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Bayern-KommentarDer Verlust von Niklas Süle ist mit David Alaba nicht zu vergleichen

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Süle Kommbild

Niklas Süle

Köln – Der FC Bayern München war früher so etwas wie eine geschlossene Anstalt, die niemand gegen den Willen der Anstaltsleitung verlassen durfte. Dafür sorgte sie mit warmen Worten und dicken Schecks, bis der Kader in seiner Qualität für alle Konkurrenten im deutschen Fußball unerreichbar war.

Deshalb war der Fall des Österreichers David Alaba im Sommer 2021 so spektakulär. Der Verein, der ihn ausgebildet und zum Star gemacht hatte, hat es nicht geschafft, den auslaufenden Vertrag rechtzeitig zu verlängern und sah sich dann außerstande, die exorbitanten Forderungen des Verteidigers zu erfüllen, der auch ohne Ablöse für ein Gesamtpaket von weit mehr als 100 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte.

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Der Fall Niklas Süle ist damit nicht vergleichbar. Den auslaufenden Vertrag und seinen aktuellen Wert für die Mannschaft hat der Innenverteidiger mit Alaba gemein. Sonst liegen die Dinge völlig anders. Vor allem war die sportliche Entwicklung des Nationalspielers vor eineinhalb Jahren, als man den Vertrag hätte verlängern müssen, so nicht absehbar. Süle steckte tief in einer Krise, war übergewichtig und seine Motivation schwer einzuschätzen. Dass er mit auslaufendem Vertrag zur Form seines Lebens gefunden hat, war sozusagen Pech für den FC Bayern.

Andererseits gehört Süle, anders als Alaba, nicht zu den Klub-Ikonen. Er ist auch nicht generell unersetzlich. Auf dem Markt sind mehrere ablösefreie Verteidiger von ungefähr seinem Format.Der Trennungsschmerz wird trotz des sportlichen Verlustes nicht annähernd so groß sein wie ein Jahr zuvor bei David Alaba. Und der FC Bayern hat seine ganz großen Geldkoffer noch gar nicht aufgemacht. Die wird er brauchen, um eine Chance zu haben, die 2023 auslaufenden Verträge mit Manuel Neuer, Thomas Müller und Robert Lewandowski zu verlängern und seine DNA im Klub zu halten.