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Tränen statt WM-TraumDFB-Youngster Karl verpasst Turnier nach Muskelbündelriss

4 min
Fußball-WM 2026 - Vorbereitung Chicago

Lennart Karl auf dem Weg zum Training im Soldier Field, bei dem seine WM-Träume platzten.

WM-Aus für Talent Lennart Karl nach Verletzung. Ausgerechnet Konkurrent Leroy Sané rückt nach und wird zum Matchwinner.

Verletzungsdrama um DFB-Talent Karl: WM-Aus und Sanés entscheidender Treffer. Für Lennart Karl (18) ist die WM nach einem Riss eines Muskelbündels beendet. Während seiner Abreise avanciert sein Konkurrent Leroy Sané zum Siegtorschützen gegen die USA.

Der Rückflug nach Deutschland war für den untröstlichen Lennart Karl bereits angetreten, als ausgerechnet Leroy Sané in Chicago nach dem Siegtreffer gegen die USA im Zentrum des deutschen Jubels stand. Für den 18-jährigen WM-Pechvogel endete die Hoffnung auf eine Fortsetzung seines rasanten Aufstiegs bei der Turnier-Generalprobe abrupt.

An seiner Stelle übernahm Konkurrent Sané bei dem Vorbereitungsspiel im Soldier Field die Position auf der rechten Außenbahn und avancierte zum entscheidenden Spieler. Mit seinem kraftvollen linken Fuß markierte er in der 57. Spielminute das 2:1. Im Anschluss äußerte er sich bescheiden: „Mein Tor ist mir egal, das Team ist mir wichtiger. Das ist mir wichtiger, dass wir alle zusammen an einem Strang ziehen und die Spiele positiv angehen.“

USA - Deutschland

Torschütze Leroy im Zentrum der deutschen Jubeltraube.

Diagnose: Muskelbündelriss nach Trainingsschuss

Karl hatte ebenfalls das Ziel, eine wichtige Rolle in der Mannschaft zu spielen. Ein Riss eines Muskelbündels im linken Oberschenkel, verursacht durch einen laut Bundestrainer Julian Nagelsmann „relativ einfachen Torschuss“ im Abschlusstraining vor dem letzten Testspiel, durchkreuzte jedoch diese Pläne. Das abrupte Aus für die WM-Teilnahme war die Folge für den Nachwuchsspieler des FC Bayern.

Sowohl in der Arena als auch bei der späteren Verabschiedung von seinen Teamkollegen im Hotel gab es Tränen. Laut DFB-Präsident Bernd Neuendorf spielten sich bewegende Momente ab. Karl selbst richtete ebenfalls einige Worte an das Team, „obwohl ihm das schwergefallen ist. Er war extrem traurig“.

Karl meldet sich auf Instagram: „Es tut unbeschreiblich weh“

Seine Gefühlslage teilte der 1,68 Meter große Spieler, der von allen „Lenny“ gerufen wird, in einem Beitrag auf Instagram. Zu einem Foto, das ihn am Boden liegend zeigt, formulierte er: „Ich weiß kaum, wo ich anfangen soll, aber es tut einfach unbeschreiblich weh, das größte Turnier verpassen zu müssen. Ich habe alles getan, um für die Weltmeisterschaft fit zu sein. Leider kommen Verletzungen oft zum unglücklichsten Zeitpunkt.“

Die Anteilnahme innerhalb des DFB-Teams war immens. Von „einem großen Schock“ für die gesamte Mannschaft sprach der Bundestrainer. Mannschaftskapitän und Vereinskollege Joshua Kimmich äußerte: „Für Lenny tut es mir brutal leid.“ Mitgefühl zeigte ebenso Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der während seiner eigenen Laufbahn schwere Verletzungen zu bewältigen hatte. Der Weltmeister-Kapitän von 1990 bezeichnete eine WM als „ein Kindheitstraum“. Karls Aufstieg nach lediglich neun Monaten im Profifußball sei wie ein Schuss „in den Himmel“ gewesen. Matthäus fügte hinzu: „Diesen Schock, den muss er auch vom Kopf her verarbeiten“.

Nachnominierung von Ouédraogo – Sané ergreift die Gelegenheit

Das Sommerprogramm für Karl lautet nun Rehabilitation anstelle der Weltmeisterschaft. Volle Unterstützung wurde ihm von seinem Club zugesichert. Sportvorstand Max Eberl hob hervor: „Es ändert sich nichts daran, wie viel Talent, Leidenschaft und Zukunft in Lenny stecken.“ Karls eigene Zusage lautete: „Ich komme zurück, stärker.“ Eine zukunftsorientierte Perspektive bot auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler: „Wir sagen alle das Gleiche: ‚Lenny, du bist noch jung. Du wirst noch viele Turniere spielen können‘.“

Der Fokus im Profifußball richtet sich rasch wieder auf die Zukunft. Überraschenderweise wurde der 20 Jahre alte Assan Ouédraogo aus Leipzig für Karl in das 26-köpfige Aufgebot nachnominiert. Es wird erwartet, dass der 30-jährige Sané die vakante Position in der rechten Offensive beim ersten WM-Spiel gegen Curaçao besetzen wird.

Assan Ouedraogo

Der Nachrücker: Assan Ouédraogo. (Archivbild)

Sané präsentierte sich in der Partie gegen die USA sehr engagiert und mit einer positiven Ausstrahlung. Seine Bemühungen blieben zunächst ertraglos, bis er nach einem Zuspiel von Kai Havertz erfolgreich war. Eine lobende Bewertung kam später von Völler: „Leroy hat gute Tempodribblings gehabt. Das ist seine große Qualität. Und er hat ein schönes Tor erzielt. So darf er ruhig weitermachen.“

USA - Deutschland

Leroy Sané (r) bei seinem Siegtor mit dem starken linken Fuß.

Nach Sanés 76. Einsatz im Nationaltrikot zeigte sich auch Bundestrainer Nagelsmann „insgesamt zufrieden“. „Er hat das Tor gemacht, das ist am Ende mit das Wichtigste, was ein Offensivspieler machen kann auf dem Feld.“ Eine Startelfgarantie sprach der Bundestrainer ihm allerdings nicht zu und nannte mit Maximilian Beier, Jamie Leweling, Jamal Musiala sowie Havertz weitere Alternativen. Sané selbst zeigte sich entschlossen: „Wir sind ein gutes Team. Wir freuen uns riesig auf die WM und wollen angreifen.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.