „Die Kommunikation zwischen mir und der Führung ist sicher verbesserungsfähig. Auch während der Weltmeisterschaft hätte ich mir etwas mehr Unterstützung gewünscht.“ Auf die Frage nach der Ausgangslage für sein zweites Jahr in Leverkusen sagte der 24-Jährige: „Ich bin mit der Einstellung zurückgekommen, den Trainer kennenzulernen und mir die Abläufe anzuschauen: Wie arbeitet er? Wie denkt er? Welchen Plan verfolgt er, und welchen Plan hat er mit mir? Am Ende wird sich zeigen, ob ich bleibe oder nicht.“ Diese Äußerungen stießen intern auf wenig Verständnis, sodass ein Wechsel von Tillman in den kommenden Wochen wahrscheinlicher geworden ist.

Bei Robert Andrich war der Klub schon seit geraumer Zeit gesprächsbereit, falls Angebote eingehen sollten. Eintracht Frankfurt hatte Interesse. „Ich lasse mich nicht davon beeinflussen, was geschrieben oder gesagt wird. Solange ich das Gefühl habe, sportlich wichtig zu sein, suche ich nicht von mir aus etwas Neues. (…) Natürlich gibt es Interessenten. Sie melden sich bei meinem Berater, und er informiert mich darüber. Ich sage dann: schön, aber ich bin hier. So ist das Geschäft“, sagt Andrich im Gespräch mit dieser Redaktion.

Für ihn gilt generell eine ähnliche Herangehensweise wie für Tillman: „Trotzdem schaut jeder Spieler, wohin die Reise geht“, betont Andrich. „Darüber kann man als Sportler offen sprechen. Meine Aufgabe besteht darin, mich in die bestmögliche Position zu bringen und dem Trainer zu zeigen, dass ich spielen möchte. Sollte der Trainer oder die Vereinsführung irgendwann zu einer anderen Einschätzung kommen, muss man darüber reden. Ich ordne solche Situationen gern ehrlich und nach sportlichen Kriterien ein. Im Moment sehe ich keinen Grund, mich unbedingt nach etwas Neuem umzuschauen.“

Obwohl er ein Haus in der Region habe und seine Frau Alicia mit dem dritten Kind schwanger sei, wären diese Umstände keine Hindernisse für einen Wechsel. „Meine Frau ist seit einigen Jahren an meiner Seite und hat schon mehrere Wechsel mitgemacht. Sie steht hinter allem, was wir zusammen entscheiden. Wir bekommen es immer hin. Sowohl das Bleiben als auch das Gehen funktioniert gemeinsam – und das wird so bleiben“, sagt er. Einen Traum wie „England oder die USA“ habe er nicht.

Ihm sei jedoch wichtig, möglichst schnell zu wissen, wie er für die kommende Saison eingeplant ist. „Je früher Klarheit herrscht, desto besser. Ich möchte nicht bis Ende August warten“, betont Andrich, der die Entscheidung nicht von der Kapitänsbinde abhängig machen will: „Solche Fälle gibt es mit Sicherheit. Ich selbst ticke aber nicht so.“ Ihm sei nur wichtig, dass eine etwaige Entscheidung für einen anderen Spieler klar kommuniziert werde: „Der Trainer muss entscheiden, wen er für den richtigen Kapitän hält. Diese Entscheidung gilt es zu akzeptieren. Aber ich würde lügen, wenn ich behauptete, das würde zumindest im ersten Moment nichts mit mir machen.“

Den größten Einfluss auf die Kapitänsfrage und das Modell der offenen Zukunft hat Carles Martínez. „Jeder ist frei, seine Gedanken zu haben. Aber wir lernen uns hier jeden Tag, jede Stunde besser kennen – die Spieler mich und ich sie“, sagt der Trainer mit Blick auf die Wechselgedanken einiger seiner Spieler. „Jeder kann zu mir kommen und fragen, wie die Idee mit ihm ist. Ich möchte mit den Spielern sprechen.“ Martínez will aktuell aber lieber die Aufmerksamkeit auf die letzten drei Testspiele in acht Tagen lenken.

Das Spiel gegen den FC Sevilla bei der Saisoneröffnung in der BayArena am Samstag (15.30 Uhr) und die Englandreise mit den Auswärtsspielen bei Nottingham Forest und Newcastle United werden helfen, „in unserem Prozess weiterzulernen. Das gilt nicht nur für einzelne Namen, sondern für alle. Wir haben viele Spieler, und im Moment ist das Wichtigste, ruhig zu bleiben.“ Nach den Aussagen von Tillman und den Wechselgedanken einiger weiterer Spieler ist das ein verständlicher Wunsch. Wie die Praxis aussieht, werden die kommenden Wochen zeigen.