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Triple des ScheiternsLok Leipzig steigt als Meister zum dritten Mal nicht auf

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Würzburger Kickers - Lok Leipzig

Frust in Gelb: Lok Leipzig bleibt viertklassig.

Lok Leipzig ist erneut Meister, darf aber wegen einer umstrittenen DFB-Regel nicht in die 3. Liga aufsteigen.

Als in Würzburg „We are the Champions“ erklang, mussten sich die Verantwortlichen von Lok Leipzig verhöhnt vorkommen. Zum dritten Mal in sieben Jahren hat der sächsische Club den Meistertitel in der Regionalliga Nordost gewonnen. Doch wie schon in der Vergangenheit darf der Nachfolger des ersten deutschen Fußball-Meisters VfB Leipzig auch dieses Mal nicht in die 3. Liga aufsteigen.

Grund dafür ist die umstrittene Aufstiegsregelung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), nach der aus fünf Regionalliga-Staffeln nur vier Teams in den Profifußball aufsteigen dürfen. Für Lok Leipzig bedeutet dies ein bitteres Triple des Scheiterns, für das der Verein nichts kann.

Kritik am DFB-System wächst

Die Kritik richtet sich zunehmend gegen den DFB, da das System aus der 3. Liga immer mehr ein „West-Produkt“ mache. In der kommenden Saison werden 19 West-Clubs und Hansa Rostock in der dritthöchsten Spielklasse antreten. Seit einer Reform 2021 steigen die Meister der Regionalligen Südwest und West direkt auf. Leipzig musste seitdem zweimal in die Relegation und verlor bereits 2020. „Euer System ist krank“, stand auf einem Banner der Leipziger Fans nach dem Abpfiff.

Würzburger Kickers - Lok Leipzig

Trainer Michael Schiele und Würzburg feiern den Aufstieg.

Der Unmut ist dieses Mal besonders groß, da die Würzburger Kickers nach vier Jahren nicht als Meister, sondern als Tabellenzweiter in die 3. Liga zurückkehren – der Meister 1. FC Nürnberg II hatte auf den Aufstieg verzichtet. Leipzigs Sportdirektor Toni Wachsmuth sagte: „Wir holen in zwei Jahren knapp 150 Punkte und steigen zweimal nicht auf. Das ist extrem bitter.“

Leipziger Kapitän Ziane in Tränen

Sinnbild für die Enttäuschung war der weinende Leipziger Kapitän Djamal Ziane (34). Der Stürmer, dessen Tor beim 1:2 in Würzburg nicht reichte, ist seit 2014 im Verein und hat alle Dramen miterlebt. „Jeder ist traurig von uns. Du kannst die Gefühle auch nicht einfach unterdrücken“, sagte Ziane.

Der DFB selbst hat Fehler bei der 2013 eingeführten und später modifizierten Regel eingeräumt. „Ja, Meister müssen aufsteigen“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. T-Shirts von DFB-Mitarbeitern mit der Aufschrift „Die 3. Liga zeigt's uns“ dürften die Leipziger Spieler in diesem Moment kaum aufgemuntert haben.

Fan von Hansa Rostock

Weite Reisen: Hansa ist der letzte Ost-Club in Liga drei. (Archivbild)

Wie geht es mit der Reform weiter?

Zur Debatte stehen verschiedene Reformansätze wie das „Regionenmodell“, das die Abschaffung der Regionalliga Nordost bedeuten könnte, oder das „Kompassmodell“ mit computergestützter Staffeleinteilung. Beide Modelle zielen auf eine Reduzierung der Ligen ab. Eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams lehnt der DFB ab. Ein neues System könnte frühestens zur Saison 2028/2029 umgesetzt werden.

Das bedeutet, dass das aktuelle Modell voraussichtlich noch zwei weitere Spielzeiten Bestand haben wird. Dies hat nicht nur zu Ungerechtigkeiten beim Aufstieg geführt, sondern auch zu einer einseitigen Verteilung der Drittligisten, bei der Hansa Rostock der einzige verbliebene Club aus dem Nordosten ist.

Auch Würzburg war bereits Opfer des Systems

Kurze Fahrten wird es für Rostock in der kommenden Spielzeit deshalb nicht geben. Stattdessen geht es quer durch die Republik nach Ingolstadt, Regensburg, Saarbrücken oder Hoffenheim. Rostock wird zur Einöde der dritten Liga.

Würzburger Kickers - Lok Leipzig

Leipzigs Jubel in Würzburg währte nur kurz.

Noch vor den Feierlichkeiten in Würzburg richtete sich der Stadionsprecher an die Gästefans und erklärte, dass man das bestehende System ebenfalls für ungerecht halte. Umso unpassender wirkte es, als kurz darauf „We are the Champions“ gespielt wurde, während die Leipziger Mannschaft noch bei ihren rund 2.000 mitgereisten Fans stand.

Das Gefühl der Enttäuschung kennt man auch in Würzburg. Vor zwei Jahren holten die Unterfranken mit 82 Punkten die Meisterschaft in ihrer Regionalliga, scheiterten aber in der Relegation im Elfmeterschießen an der zweiten Mannschaft von Hannover 96. Ein kleiner Trost für Leipzig: In der kommenden Saison steigt der Meister der Regionalliga Nordost direkt auf. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.