„Kreislauf im Profi-Geschäft“Rudi Völler äußert sich zu Bayern-Gerüchten um Alonso und Wirtz

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DFB-Sportdirektor Rudi Völler

DFB-Sportdirektor Rudi Völler

Eine Entscheidung über den zweiten DFB-Direktor neben Rudi Völler wird es nach dessen Angaben „in Kürze geben“.

DFB-Direktor Rudi Völler hat sich im Sport1-Doppelpass zum Meisterschafts-Rückschlag beim FC Bayern geäußert. Drastische Konsequenzen seien nach Einschätzung des 62-Jährigen nicht erforderlich.

Vorstandschef Kahn, der nach diversen Medienberichten vor dem Aus in München stehen soll, sei „eine Kämpfernatur, der wird sicherlich die Ärmel hochkrempeln und zeigen wollen, dass Bayern München der absolute Top-Klub ist. Die Chance hätte er auch verdient“, so Völler.

Allerdings gab Völler zu bedenken: „Ob das mit dem Trainerwechsel (Thomas Tuchel kam für Julian Nagelsmann, Anm. d. Red.) richtig war, dieser Entscheidung muss sich Oliver Kahn bei der Aufsichtsratssitzung stellen.“

Als in der Fußball-Talkrunde ein mögliches Interesse des FC Bayern an Bayer Leverkusens Trainer Xabi Alonso sowie deren Shootingstar Florian Wirtz aufgeworfen wurde, gab der ehemalige Bayer-Manager seine Sicht der Dinge bekannt. „Das ist grundsätzlich der Kreislauf im Profi-Geschäft, das wird jeden einmal treffen, aber sicherlich nicht in diesem Sommer“, so Völler.

Alonso habe schließlich bereits vor dem Halbfinal-Rückspiel und dem Aus in der Europa League gegen die AS Rom beteuert, seinen Ende Juni 2024 auslaufenden Vertrag in Leverkusen erfüllen zu wollen. Auch ein Wirtz-Abgang soll nicht vor 2024 ein Thema sein. 

Rudi Völler: „Das wird nicht immer jedem gefallen“

Unterdesen will Rudi Völler im Jahr der Heim-EM keine Rücksicht mehr nehmen auf die Einzelinteressen der Klub in der Fußball-Bundesliga. „Die Nationalmannschaft wird ganz klar die Nummer eins sein, da wird kein Auge zugedrückt“, so Völler weiter: „Das wird nicht immer jedem gefallen bei den Vereinsverantwortlichen, aber das fordere ich ein.“

Auch die Nationalspieler nahm Völler abermals in die Pflicht. Die Vorbereitung auf die Euro „fängt jetzt schon an“, sagte er mit Blick auf die drei Juni-Länderspiele gegen die Ukraine, in Polen und gegen Kolumbien und versprach den Fans: „Da wird sich schon zeigen, dass wir alle wollen.“ Das, ergänzte der Weltmeister von 1990, „verlange ich, das verlangen wir alle beim DFB - dass jeder, der berufen wird, allen Menschen das Gefühl gibt: Wir brennen für diese Europameisterschaft.“

Auch wenn nicht immer alles gelingen werde: „Diese Leidenschaft, den Willen, für Deutschland zu spielen und dein letztes Hemd zu geben, das brauchen wir.“ Außerdem verriet Völler, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bei der Suche nach einem neuen Sportdirektor auf der Zielgeraden ist. „Es gab schon Gespräche, da wird es auch in Kürze Entscheidungen geben.“

Als Favorit auf den Posten gilt Rio-Weltmeister Sami Khedira. „Das ist eine wichtige Position, vor allem im Nachwuchsbereich - da sind wir uns ja alle einig, dass da was passieren muss“, sagte Völler (63). (oke, sid)

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