Leverkusen – Zwei Dinge sind schon bekannt über das Leverkusener Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, obwohl es erst am Samstag um 15.30 Uhr angepfiffen wird. Erstens: Es findet vor einem ausverkauften Haus statt. Zweitens: Mitchell Weiser wird in der Startaufstellung stehen. „Er spielt“, sagte Trainer Peter Bosz am Freitag über den 25-Jährigen, der am Mittwoch im Pokal zur Halbzeit eingewechselt wurde.
Aus dem Mund des Niederländers klingt das, als hätte er einen Sieg mit drei Toren Vorsprung prophezeit. Vorhersagen aller Art verweigert er für gewöhnlich. Und die Position auf der rechten Seite ist nach dem Ausfall des Kapitän Lars Bender – trainiert nach seiner Hüftprellung wieder, steht aber noch nicht im Kader – womöglich die Achillesferse in der zuletzt unglaublich robusten Werkself.
"Mitch wird da spielen "
Die ungewohnte Offenheit des Trainers hat vermutlich einen psychologischen Hintergrund. Am 18. Oktober des Vorjahres erlebte Weiser in Frankfurt eine harte halbe Stunde gegen Eintracht-Linksaußen Filip Kostic, ehe er durch eine frühe Auswechslung in der 30. Minute von seinem Leiden erlöst wurde. Da stand es aber schon 2:0 für die Eintracht, die schließlich 3:0 gewann. „Das ist für ihn kein Thema, Mitch wird da spielen“, erklärte Bosz noch einmal und verlieh so seinem Zutrauen in den oft kritisierten Außenspieler maximalen Nachdruck.
Allerdings ist die Mannschaft von Bayer 04 nicht mehr mit der aus der frühen Hinrunde zu vergleichen. Interne Lernprozesse, die Verpflichtung zweier vielversprechender junger Spieler in der Winterpause (Edmond Tapsoba und Exequiel Palacios) für rund 35 Millionen Euro und die Folgen einer immer länger werdenden Erfolgsserie (zehn Siege aus zwölf Spielen, sechs Heimsiege in Folge) haben Bayer 04 in ein Team verwandelt, gegen das derzeit niemand gern spielt. Selbst RB Leipzig, Tabellenzweiter der Bundesliga und Anwärter auf einen Viertelfinalplatz in der Champions League, fühlte sich mit einem 1:1 im Heimspiel letzten Sonntag gut bedient. „Bayer ist in dieser Verfassung ein Titel-Mitfavorit“, erklärte Eintracht-Trainer Adi Hütter am Freitag.
Der Kollege Bosz gibt das Lob, ohne es persönlich gehört zu haben, schon einmal zurück: „Die Eintracht ist eine Mannschaft, die in gewissen Spielen zu gewissen Anlässen zu außergewöhnlichen Leistungen fähig ist“, sagt der Leverkusener Trainer, schränkt aber ein: „In der Bundesliga haben sie es dieses Jahr schwerer.“
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Deshalb geht seine Mannschaft deutlicher als Favorit ins Spiel als es in einem DFB-Pokal-Halbfinale oder in der fortgeschrittenen Phase der Euro League der Fall wäre. Aber beides kann noch kommen. Schon am Sonntag, wenn Nationaltorhüterin Almuth Schult um 18 Uhr die Runde der letzten Vier im DFB-Pokal auslost, in der alle Mannschaften, abgesehen vom FC Bayern, nicht gegen den FC Bayern spielen wollen, weiß man mehr. Es wären mit Europa League sogar noch vier Spiele zwischen Bayer 04 und der Eintracht in der Endphase der Saison möglich. Allein deshalb würde Bayer 04 die Kräfteverhältnisse am Samstag schon einmal klar stellen.
Die Kulisse hilft der Werkself schon einmal. Statt 20.000 wie beim Pokal-Halbfinale gegen Union Berlin kommen gegen die Eintracht 30.200, inklusive 3500 Frankfurtern. Peter Bosz freut das: „Das finde ich wichtig, denn die Fans können den Unterschied ausmachen.“