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Duell mit TSV HavelseSC Fortuna Köln will seine Chancen besser nutzen

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Fortuna Kölns Angreifer Enzo Wirtz im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf.

Fortuna Kölns Angreifer Enzo Wirtz im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf. 

Der Aufsteiger zeigt sich konkurrenzfähig, doch die Chancenverwertung der Südstädter muss besser werden. Enzo Wirtz vertraut dem Prozess.

In der vergangenen Saison war Enzo Wirtz der treffsicherste Angreifer von Fortuna Köln. In 38 Pflichtspielen in Regionalliga West und Mittelrheinpokal erzielte der 30-Jährige 17 Tore und bereitete zehn weitere vor. Er war damit eine verlässliche Größe in Fortunas Offensive. Nach sechs Spieltagen wartet Wirtz in der neuen Spielklasse dagegen noch auf seine erste Torbeteiligung. Die Fortuna hat bislang fünf Treffer erzielt. „Natürlich könnte meine Torausbeute besser sein, natürlich hätte ich auch gern ein Tor gemacht“, sagt der Stürmer. Beim 1:1 gegen Alemannia Aachen habe er „zwei, drei gute Kopfballchancen“ gehabt, gegen Fortuna Düsseldorf habe der Torhüter eine gute Möglichkeit von ihm pariert. „Grundsätzlich fühle ich mich aber gut und finde, dass ich auf einem guten Weg bin.“

Fortuna Köln muss sich anpassen

Vor dem Saisonstart hatte Wirtz drei Wochen verletzt gefehlt, später kam eine weitere Woche hinzu. Insgesamt verpasste er damit einen großen Teil der Vorbereitung. „Man merkt nach den ersten Spielen, dass die Dritte Liga eine andere Qualität hat“, resümiert er. Die Spiele seien eng, und viele Gegner verfügten über gute Lösungen im Ballbesitz. In der Regionalliga habe Fortuna häufiger die größeren Spielanteile gehabt, „das hat sich in den ersten Spielen ein Stück weit verändert“.

Für einen Aufsteiger mit einem der kleinsten Etats der Liga ist die bisherige Bilanz dennoch positiv. Fortuna steht nach sechs Spielen bei sechs Punkten. Die Mannschaft hat sich in vielen Partien konkurrenzfähig gezeigt und gegen Aachen sowie Düsseldorf jeweils gepunktet. Gegen beide starken Gegner wäre sogar mehr möglich gewesen.

Auch offensiv hat Fortuna bereits gezeigt, dass sie gefährlich sein kann. Beim 2:1 in Verl nutzte die Mannschaft ihre Umschaltmöglichkeiten. Beim 2:2 in Hoffenheim erzielte sie ebenfalls zwei Tore. Die Treffer sind also nicht ausschließlich das Ergebnis von Zufallssituationen. Wenn Fortuna nach Ballgewinnen schnell und präzise spielt, kann sie sich gute Chancen erarbeiten.

Präzision muss besser werden

Noch gelingt es dem Aufsteiger allerdings nicht, diese Gefahr regelmäßig zu entwickeln. Beim 0:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden vergab Fortuna einige gute Möglichkeiten. Nach dem Platzverweis gegen Wehens Ayoub Chaikhoun und mehr als 30 Minuten in Überzahl gelang es ihr zudem nicht, den Gegner dauerhaft unter Druck zu setzen. Die Mannschaft hatte ihre Momente, nutzte sie aber nicht – und fand später nicht mehr die nötige Durchschlagskraft. „Wir haben, bis auf die Anfangsphase, gut gespielt, aber am Ende die Tore nicht gemacht“, resümiert Wirtz.

Eine weitere Grundlage für die bisherigen Auftritte ist die Kompaktheit gegen den Ball. „Uns hat schon letzte Saison ausgezeichnet, dass wir mit der gesamten Mannschaft verteidigen“, sagt Wirtz. Die Stürmer würden nicht einfach vorne stehen und auf ihre Chancen warten, sondern konsequent nach hinten mitarbeiten. Diese Geschlossenheit ist ein wichtiger Faktor für die Konkurrenzfähigkeit des Aufsteigers.

Für die Angreifer bedeutet diese konsequente Arbeit gegen den Ball allerdings auch, dass sie nicht in jeder Phase mit mehreren Spielern in Tornähe auftauchen können. Nach einer Balleroberung sind die Wege bis zum gegnerischen Tor mitunter weit. Umso wichtiger ist es, die Umschaltmomente präzise auszuspielen und die wenigen klaren Möglichkeiten zu nutzen. Fortuna muss ihre Spielweise dafür nicht grundsätzlich verändern. Im letzten Drittel braucht sie vor allem mehr Genauigkeit und Konsequenz.

Wirtz vertraut darauf, dass diese Entwicklung einsetzt. „Ich bin mir sicher, dass das kommen wird. Es ist eine Frage der Zeit“, sagt er. Die Zuversicht des 30-Jährigen ist verständlich. Fortuna hat mehrfach bewiesen, dass sie auch gegen starke Gegner mithalten kann. Nun geht es darum, aus ihren guten Phasen häufiger Ertrag zu ziehen.

Fortuna Köln trifft auf Havelse

Am Freitag treffen die Zollstocker in der Heinz-von-Heiden-Arena auf den TSV Havelse. Mit einem Sieg gegen den Tabellenletzten könnte Fortuna sich vom Tabellenkeller absetzen und nach der Heimniederlage gegen Wehen eine schnelle Reaktion zeigen. Havelse verlor am vergangenen Wochenende beim MSV Duisburg knapp mit 1:2 und zeigte dabei einen beherzten, kämpferischen Auftritt.

Wirtz erwartet trotz des Havelser Tabellenstands einen unangenehmen Gegner. „Ich schätze sie als gefährliche Mannschaft ein. Sie haben schon einige Tore geschossen. Für jeden einzelnen Spieler dort ist das eine Chance, sich erneut auf diesem Niveau zu beweisen. Deshalb werden sie uns mit Sicherheit nichts schenken.“ Zugleich macht er deutlich, wie groß der Wunsch nach einem Erfolg ist: „Wir haben alle richtig Bock, dort zu gewinnen.“