Nach der Niederlage in SchwenningenKEC ärgert sich über zu viele Strafzeiten

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Die Kölner Haie schafften es am Mittwochabend nicht, Schwenningen unter Druck zu setzen.

Köln – Auswärts steht bei den Kölner Haien weiterhin die Null. Ihre drei bisherigen Spiele auf fremdem Eis haben die KEC-Profis verloren, die genaue Bilanz: null Punkte und 5:12 Tore. Dem gegenüber stehen zu Hause in zwei Partien fünf Punkte und 9:5 Treffer. Das jüngste 1:3 am Mittwoch in Schwenningen war ein eher schwacher Auftritt der Haie, die es im Schlussdrittel nicht schafften, den engagierten Gegner, der mit zwei Toren Vorsprung führte, unter Druck zu setzen.

Eingeleitet worden war die Niederlage im zweiten Drittel, es stand 1:1 (Kölner Torschütze: David McIntyre), durch einen Fehler des Verteidigers Alex Roach, der an der Bande stolperte, den Puck verlor und den Konter einleitete, den Daniel Pfaffengut mit dem Tor zum 2:1 für Schwenningen abschloss. Der Ex-Kölner Sebastian Uvira erzielte danach im Powerplay das 3:1.

Kein Panikmodus beim KEC

Trotz der Enttäuschung hat beim KEC zu diesem frühen Zeitpunkt noch niemand in den Panikmodus geschaltet. Geschäftsführer Philipp Walter nennt die Ergebnisse schlicht „durchwachsen“ und wirkt ansonsten entspannt, Trainer Uwe Krupp analysiert: „Mit den Auswärts-Ergebnissen können wir natürlich nicht zufrieden sein. Wir haben uns sowohl in Schwenningen als auch in Nürnberg (2:4, d. Red.) im letzten Drittel zu aus der Emotion geborenen Entscheidungen hinreißen lassen, die uns in der wichtigsten Phase des Spiels das Leben schwermachten.

Beides waren sehr enge Spiele, und gerade dann brauchen wir eine gewisse Abgeklärtheit. Jeder weiß, dass man Spiele nicht auf der Strafbank gewinnt, und wir müssen voneinander erwarten können, dass wir klüger agieren.“

Tatsächlich gehören die Haie-Profis aktuell mit durchschnittlich 10,8 Strafminuten pro Partie zu den Strafbankkönigen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Krupp betrachtet die Probleme aber als lösbar. „Auf der einen Seite ist es enttäuschend, dass wir uns damit beschäftigen müssen. Doch auf der anderen Seite ist es eine Sache, die wir selbst kontrollieren können. Wir haben aus meiner Sicht bisher kein echtes spielerisches Problem. Sicher fehlten uns mit Ryan Stanton, Landon Ferraro und Nick Baptiste drei Leistungsträger, aber wenn wir abgeklärter sind, ist mehr drin.“

Gerüchte um neuen Defensivmann bei den Haien

Die Stürmer Ferraro und Baptiste werden auch noch beim anstehenden Auswärtsspiel am Freitag in Bietigheim passen müssen (19.30 Uhr, Magenta Sport). In der nächsten Woche könnten sie zurückkehren. Wann Verteidiger Stanton nach seinem Handgelenkbruch wieder einsatzbereit sein wird, steht dagegen in den Sternen.

Hartnäckig hält sich seit ein paar Tagen das Gerücht, die Haie wollten schon sehr bald noch einen Defensivmann verpflichten. Doch das bestreiten sowohl Walter als auch Krupp. Dergleichen sei momentan nicht geplant, heißt es. Eventuell wollen sie erst schauen, wie es ohne Stanton läuft, ob die Haie auch ohne Ersatz zurechtkommen. Oder vielleicht warten sie noch auf den richtigen Profi. Zurzeit laufen Trainingscamps der NHL, und es werden bald einige Spieler auf den Markt kommen.

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Apropos Defensive: Der aus der russischen KHL verpflichtete Offensivverteidiger Nick Bailen (32/USA), der Topeinkauf des KEC, hat bislang nicht die von ihm erwarteten Glanzlichter gesetzt. In seinen bisherigen fünf Begegnungen kommt Bailen, zuletzt Verteidiger des Jahres in der KHL, lediglich auf zwei Torvorlagen.

Der Haie-Trainer glaubt, dass Bailen etwas Zeit brauche, denn: „Nick ist dabei, sich an das Tempo und den Stil der DEL zu gewöhnen. Die Ligen in Europa spielen etwas anders als die KHL, wo in der Regel sehr kontrolliert und abwartend gespielt wird. In der DEL, der Schweiz oder auch Österreich bist du als Verteidiger ständig unter Druck, und das ist nach acht Jahren in Russland sicher eine gewisse Umstellung.“ Krupp weiter: „Er ist ein guter Spieler, der sich in absehbarer Zeit akklimatisieren und gute Sachen für uns machen wird.“ Gute Sachen für die Haie macht bereits Torhüter Mirko Pantkowski (24), der verlässlich fängt, sich kaum Fehler erlaubt und in Schwenningen, wie Krupp feststellte, „unser bester Mann“ auf dem Eis war.

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