In der Berliner Arena haben die Haie am Sonntag nicht an ihre starke Leistung beim 5:1-Heimsieg vom Freitag angeknüpft. In der Playoff-Serie liegen sie mit 1:2 zurück.
Playoff-HalbfinaleKölner Haien fehlt Frische - Spiel drei geht mit 4:2 an Berlin

Berlins Markus Vikingstad und Kölns Goalie Janne Juvonen im intensiven Duell.
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Über zu geringe Playoff-Unterstützung konnten sich die Kölner Haie nicht beklagen. Ungefähr 800 Kölner Fans waren am Sonntag unter den 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Berliner Arena am Ostbahnhof bei Spiel drei der Halbfinalserie zwischen den Eisbären und dem KEC. Wenn sie sich eine so rasante Leistung der Haie erhofft hatten wie am Freitag beim 5:1-Heimsieg, wurden sie jedoch arg enttäuscht. Der KEC spielte über lange Phasen passiv bis gehemmt und unterlag den Eisbären trotz eines Aufbäumens im Schlussdrittel mit 2:4 (0:0, 0:1, 2:3). In der Serie „Best of 7“ führt der Titelverteidiger aus der Hauptstadt damit mit 2:1.
„Wir wussten, dass Berlin mit einer sehr starken Reaktion kommen wird. Aber obwohl wir es wussten, haben wir unser Spiel nicht gut genug umgesetzt“, sagte Haie-Kapitän Moritz Müller bei „Magenta Sport“. „Wir haben das ganze Spiel über nicht genug Zweikämpfe gewonnen und hatten nicht die Frische, das Spiel früh genug zu drehen. Wir sind noch mal rangekommen, aber zu spät. Wir müssen das abhaken und wieder zu Hause gewinnen.“ Die vierte Begegnung in diesem Halbfinalduell findet am Mittwoch (19.30 Uhr) in der Lanxess-Arena statt.
Den Berlinern fehlte ihr kanadischer Stürmer Yannick Veilleux, der nach einem Crosscheck in den Rücken von Juhani Tyrväinen am Freitag für zwei Spiele gesperrt wurde. Im ersten Drittel, das torlos verlief, waren die Eisbären schon offensiv deutlich aktiver als der KEC. Die Haie konzentrierten sich auf ihre Defensivarbeit. Torhüter Janne Juvonen parierte einige Schüsse. 4:14 lautete das Torschussverhältnis nach 20 Minuten aus Sicht der Kölner, die auch im Mitteldrittel im Angriff sehr verhalten agierten und kaum etwas riskierten – vermutlich eine Lehre aus Spiel eins in Berlin, das sie mit 3:6 verloren hatten und in dem sie häufig ausgekontert worden waren. Doch die Rechnung ging nicht auf, da die Berliner Offensivpower zu gewaltig war.
Leo Pföderl trifft zur Führung
Zu Beginn des Mitteldrittels nutzten die Berliner ein Powerplay, um in Führung zu gehen. Leo Pföderl, der zuvor 13 Spiele lang nicht getroffen hatte, setzte den Puck vom linken Bullykreis aus ins Netz (23.). Es war das erste Gegentor in Unterzahl für die Haie in diesen Playoffs.
Das Spiel, das die Gastgeber weiter bestimmten, wurde ruppiger und verbissener – mit zunehmenden Scharmützeln auf dem Eis. Ab etwa der 30. Minute zeigten sich die KEC-Profis auch ein klein wenig häufiger im Angriff, dennoch lautete die Torschussstatistik nach dem zweiten Drittel 6:26. Angesichts dieses Spielverlaufs war es verdient, dass die Eisbären zu Beginn des Schlussabschnitts das 2:0 erzielten.
Jonas Müller, der sich nach einem Schlägerbruch schnell ein neues Arbeitsgerät geholt hatte, bugsierte den Abpraller nach einem Versuch von Marcel Noebels ins Netz. Knapp drei Minuten später erhöhte Les Lancaster auf 3:0 für die Eisbären.
Von den Haien kam weiterhin wenig – bis Dominik Bokk 7:06 Minuten vor dem Ende auf 1:3 für Köln verkürzte, als er nach einem Schuss von Jan Luca Sennhenn den Abpraller von Eisbären-Goalie Jake Hildebrand verwandelte. Es wurde noch einmal spannend: Viereinhalb Minuten vor dem Ende tauschte Coach Kari Jalonen seinen Keeper gegen einen zusätzlichen Feldspieler – prompt folgte das 2:3, erzielt von Oliwer Kaski. Juvonen ging erneut vom Eis. Diesmal war das Resultat allerdings ein Treffer von Pföderl ins leere Tor zum 4:2-Endstand. Die Torschussstatistik nach 60 Minuten aus Haie-Sicht lautete 20:56.
Kölner Haie – Juvonen – Kaski, Austin – Kemiläinen, Vittasmäki – Müller, Sennhenn – Glötzl – Bokk, Aubry, Storm – Niedenz, Tyrväinen, Kammerer – Uher, van Calster, Tuomie. – Zuschauer: 14.200 (ausverkauft). – Schiedsrichter: Frano, Hebert. – Strafminuten: Berlin 8/ Köln 10. – Tore: 1:0 Pföderl (22:04), 2:0 J. Müller (41:20), 3:0 Lancaster (45:03), 3:1 Bokk (52:54), 3:2 Kaski (55:30), 4:2 Pföderl (57:56).
