Lech Posen ist national wieder eine Macht – Bayer 04 muss sich auf Tempo, Umschaltspiel und eine besondere Atmosphäre einstellen.
Gegner-VorschauBayer 04 trifft im Hexenkessel in Posen auf ehemaligen FC-Flop

Treffsicher: Mikael Ishak, Kapitän von Lech Posen.
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Mikael Ishak kennt den deutschen Fußball noch aus einer anderen Zeit. Im Winter 2011/12 fand der damals 18-Jährige nach einem Probetraining den Weg zum 1. FC Köln, wenig später debütierte er in der Bundesliga. Es wurde keine Erfolgsgeschichte. Nach 18 torlosen Erst- und Zweitligaeinsätzen war die Zeit beim FC vorbei.
Später kehrte Ishak mit dem 1. FC Nürnberg in den deutschen Profifußball zurück, war dort deutlich erfolgreicher. Mittlerweile ist er Kapitän und Identifikationsfigur von Lech Posen und trifft mit seinem Team am Donnerstag (18.45 Uhr, RTL+) in der Europa League auf Bayer Leverkusen. Der 33-Jährige ist der erfahrenste Spieler in einer Mannschaft, die sich ihren Platz in Europa erarbeiten möchte.
Lech ist ambitioniert. Der polnische Meister teilt sich nach zehn Spieltagen mit 22 Punkten Platz zwei der Ekstraklasa mit Legia Warschau. Gornik Zabrze, der Klub von Lukas Podolski, führt die Tabelle an. „Kolejorz“, Eisenbahner, so nennt sich der Verein – ein Ausdruck der engen Bindung zwischen Stadt, Klub und Kurve. Diese Bindung hat zuletzt neuen Schwung bekommen: Nach dem 0:4 bei Crystal Palace in Europa antwortete Lech mit 5:1 gegen Radomiak Radom und 4:1 beim Śląsk Wrocław.
Patrik Wålemark sorgt auch für Gefahr
Das Selbstvertrauen ist zurück. In sieben der neun Pflichtspiele im eigenen Stadion blieb Lech ungeschlagen. Hinter Ishak sorgt Patrik Wålemark für Gefahr. Der Schwede gilt in den polnischen Medien als einer der formstärksten Lech-Profis. Luis Palma, Joel Pereira, Antoni Kozubal und der junge Wojciech Mońka gehören zu den weiteren wichtigen Kräften. Bayer trifft auf einen Gastgeber, der auf seine nationale Stärke aufbauen möchte.
Darauf muss sich die Werkself einstellen. Lech wird aller Voraussicht nach versuchen, Bayers Aufbau früh zu stören und nach Ballgewinnen schnell in die Räume hinter der Abwehr zu kommen. Bayer darf sich nicht leichtfertig in enge Zonen locken lassen. Gelingt es, den ersten Druck zu überspielen, öffnen sich Räume.
Die Arena in Posen heißt seit 2023 Enea Stadion und fasst rund 42.800 Zuschauer. Sie wurde für die Europameisterschaft 2012 modernisiert und war damals Schauplatz von drei Gruppenspielen. Für Lech ist das Stadion seit 1980 die Heimat. Die lautstarke Kulisse kann sich schnell über eine Partie legen. Bayer muss Druckphasen ruhig überstehen.
Lech hat zehn polnische Meisterschaften, fünf Pokalsiege und sieben Supercup-Erfolge gesammelt. Die Titel 2025 und 2026 brachten die erste Meisterschaftsverteidigung seit den frühen Neunzigerjahren. International war das Viertelfinale der Conference League 2022/23 der jüngste Höhepunkt; in der Champions League erreichte Lech dreimal das Achtelfinale.
Der polnische Meister bringt damit eine Mischung mit, die Bayer ernst nehmen muss: aktuelle Form, Titelroutine, Tempo im Umschalten und ein Stadion, das seinen Klub nach vorn peitscht. Der 0:4-Auftakt bei Crystal Palace erzählt nur die halbe Geschichte. Die andere beginnt am Donnerstagabend in Posen – vor einer Kulisse, die Lech zurück in den Wettbewerb bringen soll.

