Der gebürtige Kölner und sechs andere Deutsche blicken am Wochenende gebannt auf den NFL-Draft nach Pittsburgh.
Kölner FootballerMarlin Klein fiebert NFL-Draft entgegen

Marlin Klein wird eine große Karriere in der NFL prophezeit. (Archivfoto)
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Sein ganzes Erwachsenenleben hat Marlin Klein auf diesen Moment ausgerichtet. „Mein Plan A war immer: Ich ziehe in die USA und schaffe es in die NFL. Und Plan B war, dass Plan A läuft“, sagt der 23-jährige gebürtige Kölner im SID-Interview. Alternativen? Fehlanzeige! Und so wird sich der Blick des gebürtigen Kölners, der am College schon auf den Spuren von Tom Brady wandelte, am Wochenende gebannt nach Pittsburgh richten.
Dort steht von Donnerstag bis Samstag (Ortszeit) der jährliche NFL-Draft an, in dem die 32 Teams die besten Footballtalente auswählen. „Still zu sitzen wird von Tag zu Tag härter“, sagt der Tight End, der als 15-Jähriger für seinen Traum in die USA zog: „Die Nervosität ist auf 100. Nicht zu wissen, wo ich in zwei Wochen wohne, wird hart.“
Marlin Klein glänzte als Tight End im College
Über sieben Runden werden insgesamt 257 Talente verteilt – vom First Overall Pick bis hin zum letzten („Mr. Irrelevant“). Mit Fernando Mendoza (22) werden die Las Vegas Riders an Position eins ziemlich sicher einen vielversprechenden Quarterback wählen. Dann beginnt der Poker - und das Warten für Klein, der unter Experten als aussichtsreicher Kandidat für den dritten Tag gilt.
„Es wird viel zu Essen geben, viel Bier für meine Gäste“, sagt Klein über die geplante Watchparty mit Familie und Freunden in seiner Wohnung in Ann Arbor: „Ich versuche, die Zeit zu genießen. Einmal im Leben so etwas erleben zu dürfen, ist unbeschreiblich.“
Als Kind begann er mit Fußball, eiferte als großer Fan des 1. FC Köln Lukas Podolski nach, „bis ich realisiert habe, dass ich kein FC-Profi werde“, sagt Klein. Bei den Cologne Crocodiles lernte er Football lieben, 2019 ging es über ein internationales Förderprogramm an die Highschool Rabun Gap-Nacoochee nach Georgia, von da aus ans College nach Michigan, wo „Schnitz“ mit den Wolverines 2024 die nationale Meisterschaft gewann und in seinem letzten Studienjahr - als erster internationaler Spieler - zum Teamkapitän gewählt wurde.
Marlin Klein schwärmt von Tom Brady
Wie einst Quarterback-Ikone Brady, der ihm in einem persönlichen Gespräch zuletzt verraten habe, dass dies trotz sieben Super-Bowl-Ringen „bis heute seine größte Ehre ist“, sagte Klein bei RTL stolz - und schwärmte mit Blick auf zahlreiche Treffen mit seinen Idolen: „Das ist surreal, das ist geil. Das sind Leute, die gucke ich eigentlich im Fernsehen.“
Ein Wunschteam hat Klein nicht, er habe im Vorfeld gar „mit allen 32 Teams“ gesprochen, sagt der Draftkandidat, der als einer der besten Allrounder auf seiner Position im diesjährigen Jahrgang gilt. Aber es wäre „natürlich echt geil“, neben dem deutschen Star-Receiver Amon-Ra St. Brown bei den Detroit Lions unweit seiner aktuellen Heimat und damit in der neuen Saison auch beim NFL-Game in München zu spielen.
Deutlich mehr um einen Platz zittern müssen die anderen sechs Deutschen Paul Rubelt (Frankfurt/Oder), Mark Petry (Hochheim), Florian Stahler (Köln), Maurice Heims (Hamburg), Felix Leppen (Witzenhausen) sowie Leo Blumentritt (Weichs). Für Klein gibt es nur diesen einen Weg.
Wenn er sich nicht für Football entschieden hätte, würde er heute wohl „Reifen wechseln“ und in der Kölner Südkurve stehen. „Sollte ich undraftet gehen, dann ist das für einen Grund“, sagt er: „Aber egal, welches Team mich bekommt: Das wird nicht gut für die anderen Teams.“ (sid)

