Nach Krawallen in Magdeburg ist ein Fan wegen versuchten Mordes angeklagt. Er soll einen 15 Kilo schweren Stein geworfen haben.
Anklage wegen MordversuchsFan soll 15-Kilo-Stein auf Polizisten geworfen haben

Im Heimspiel des 1. FC Magdeburg gegen Dynamo Dresden wurden zahlreiche Polizisten und Fans bei Ausschreitungen verletzt. (Archivbild)
Copyright: Andreas Gora/dpa
Die Staatsanwaltschaft hat einen 29-Jährigen angeklagt, der bei Krawallen einen 15 Kilogramm schweren Stein auf Beamte geschleudert haben soll.
Ein 29 Jahre alter Mann deutscher Staatsangehörigkeit sieht sich mit einer Anklage wegen Mordversuchs konfrontiert. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg hat das Verfahren infolge der Ausschreitungen bei der Zweitliga-Begegnung des 1. FC Magdeburg gegen Dynamo Dresden Ende Januar eingeleitet. Der Fall wird vor dem Landgericht Magdeburg verhandelt werden.
Als Mordmerkmal führt die Anklagebehörde niedrige Beweggründe an. Zusätzlich lauten die Vorwürfe auf besonders schweren Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung sowie einen Angriff auf Vollstreckungsbeamte, der als besonders schwerer Fall eingestuft wird. Die Festnahme des Beschuldigten erfolgte bereits am 28. Januar; er verbleibt seither in Untersuchungshaft.
Wurf mit 15 Kilogramm schwerem Stein auf Beamte
Die Anklageschrift legt dem 29-Jährigen zur Last, am 24. Januar 2026 an den Tumulten gegen Polizeikräfte in der Avnet Arena mitgewirkt zu haben. Demnach habe der Beschuldigte während der Krawalle aus nächster Nähe und mit voller Wucht einen rund 15 Kilogramm wiegenden Pflasterstein in Richtung der Beamten geschleudert.
Dabei wurde ein Polizist am Kopf getroffen und erlitt Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass der Beschuldigte den potenziell tödlichen Ausgang für den Beamten bewusst in Kauf nahm. Diese Annahme stützt sich auf die enorme Aufprallwucht, das hohe Gewicht des Steins und die kurze Wurfdistanz.
Konsequenzen für den 1. FC Magdeburg durch den DFB
Infolge der gewalttätigen Auseinandersetzungen, die zu Verletzungen bei über 70 Polizeibeamten führten, sanktionierte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den 1. FC Magdeburg. Die Strafe umfasste einen teilweisen Zuschauerausschluss sowie eine Geldbuße für den Zweitligisten in Höhe von 186.600 Euro.
Der Klub reagierte zwischenzeitlich mit der Verschärfung seiner Sicherheitsvorkehrungen. Eine technische Modernisierung der Videoüberwachung ist ebenfalls geplant, weil während der Tumulte auch Wurfgeschosse wie Absperrgitter und Kanaldeckel gegen die Polizei eingesetzt wurden. Tamara Zieschang (CDU), die Innenministerin von Sachsen-Anhalt, hatte die Vorfälle seinerzeit scharf kritisiert: „Mit einem Gullydeckel und Gehwegplatten auf Polizisten einzuschlagen, ist nichts anderes als brutale Gewalt.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.