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In Berlin unter DruckBayer 04 sehnt das Ende der Achterbahn-Fahrt herbei

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Bosz Arzt

Bayer-Trainer Peter Bosz

Leverkusen – Bevor Arminia Bielefeld am vergangenen Sonntag von Bayer 04 Leverkusen reanimiert wurde, hatten die Ostwestfalen sieben Spiele in Folge nicht gewonnen. Das 2:1 gegen die Werkself verschaffte Bielefeld Hoffnung im Abstiegskampf. Einen ähnlichen Effekt wünscht sich Hertha BSC am Sonntag, wenn Leverkusen zu Gast in der Hauptstadt ist (15.30 Uhr/Sky). Die Berliner gewannen nur eines der letzten elf Spiele – ein Erweckungserlebnis würde auch ihnen sehr gelegen kommen.

Für Peter Bosz könnte eine weitere Niederlage gegen einen Abstiegskandidaten bereits gleichbedeutend mit seinem letzten Spiel als Trainer von Bayer 04 sein. So beliebt der Niederländer im Verein und bei den Fans ist – die Saisonziele des Klubs bedeuten wesentlich mehr als ein Einzelschicksal. Das weiß der 57 Jahre alte Bosz natürlich. „Der Druck wird größer“, sagte er. Zuvor hatte die sportliche Leitung um Direktor Simon Rolfes und Geschäftsführer Rudi Völler klargestellt, dass Ergebnisse erwartet werden.

Völler: „Müssen ein anderes Gesicht zeigen“

„Bei uns genießt Bosz große Wertschätzung, er hat Rückendeckung erhalten. Umso mehr weiß er, dass wir im Spiel bei Hertha und in den kommenden Wochen ein anderes Gesicht zeigen müssen, dass auch er in der Verantwortung steht“, hatte Völler im Gespräch mit dieser Zeitung klargestellt. „Dass der Druck größer wird, je mehr man verliert, ist logisch. Wenn man in Gladbach mit guter Leistung ein Ergebnis holt und dann gegen Bielefeld verliert, ist das eine Achterbahn. Das wollen wir nicht. Wir wollen stabil sein“, sagte Bosz.

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Ein stabilisierender Faktor könnte gegen Hertha zurück in den Kader kehren. Innenverteidiger Sven Bender hat sich von seinen Sprunggelenksproblemen erholt. Und Florian Wirtz, in Kürze Leverkusens nächster A-Nationalspieler, dürfte in die Startelf zurückkehren. Gegen Bielefeld wurde der 17-Jährige wegen des Trainingsrückstandes nach seiner Corona-Infektion nur eingewechselt, sorgte aber für Belebung im Spiel der Werkself. Andere in der kritischen Phase für Leverkusen aktuell unersetzliche Führungsspieler wie Lukas Hradecky, Julian Baumgartlinger oder Lars Bender fallen hingegen weiter verletzungsbedingt aus.

Hertha BSC setzt auf Cunha

Trotz des gestiegenen Drucks will Trainer Bosz weiter nur von Spiel zu Spiel gucken – obwohl die Champions League schnell außer Reichweite geraten könnte und in Union Berlin und dem VfB Stuttgart zwei formstarke Teams auf den aktuell von Leverkusen belegten Europa-League-Platz sechs schielen. Die für die kommende Saison von der Uefa neu geschaffene Conference League kennt Leverkusens Trainer offenbar nicht. „Man kann jetzt reden über die Champions League, die Europa League oder sogar diese andere League, deren Namen ich nicht kenne“, sagte er: „Aber das bringt nichts. Jetzt zählt nur Hertha.“

Die Berliner können gegen Leverkusen mit Matheus Cunha planen, der 21 Jahre alte Stürmer aus Brasilien kehrt nach dreiwöchiger Verletzungspause zurück. Von ihm erhofft sich Trainer Pal Dardai mehr Durchschlagskraft im Angriff. „Er ist ein Spieler, der die Qualität hat, die Aktionen zu Ende zu bringen –  ob das eine Vorlage ist oder ein Tor. Er kann Standards provozieren. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir Tore machen“, sagte Dardai. Fehlen wird hingegen erneut der an der Wade verletzte Rio-Weltmeister Sami Khedira.