Die hohen Ränge des berühmten Stadions, der enorm breite und lange Rasen des Nou Camp, seine tiefgrüne Farbe – all diese Elemente deuteten darauf hin, dass alles beim Alten ist beim FC Barcelona im Spätsommer 2021. Doch nach 90 für das einst so erhabene Barca bestürzenden Minuten im Match gegen den FC Bayern war klar, dass die mythische Umgebung nur noch eine luftleere Hülle ist.
Es war zu sehen, zu spüren und zu fühlen, dass der berühmte FC Barcelona auf der großen europäischen Bühne dabei ist, unter der Last seiner Vergangenheit zu verpuffen.
Katastrophale finanzielle Gebaren
Diese Last ist das Ergebnis katastrophaler und völlig absurder finanzieller Gebaren, eines dreisten Über-die-Verhältnisse-Lebens, das sich in nunmehr 1,35 Milliarden Schulden äußert und dem Verlust der teuren Personalsünden, die man zur Schau stellte wie geleaste Brillanten – Lionel Messi und Antoine Griezmann.
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Nun spielen für den FC Barcelona viele talentierte junge Spieler aus der eigenen Ausbildungsstätte La Masia. Gegen die Bayern kamen einige von ihnen zum Einsatz, ihr besonderes, verbindendes Merkmal war, dass die Namen der meisten von ihnen auf „i“ endeten. Eine spielerische Kultur haben sie nicht vermittelt. Denn nichts ist geblieben von der Brillanz des Guardiola-Messi-Fußballs, des Ronaldinho-Spektakels, der implantierten Johan-Cruyff-Grundgesetze.
Ein Verrat an den großen Zeiten
Das aktuelle Barca ist eine kolossal absurde Zusammenstellung von Spielern, die dort nicht hingehören wie etwa der hölzerne Stürmer Luuk de Jong. Diese Personalie allein ist Verrat am Tiki-Taka-Stil der großen Barca-Epochen.Selten konnte man live den Verfall eines Imperiums derart intensiv mitverfolgen wie am Dienstag beim 0:3 gegen die Bayern.
Die Zeit nach Messi wäre für jedes Team der Welt eine dramatische Zäsur gewesen. Doch der FC Barcelona erweckt derzeit den Eindruck, als fehle ihm alles: ein Konzept für die Gegenwart, Fantasie bei der Teamzusammenstellung, spielerische Harmonie und Können. Das alles ist unglaublich. Aber wahr.



