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Fortuna Kölns kuriose StatistikBeste Defensive, schwächste Offensive  – Aber keine Sorgen

Fortuna Köln ist vor der Partie bei Preußen Münster auf den vorletzten Rang abgerutscht. Für Hamadi Al Ghaddioui kein Grund zur Unruhe.

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Hamadi Al Ghaddioui jubelt im Mittelrheinpokal über sein Tor gegen Hohkeppel.

Hamadi Al Ghaddioui jubelt im Mittelrheinpokal über sein Tor gegen Hohkeppel.

Man kann die Tabelle der Dritten Liga als Warnsignal lesen. Oder als kleine Verteidigungsschrift für den SC Fortuna Köln. Elf Gegentore hat der Aufsteiger in zehn Spielen kassiert – die beste Defensive der Liga. Acht Treffer hat er erzielt – die schwächste Offensive. In sechs Partien blieb Fortuna torlos. Die Südstädter stehen auf dem vorletzten Tabellenplatz (zehn Punkte) und haben in der vergangenen englischen Woche aus drei Spielen nur einen Punkt geholt. 0:2 in Essen, 0:0 gegen Saarbrücken, 0:1 gegen Stuttgart II.

Fortuna Köln seit drei Spielen sieglos

Ein Punkt aus drei Spielen, das ist, wie Angreifer Hamadi Al Ghaddioui dieser Redaktion sagt, „zunächst einmal wenig“. Vor allem dann, wenn eine Mannschaft nicht regelmäßig auseinanderfällt, sondern ihre Spiele auf eigentümliche Weise verliert: knapp, ordentlich, gelegentlich sogar überlegen – und trotzdem ohne den Ertrag, der sich am Ende in der Tabelle wiederfinden müsste.

Gegen Stuttgart II war Fortuna über weite Strecken die bessere Mannschaft. Dann kam die Gelb-Rote Karte gegen Tom Geerkens, außerdem eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters, die den Angriff zum Stuttgarter Führungstor ermöglichte. Für einen Aufsteiger ist es dann besonders unerquicklich, wenn er sich zwar als konkurrenzfähig erweist, aber nicht als erfolgreich. „Natürlich fällt es auf, wenn man innerhalb einer kurzen Zeit drei Spiele bestreitet und kein Tor erzielt. Daran muss man arbeiten“, sagt Al Ghaddioui.

„Das Wort Problem ist vielleicht etwas groß“, fügt der 36-Jährige hinzu. Die Dritte Liga sei umkämpft, häufig entschieden Kleinigkeiten. Ein 2:1 gegen Essen oder ein 1:1 gegen Saarbrücken hätte die vergangenen Wochen zwar in ein anderes Licht gerückt. Doch: „Dann hätten wir beispielsweise zwei Tore mehr geschossen, aber immer noch keine Punkte. Am Ende des Tages geht es nur darum“, so Al Ghaddioui. Auch intern wird die Lage bei Fortuna wahrgenommen.

„Natürlich macht sich jeder einzelne Spieler Gedanken, wenn man aus einer englischen Woche nur einen Punkt holt und in der Tabelle unten steht. Ich kann aber nicht in die Köpfe aller Spieler schauen. Aber ich glaube nicht, dass wir als Mannschaft bereits nervös werden oder von maximalem Druck sprechen müssen“, sagt Al Ghaddioui. Die Gruppe sei durch den Aufstieg gefestigt: „Gerade dadurch haben wir uns als Gruppe gefunden und uns punktuell verstärkt. Wir tun gut daran, die Dinge, die der Trainer anspricht, gemeinsam zu besprechen und im Training daran zu arbeiten.“

Fortunas Al Ghaddioui warnt vor Extremen

Al Ghaddioui plädiert deshalb für einen nüchternen Umgang mit der Situation: „Man darf die Situation nicht schönreden, aber man sollte sie auch nicht dramatisieren. Unser Saisonstart ist aus meiner Sicht in Ordnung. Wir sollten uns noch etwas gedulden und schauen, was passiert.“ Dabei ist die gemeinschaftliche Defensivleistung das Prunkstück.

Die Mannschaft steht kompakt, verteidigt leidenschaftlich und zieht auch ihre Offensivkräfte weit zurück. Ihre Ordnung ist der Grund, weshalb sie in der Dritten Liga bestehen kann. Zugleich ist sie der Grund, weshalb nach einem Ballgewinn manchmal mehr Meter bis zum gegnerischen Tor liegen und nur wenige Spieler in Strafraumnähe bereitstehen. Für einen Mittelstürmer heißt das: lange Bälle festmachen, Zweikämpfe annehmen, zweite Bälle sichern, ablegen – und danach möglichst schnell wieder in die Box kommen.

„Wir können nicht so auftreten wie Barcelona, Paris oder in der Dritten Liga beispielsweise der MSV Duisburg, die alles in die Offensive investieren und über ganz andere Mittel verfügen“, sagt Al Ghaddioui. Fortuna müsse mit überschaubaren Mitteln auskommen und zunächst defensiv stabil bleiben. „In dieser Liga muss man manchmal auch kleinere Brötchen backen.“

Al Ghaddioui möchte nicht nur der erfahrene Spieler sein (16 Bundesliga-, 76 Zweitliga- und 62 Drittligaeinsätze), der jüngeren Kollegen Ratschläge gibt und schwierige Tabellenstände erklärt. „Ich bin zwar der älteste Spieler in der Mannschaft, aber in erster Linie bin ich Stürmer. Ich bin Fußballspieler und möchte der Mannschaft sportlich helfen.“

Am Sonntag gegen Preußen Münster

Fortuna bewegt sich derzeit also zwischen zwei Erzählungen. Zwischen der besten Defensive und der schwächsten Offensive. Al Ghaddioui warnt vor entsprechenden Narrativen: „Wenn du zwei Spiele gewinnst, bist du wieder im Mittelfeld. Dann heißt es plötzlich, wie gut die Mannschaft sei. Auf diese Extreme muss man ein bisschen aufpassen.“

Preußen Münster, der nächste Gegner der Fortuna, steckt in einer ähnlichen Zwischenwelt. Der Absteiger aus der Zweiten Bundesliga hat nur zwei Punkte mehr auf dem Konto, wartet aber ebenfalls seit mehreren Ligaspielen auf einen Sieg. Münster musste sich nach dem Abstieg zunächst neu finden, verfügt nach Einschätzung Al Ghaddiouis aber über einen starken Drittliga-Kader. „Uns erwartet dort ein heißer Fight, in dem uns alles abverlangt wird.“