Nach zwölf Jahren und fünf Meisterschaften in Berlin wagt Marcel Noebels mit 34 Jahren einen Neuanfang beim KEC.
Kölner HaieNeuanfang des Berliner Titelsammlers beim KEC

Marcel Noebels ist eine Vereinslegende der Eisbären Berlin.
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Bei den Kölner Haien geben sich die Eishockey-Nationalspieler die Klinke in die Hand. Marcel Noebels, der vom Meister Berlin nach Köln gewechselt ist, übernahm in diesen Tagen die Wohnung von Parker Tuomie in Köln-Sülz. Tuomie schließt sich Bremerhaven an. Die Wohnung gefiel den neuen Hai auf Anhieb. „Ich habe mit Parker vorher gesprochen, und er hat mir gesagt, dass man dort gut lebt. Auf sein Wort kann ich mich verlassen“, berichtet der 34-Jährige.
Eine gute Wahl, da ist sich Noebels sicher, sei auch sein neuer Verein, die Kölner Haie. Und er macht deutlich, dass er nicht einfach irgendwo unterschrieben habe, um weiter in der Deutschen Eishockey-Liga zu spielen, sondern bewusst zu einem Team gewechselt sei, das er seit Jahren positiv beobachte. „Die Haie sind eine Mannschaft, über die ich sagen kann, dass sie in den letzten drei, vier Jahren in die richtige Richtung geht und von Jahr zu Jahr besser geworden ist.“ Ihm gefällt der Verein so gut, dass er sich, wie zu hören ist, sogar darauf einließ, zunächst nur für ein Jahr beim KEC zu unterschreiben.
Auch wenn Noebels sich Mühe gibt, seinen Wechsel normal aussehen zu lassen – es ist ein gewaltiger Schritt in der Karriere des Stürmers. Einer, von dem er selbst wohl lange nicht gedacht hätte, dass er noch nötig werden würde. Noebels, der aus St. Tönis bei Krefeld stammt, war fest verwurzelt in Berlin, wo er zwölf Jahre spielte. Als er 2014 in die Hauptstadt kam, war er 22 Jahre alt. Noebels wurde Stammspieler der Eisbären, avancierte über die Jahre zu einem der besten deutschen Angreifer und Nationalspieler, gewann mit den Eisbären fünf deutsche Meisterschaften sowie 2018 mit der Nationalmannschaft olympisches Silber und 2023 WM-Silber.
Berlin hat nicht mehr mit Noebels geplant
Er besaß sogar ein eigenes Haus am Stadtrand von Berlin – und es erschien logisch, dass er seine Karriere bei den Eisbären beenden würde. Doch es geschah Unerwartetes. „Berlin hat mir schon letzte Saison mitgeteilt, dass sie nicht weiter mit mir planen.“ Nicht, weil sie die Leistungen des Stürmers bemängelten, sondern weil sie einen Umbruch einleiten wollten. Fast wäre Noebels schon vor einem Jahr zum KEC gewechselt. Doch da Sportdirektor Matthias Baldys die Offensivstellen im Kader bereits verplant hatte, wurde der Transfer um eine Spielzeit verschoben. Noebels weiter: „Ich wusste eigentlich schon, als ich in die Saison gegangen bin, dass mein Vertrag danach nicht verlängert wird.“
Noebels verabschiedete sich auf seine Art von den Eisbären: mit Topleistungen und 14 Scorerpunkten in den Playoffs 2026, in denen Berlin sich im Finale gegen Mannheim durchsetzte (und vorher im Halbfinale gegen Köln). Der Abgang des Angreifers wurde umso mehr bedauert. So schrieb die Berliner „Bild“: „Einen solchen Spieler, der außerdem einen Klub nach außen auch gut vertreten kann, schickt man nicht einfach weg.“ Noebels ist es wichtig herauszustellen, dass er Berlin trotzdem nicht im Groll verließ – im Gegenteil: „Es ist sehr selten, dass man zwölf Jahre in einem Verein spielen darf und dann noch so erfolgreich ist. Ich bin Berlin sehr dankbar und hatte eine wunderschöne Zeit.“
Deutsche Meisterschaft und Heim-WM als Ziele
Und natürlich will er nun in Köln zeigen, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört – und seine Erfahrungen beim KEC einbringen, der bekanntlich seit 2002 auf einen Titelgewinn wartet. Noebels glaubt nicht daran, dass einzelne Führungsspieler einer Mannschaft Siegermentalität einfach verordnen können. Die besondere Kultur der Eisbären sei mit der Zeit gewachsen. „Man entwickelt das normalerweise über Jahre mit einem festen Kern der Mannschaft“, sagt er. Deshalb gefällt ihm auch der Weg der Haie. Köln habe in den vergangenen Jahren Kontinuität bewiesen und wichtige Leistungsträger gehalten. „Ich bin ein großer Fan davon, Spieler zu halten, die den Kern ausmachen“, sagt er. Die Entwicklung der Haie erinnere ihn in mancher Hinsicht an den Weg, den die Eisbären einst genommen hätten. Seit 2005 gewannen die Eisbären zwölf deutsche Meisterschaften.
In den Playoffs hatte Noebels sich einen Muskelfaserriss zugezogen, den er anschließend auskurierte. Deshalb kam es für ihn nicht infrage, bei der aktuellen WM in der Schweiz für Deutschland zu spielen. Bei der Heim-WM 2027 in Düsseldorf und Mannheim will er jedoch dabei sein, und zwar unbedingt: „Ich werde alles dafür tun, nächstes Jahr wieder einen Anruf vom Bundestrainer zu bekommen, um dort mitzuspielen.“
