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Amateurfußball-SkandalKreis Köln entscheidet erneut gegen den SC West

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Die Apenrader Straße, Heimat des SC West Köln in Ehrenfeld

Die Apenrader Straße, Heimat des SC West Köln in Ehrenfeld

Der Ehrenfelder Klub hatte die Wertung des umstrittenen Wiederholungsspiels angefochten sowie eine Liga-Aufstockung beantragt.

Nach dem umstrittenen Wiederholungsspiel in der Kölner Fußball-Kreisliga A, das der FC Pesch II am vergangenen Sonntag mit einem 4:2-Sieg über den ESV Olympia Köln zum nachträglichen Klassenerhalt genutzt hatte, wehrt sich der SC West Köln weiter gegen einen kampflosen Abstieg in die Kreisliga B. Allerdings wurden vom Verband zwei Anträge des Ehrenfelder Vereins zurückgewiesen. Zunächst hatte West Einspruch gegen die Wertung des Wiederholungsspiels eingelegt.

Kreissportgericht hat „Verständnis für sportliche Schieflage“

Jedoch konnte das Kreissportgericht keine formalen Mängel bei den Spielberechtigungen der Pescher Fußballer feststellen. Axel Zimmermann, Vorsitzender des Gerichts, ließ in seiner Urteilsbegründung immerhin Verständnis für den Ärger des SC West erkennen. Das „Verständnis für die sportliche Schieflage, die sich aus einem erst nach Saisonende ausgetragenen Meisterschaftsspiel ergeben kann, nimmt das Kreissportgericht ausdrücklich ernst“, heißt es. Und weiter: „Das Kreissportgericht teilt vor diesem Hintergrund die Einschätzung, dass die geltenden Bestimmungen für die vorliegende, im Fußballkreis Köln seit Jahrzehnten nicht aufgetretene Fallgestaltung keine vollständig befriedigende Lösung bereithalten, und regt eine entsprechende Klarstellung der Spielordnung für künftige Spielzeiten an.“

Wenig später lehnte der Vorstand des Fußballkreises Köln zudem erneut einen Antrag des SC West zur Aufstockung der Kreisliga A auf 17 Teams ab – allerdings offenbar, anders als zuvor, nicht einstimmig. Eine andere Entscheidung hätte den geltenden Bestimmungen der Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) widersprochen, hieß es in einer knappen Begründung.

SC West will Verfahren in die Länge ziehen

Der SC West reagierte in einem Schreiben an den Verband enttäuscht. Es sei unverständlich, „weshalb sich der Kreisvorstand und der Spielausschuss mit solcher Vehemenz gegen eine Lösung stellen, die dem Fair-Play-Gedanken gerecht werden würde. Gerade in einem Fall, in dem eine Mannschaft durch einen Spielabbruch infolge der Bedrohung eines Schiedsrichters benachteiligt wurde, erwarten Vereine, Spieler und Ehrenamtliche, dass der Schutz der Integrität des Wettbewerbs und die Wahrung des Fair-Play-Gedankens oberste Priorität genießen.“

Der Traditionsverein kündigte weitere rechtliche Schritte an. Vermutlich vor allem mit der Hoffnung, die Verfahren in die Länge zu ziehen, um die Einteilung der betroffenen Kreisligen für die neue Saison hinauszuzögern – was den Druck auf den Fußballkreis Köln weiter erhöhen würde.