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0:2 bei RW EssenFortuna Köln scheitert an den eigenen Ansprüchen

Der Drittligist bleibt im Angriff zu harmlos und lässt vor 16.107 Zuschauern an der Hafenstraße die Begeisterungsfähigkeit vermissen.

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Deutschland: 3. Liga 2026/2027 9. Spieltag, Rot-Weiss Essen vs SC Fortuna Köln, Dienstag, 13.10.2026 Stadion an der Hafenstraße Essen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland Luftzweikampf Noah Pesch RW Essen, 11 gegen Tom Geerkens SC Fortuna Köln, 6 *** Germany 3rd Division 20262027, Matchday 9, Rot-Weiss Essen vs. SC Fortuna Köln, Tuesday, October 13, 2026, Stadion an der Hafenstraße, Essen, North Rhine-Westphalia, Germany aerial duel between Noah Pesch RW Essen, No. 11 and Tom Geerkens SC Fortuna Köln, No. 6 Copyright: xMerlexKölkingx

Tom Geerkens (r.) von Fortuna Köln im Zweikampf mit Essens Noah Pesch.

Die Haltung seines Kollegen nötigte Uwe Koschinat Respekt ab. Der ehemalige Trainer des SC Fortuna Köln, der zwischen 2011 und 2018 das erste Drittliga-Abenteuer in der Südstadt ermöglicht hatte, ist mittlerweile Chefcoach von RW Essen und hörte nach dem Duell mit seinem Ex-Klub ganz genau hin. Als der Kölner Trainer Matthias Mink die Leistung seines Teams nach der 0:2 (0:1)-Niederlage bewertete, sagte Koschinat: „Er geht mit seiner Mannschaft schärfer ins Gericht, als ich es gesehen habe.“ Das schrieb der ehemalige Kölner Coach dem „hohen Eigenanspruch“ des neuen Trainers zu und lobte Fortunas „unglaubliche Stabilität“ in den vorherigen Spielen.

Obwohl Mink sein Team im Sommer zum zweiten Drittliga-Aufstieg geführt hat und beim Aufstiegsaspiranten in Essen die klare Außenseiter-Rolle innehatte, pochte er auf eine schnelle fußballerische Entwicklung. „Das ist zu wenig“, betonte Mink, bevor er die Leistung seines Teams vor allem im Angriff als „einfach zu schlecht“ bezeichnete.

Das ist zu wenig, einfach zu schlecht
Matthias Mink, Trainer von Fortuna Köln, über die Offensivleistung seines Teams

Er zeigte sich auch vom emotionalen Aspekt enttäuscht. „Das ist für mich eine unerklärliche Geschichte“, sagte er mit Blick auf die 16.107 Zuschauer – davon 500 Gästefans – an der Hafenstraße. „Eigentlich wollten wir die Atmosphäre im Stadion aufnehmen und mit viel Begeisterung und Euphorie zu Werke gehen.“ Davon sei in der ersten Halbzeit wenig zu sehen gewesen.

Obwohl er den immer fitter werdenden Torjäger Jannik Mause an dessen alter Wirkungsstätte erstmals in die Startelf berufen und zudem Neo Telle für den kurzfristig verletzten Florian Heister als Rechtsverteidiger aufgeboten hatte, wirkten die Kölner fahrig und gehemmt. Koschinats Essener boten zwar ebenfalls viel fußballerische Magerkost, spielten aber immerhin einmal messerscharf und effizient: Wie Marvin Obuz die Kölner Defensive mit einem tiefen Pass quer durch den Strafraum sezierte und Marek Janssen den Führungstreffer ermöglicht hatte (20.), war vorbildlich. „Bei uns gab es zu viele individuelle Fehler. Wir hatten gerade auf den Außenbahnen wenig Zugriff, obwohl Essen auch nicht auf Top-Niveau gespielt hat. Diese erste Halbzeit ärgert mich unglaublich“, schimpfte Mink.

In Durchgang zwei sollte es zwar etwas besser werden, die Wende blieb aber aus. Schließlich hatte nur Essens Joker Jaka Cuber Potocnik zum 2:0 getroffen (82.). Dabei war Mink mit fünf offensiven Wechseln (Nico Thier, Enzo Wirtz, Cedric Harenbrock, Hamadi Al Ghaddioui und Timo Bornemann) ins Risiko gegangen. Der Fortuna-Sturm wirkte trotzdem eher wie ein laues Lüftchen. Die beste Chance hatte Mause nach einer Flanke von Georg Strauch: Der ehemalige Drittliga-Torschützenkönig des FC Ingolstadt schoss in Bedrängnis über das Tor (50.).

Die weiteren Offensivbemühungen beschrieb Mink als „Manko“: „Diese Verbissenheit, diese Gier, Tore erzielen zu wollen, hat mir auch in der zweiten Halbzeit gefehlt“, sagte er über ein seit Wochen bestehendes Problem. „Was Durchschlagskraft und Effizienz angeht, ist das zu wenig gegen RWE – zumal in so einem Stadion.“

Für Fortuna Köln geht es am Freitag gegen den VfB Stuttgart II weiter

Nach nur einem Sieg aus den vergangenen sechs Punktspielen wird die Luft in der Südstadt dünner. Zum Abschluss der intensiven englischen Woche mit dem Saarbrücken-Spiel (0:0) und bei RWE muss es am Freitag (19 Uhr) gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart besser werden. „Wir sollten jetzt unsere Wunden lecken und schnell regenerieren“, erklärte Mink.

Im Duell mit der zuletzt siegreichen Bundesliga-Reserve (3:2 gegen Hoffenheim II) brauche es körperliche Frische für den ersten Heimsieg der Saison. Die Kölner stehen bei zehn Punkten und sind in der Tabelle abgerutscht. Im Flutlichtspiel am Freitag wird Florian Heister weiterhin fehlen. Dafür könnte Kapitän Robin Afamefuna ins Team zurückkehren.

Am Dienstagabend wurde zudem das Verbandspokal-Achtelfinale ausgelost. An einem noch nicht konkret festgelegten Termin zwischen dem 17. und 19. November tritt die Fortuna bei Regionalligist Bonner SC an und muss einmal mehr Haltung zeigen.

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