Nach dem Abstieg aus der Landesliga hat Trainer Daniel Errens die Mannschaft übernommen.
AmateurfußballDJK Südwest Köln bekommt eine neue Philosophie

Daniel Errens, neuer Trainer der DJK Südwest Köln
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Daniel Errens beschwört den Charakter der DJK Südwest. Der 38-Jährige geht die Dinge betont pragmatisch an. Alle Fragen hat der neue Trainer des Fußball-Bezirksligisten unmittelbar vor dem Saisonstart aber noch nicht geklärt.
Nach Jahren der kontinuierlichen Entwicklung hatte die DJK Südwest in der Landesliga einen jähen Absturz erlitten. Nach 21 Punkten in der Hinrunde und etlichen personellen Ausfällen kamen in der Rückserie noch sechs hinzu. Trainer Sven Henke musste gehen und der Protest der Mannschaft blieb ungehört. Während Henke bei Blau-Weiß Köln schnell ein neues Engagement fand, trat an seine Stelle mit Errens ein im Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) noch unbekanntes Gesicht auf die Trainerbühne.
Zuletzt Spielertrainer in der Kreisliga A
Zwei Tage vor dem Start der Saisonvorbereitung hatte Errens mit seinem neuen Klub eine Einigung erzielt. Die Sportfreunde Baumberg II (Bezirksliga Niederrhein) leitete er in der Saison 2023/24 an. Danach folgte eine Spielzeit FC SF Delhoven (Kreisliga A Niederrhein), wo er im Punktspielbetrieb vermutlich letztmalig aktiv mitwirkte und 28 Partien an 16 Treffern direkt beteiligt war. „Das war ganz schön, aber eben nur Dorffußball“, sagt er. Ein weiterführendes Engagement als spielender Trainer solle man hieraus nicht ableiten.
Für einen Großteil der Torausbeute waren in den zurückliegenden Jahren bei Südwest die Zwillinge Philipp und Hendrik Graf verantwortlich. Nach schweren Verletzungen sind beide allerdings längst nicht im Vollbesitz ihrer Möglichkeiten. „Hendrik wird langsam herangeführt und da müssen wir wirklich von Woche zu Woche schauen. Wir gehen es ohne Druck an und lassen uns im Zweifel lieber etwas mehr Zeit“, sagt Errens.
Philipp und Hendrik Graf brauchen noch Zeit
Mehr Geduld ist offenbar bei seinem Bruder gefragt, der sich überstandenem Kreuzbandriss eine Ellbogenverletzung zugezogen hat. Er sei im Training. Eine Rückkehr in den Spielbetrieb ist jedoch nicht terminiert. „Auch hier machen wir uns keinen Stress. Vielleicht dauert es noch einige Wochen. Und natürlich bekommt die Zeit, die er braucht“, so der 38 Jahre alte Bankkaufmann.
Als erste Option hat sich in der zurückliegenden Saison trotz des Abstiegs Constantin Sturm mit acht Treffern und drei Assists zu einem belebenden Element entwickelt. Der 21-Jährige ist gesetzt und hat in den ersten fünf Testspielen vier Tore erzielt. „Constantin macht einen richtig guten Eindruck und hat eine außergewöhnliche Abschlussqualität.“ Es sei eine Freude, ihn am Ball zu sehen, meint Errens.
Einziger externer Zugang ist Michel Hampe (BC Stotzheim). Fünf weitere Akteure kommen aus dem eigenen Nachwuchs. Nur Dalan Fischer (SW Köln) hat Südwest verlassen. Mit insgesamt 31 Akteuren geht Errens die Spielzeit an, darunter drei Torhüter. Die neue Nummer eins sei noch nicht ermittelt. Ungeklärt ist ebenso die Kapitänsfrage. Beides würde zeitnah geklärt.
Daniel Errens schwärmt vom Charakter seiner Mannschaft
„Die Jungs haben einen Mega-Charakter. Das ist schon sehr auffällig.“ Jetzt gelte es gemeinsam eine Spielphilosophie zu entwickeln, der Mannschaft Lösungsansätze an die Hand zu geben und vor allem „Spiele zu gewinnen“. Der Zweck heiligt hier offenbar die Mittel. Ballbesitzfußball oder Konterfußball. Für Errens müsse die Ausrichtung vor allem zum Ziel führen. „Wichtig ist, dass unser Spiel variabel ist.“
Als Trainer ist er bestrebt, „etwas zu bewegen“ und die Mannschaft zu befähigen, gemeinsam erarbeitete Matchpläne in die Umsetzung zu bringen. „Mein Wunsch ist es, dass die Mannschaft in der Lage ist, die gemeinsam entwickelten Themen eigenständig auf den Platz zu bringen und nicht durchgängig auf meine Moderation angewiesen ist.“ Ein eher selteneres Bild im Amateurfußball. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit ist Errens für den Fußball-Verband Niederrhein in der Trainerausbildung im Einsatz. Das erklärt einiges.
Am Sonntag startet Südwest mit einem Heimspiel gegen den FC Hürth II in die neue Saison (15.15 Uhr).