Eine neue Netflix-Doku zeigt Lukas Podolski von einer ungewohnt privaten Seite. Auch seine Frau Monika spricht erstmals.
Der private PoldiNeue Netflix-Doku: Ehefrau Monika spricht über Ehekrise

Die Doku «Poldi» über Fußballer Lukas Podolski ist seit 4. Juni auf Netflix streambar.
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Pünktlich zum 41. Geburtstag von Lukas Podolski veröffentlicht Netflix am Dienstag den Film „Poldi“. Die Produktion mit einer Laufzeit von 90 Minuten stammt von der Firma bildtonfabrik („How To Sell Drugs Online (Fast)“). Während die Erinnerungen an das Sommermärchen 2006 wieder aufleben, will die Dokumentation eine ungewohnte Perspektive auf den Weltmeister von 2014 eröffnen.
Von Anfang an wird deutlich, dass es sich nicht um eine herkömmliche Sportdokumentation handelt. Berühmte Fußballpersönlichkeiten wie Joachim Löw, Oliver Kahn und Toni Kroos sind für Interviews anwesend, doch Podolski äußert seine Geringschätzung für derartige Formate mit den Worten: „Da wird jetzt nix anderes kommen, was man schon kennt.“ Im Anschluss daran räumen die bekannten Kollegen das Feld, was einen arrangierten, aber effektiven Auftakt darstellt.
Der Mensch hinter dem Fußballer
Der Fokus der Produktion liegt stattdessen auf der privaten Person Lukas Podolski. Es äußern sich hauptsächlich seine Angehörigen, darunter Großmutter, Mutter, Vater, Schwester und sein Sohn. Das Regie-Duo Nicolas Berse-Gilles und Simone Schillinger filmte den in Polen gebürtigen Sportler bei einem Sumo-Kampf in Japan, bei einer Fahrradtour mit Angehörigen und mitten im Trubel des Rosenmontagszugs in Köln.
„Wir hatten einen anderen Ansatz, wollten ein bisschen weniger Fußball und ein bisschen mehr andere Szenen reinnehmen. Ich denke, das ist uns auch ganz gut gelungen“, kommentierte der Hauptakteur bei der Uraufführung im Kölner Stadion in der Vorwoche.
Erstes Interview von Ehefrau Monika nach langer Überredung
Ein Höhepunkt des Films ist das erstmalige Interview mit seiner Gattin Monika, die sich üblicherweise aus dem öffentlichen Leben heraushält. Ihre Stimme ist zu vernehmen, sie selbst bleibt aber unsichtbar, was ihren Worten eine besondere persönliche Note verleiht. Gegenüber der dpa führte Podolski aus: „Meine Frau war von Anfang an nicht die, die im Vordergrund stehen möchte. Wir hatten einen Kompromiss. Da haben die Leute sehr viel Überzeugungsarbeit leisten müssen“.
Monika Podolski, die ebenfalls polnische Wurzeln hat, erzählt von der ersten Begegnung an der „Tischtennisplatte in der Schule“. Sie spricht auch über eine Krise in der Ehe, die auf seine Rückkehr zum 1. FC Köln 2008 folgte. „Es gab Momente in Köln, wo wir ein paar Wochen nicht miteinander gesprochen haben, wo wir uns gestritten haben, wo wir ein paar Wochen auch mal nicht zusammen waren“, berichtet sie. Die beiden hätten diese schwierige Phase aber rasch überwunden.
Wie Podolski die Pläne der Filmemacher änderte
Der Film thematisiert außerdem die Frage, wie der Profisportler und Unternehmer – Inhaber einer Döner-Kette, einer Eisdiele und eines Musikfestivals – seinen Alltag meistert. Seine Devise dazu lautet: „Wer schläft, verliert.“ Auf die Frage nach seiner Motivation gibt er an, es selbst nicht präzise zu wissen.
Das ursprüngliche Vorhaben war, Podolski in seiner letzten Profisaison bei seinem Jugendverein Górnik Zabrze filmisch zu begleiten. Während der Aufnahmen kamen dem ambitionierten Athleten jedoch Bedenken. Im Film stellt er sich die Frage: „Warum sollst du das abgeben, was du so liebst?“, und fasst den Entschluss, eine weitere Spielzeit anzufügen.
Für das Filmteam kam diese Entwicklung zwar unerwartet, stellte aber kein Hindernis dar. „Hätten wir eine reine Sportdoku gemacht, wäre die wirklich letzte Saison vermutlich die interessantere gewesen. Immerhin ist Lukas mit seinem Verein Pokalsieger und Vizemeister geworden“, erläuterten die Regisseure. Sie fügten hinzu: „Doch unser Film ist eben keine klassische Sportdoku.“
Insgesamt ist „Poldi“ eine gelungene, unterhaltsame und einfallsreich gestaltete Produktion. Ein bemerkenswerter Kunstgriff findet sich zum Schluss: Der wichtigste Augenblick seiner Laufbahn, das Siegtor von Mario Götze im Weltmeisterschaftsfinale 2014, wird lediglich im Nachspann erwähnt. Dieser Fakt sagt viel über die bescheidene Persönlichkeit von Lukas Podolski aus.
„Ich habe mich nie durch Pokale definiert. Dafür liebe ich den Fußball zu sehr, weil er viel mehr zu bieten hat als nur irgendwelche Pokale, sondern Stadien, Fans, das Ganze drumherum“, resümiert Podolski. (dpa/red)
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