Ex-Europameister Markus Babbel kritisiert die Kommunikation von Julian Nagelsmann in der Torwartfrage als katastrophal.
„Einfach eine Katastrophe“Babbel kritisiert Nagelsmanns Umgang mit der Torwart-Frage

Markus Babbel kritisiert Julian Nagelsmann. (Archivbild)
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Obwohl Markus Babbel, ein früherer Europameister, die Wiederberufung von Torhüter Manuel Neuer in die DFB-Auswahl grundsätzlich gutheißt, äußert er deutliche Vorbehalte gegenüber Bundestrainer Julian Nagelsmann. Gegenüber „ran“ formulierte der 53-Jährige seine Beanstandung: „Die Art und Weise der Kommunikation ist halt einfach eine Katastrophe. Dieses Rumgeeiere von Beginn an, das macht einen halt verrückt an unserem Bundestrainer. Weil man sich klare Ansagen wünscht – und so geht es auch jedem Spieler“.
Kernpunkt der Kritik ist die Torhüter-Frage im Vorfeld der kommenden WM. Julian Nagelsmann plant, am Donnerstag um 13.00 Uhr am DFB-Campus seinen 26-Mann-Kader für die Meisterschaft zu nominieren.
Nagelsmann erhält Rückendeckung von Löw
Zuspruch bekam Nagelsmann von Joachim Löw, seinem Amtsvorgänger. Der Coach, der Deutschland 2014 zum WM-Titel führte, sagte bei RTL: „Aus meiner Sicht weiß ich natürlich auch, dass ein Bundestrainer es auch schwer hat“. Er fügte hinzu: „Alle erwarten immer Entscheidungen, Kommunikation, aber es ist auch wichtig, dass man es den Spielern dann zuerst mitteilt.“ Löw unterstrich, dass er Nagelsmanns Entschlüsse nicht beurteilen möchte. Die Basis für solche Entscheidungen sei die Beobachtung des Teams und der Akteure über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Babbel: Grundsätzliche Zustimmung für Neuer, aber Kritik am Timing
Der frühere Spieler des FC Bayern, Babbel, nannte den 40 Jahre alten Neuer „nach wie vor herausragend gut“. Zur WM sollten die leistungsstärksten Akteure mitgenommen werden. Jedoch bemängelte er den zeitlichen Ablauf der Nominierung. Babbel kommentierte dies mit den Worten: „Aber mir kann doch jetzt keiner erzählen, dass Nagelsmann erst in der letzten Woche festgestellt hat: Hoppla, der Neuer ist ja wirklich gut drauf“, so Babbel.
Deutliche Kritik an der Behandlung von Oliver Baumann
Babbel bewertet insbesondere die Handhabung bezüglich des Hoffenheimer Keepers Oliver Baumann als problematisch, da dieser bei einer Berufung von Neuer wohl aus dem Aufgebot fallen würde. „Baumann hat über 500 Bundesligaspiele bestritten und eine Top-Saison gespielt. Wenn ich dann trotzdem kein Vertrauen in ihn habe, dann weiß ich das schon vorher und nicht erst 14 Tage vor der Bekanntgabe“, rügte Babbel. Er warf die Frage auf, was geschehen würde, sollte sich Neuer abermals eine Verletzung zuziehen: „Dann ist Baumann doch gut genug? Das kann doch keiner mehr ernst nehmen.“
Die Tatsache, dass der 35-jährige Baumann anscheinend bereit wäre, die Position des Ersatztorhüters hinter Marc-André ter Stegen im Falle dessen Ausfalls zu übernehmen, zeugt laut Babbel von dessen Persönlichkeit. Babbel persönlich hätte eine andere Reaktion gezeigt: „Ich hätte vermutlich anders reagiert und gesagt: Wenn du mir nicht vertraust, dann kannst du deinen Scheiß alleine machen.“ (dpa/red)
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