„Elitedenken hat nachgelassen“Boris Becker schlägt Alarm

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Boris Becker wird bei den Australian Open seinen Schützling Holger Rune nicht vor Ort als Trainer betreuen, sondern von Deutschland aus als Tennis-Experte arbeiten.

Boris Becker macht sich Sorgen um die deutsche Zukunft im Tennis.

Vor den Australien Open holt der 56-Jährige zum Rundumschlag aus. 

Obwohl für Boris Becker Alexander Zverev zum Favoritenkreis bei den Australian Open zählt, macht sich der 56-Jährige große Sorgen um den deutschen Tennis-Nachwuchs. „Da muss bald was passieren“, sagte die frühere Nummer eins der Welt bei einem Pressegespräch des TV-Senders Eurosport.

Top-Talente im Schatten von Alexander Zverev oder Angelique Kerber gebe es „nicht besonders viele“, sagte Becker, Deutschland müsse „aufpassen, dass der Zug da jetzt nicht zu lange ohne uns fährt und dass wir bald wieder auf den Zug springen können“.

Boris Becker sorgt sich um Nachwuchs im Tennis in Deutschland

Kurz vor dem Start des ersten Grand-Slam-Turniers in Melbourne zählt Alexander Zverev für Boris Becker zu den Titelanwärtern. „Ich glaube, die Sterne stehen sehr gut für ihn und man kann ihn zum engeren Favoritenkreis zählen in Melbourne“, prophezeite Becker.

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Für Deutschland sieht Becker dagegen eher schwarz. Deutschland hatte „mal deutlich mehr und auch deutlich jüngere Spieler“, sagte Becker: „Und das ist einfach nicht mehr der Fall. Das ist ein Problem.“

Dabei gebe es „theoretisch die finanziellen Möglichkeiten, wir haben die sportlichen Möglichkeiten. Deutschland ist ein extrem modernes Land mit vielen Tennismöglichkeiten“, sagte der sechsmalige Grand-Slam-Sieger: „Warum da die Talente nicht häufiger rauskommen, kann ich Ihnen beim besten Willen auch nicht erklären.“

Boris Becker vermisst das Elite-Denken im deutschen Sport

Ganz grundsätzlich habe das „Elite-Denken im Sport nachgelassen“, sagte Becker, das sehe man auch im Fußball oder der Leichtathletik: „Ich glaube, das hängt alles an dem gleichen Problem, dass eben der professionelle Sport in Deutschland nicht mehr das Gewicht hat, das er vielleicht vor zehn oder zwanzig Jahren hatte."

Ein erfolgreicher Sportler habe im Vergleich zu Deutschland in fast allen Ländern „eine höhere Bedeutung als bei uns momentan“, sagte Becker: „Das war mal anders. Aber da ist etwas verloren gegangen in den letzten Jahren. Da ist irgendwas passiert in der Leistungsförderung in Deutschland“ im Sport, diese sei „nicht mehr so gut ist wie vor zehn oder 20 Jahren.“

Boris Becker verbrachte Jahreswechsel auf Trauminsel mit Freundin Lilian de Carvalho Monteiro

Boris Becker hat in der Winterpause viel Zeit mit seiner Freundin Lilian de Carvalho Monteiro verbracht. Das Paar besuchte nicht nur gemeinsam Beckers Mutter Elvira Pisch in Leimen, sondern unternahm auch eine Fernreise nach Afrika.

Weihnachten und Silvester verbrachte die deutsche Tennislegende in der Heimat seiner Lebensgefährtin in São Tomé e Príncipe, einem Inselstaat im Golf von Guinea, rund 200 Kilometer vor der westafrikanischen Küste. Ihr Vater war dort einst Verteidigungsminister, 2014 wäre er sogar fast Präsident geworden.

Aber auch in Ghana schaute Becker mit seiner Freundin vorbei. Auf Instagram postete er regelmäßig Fotos und Videos, um seine Fans auf dem Laufenden zu halten. (mbr/dpa)

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