Hochwertige und nachhaltig produzierte Mode sind seit langem die Leidenschaft von Ricarda Philipps. Mit ihrem Ladenlokal in der Südstadt setzt sie auf analoges Shoppen.
Ausgesuchte Mode in KölnBei Ricarda Philipps gibt es alles außer gewöhnlich
Auf dem Hirschgäßchen, vor der Tür von Laden, steht noch eine rot-weiße Absperrvorrichtung. Bis vor wenigen Tagen wurde hier und in den angrenzenden Straßen der Belag erneuert. „Die Stadt ist hier tatsächlich mal schneller als geplant fertig geworden“, freut sich die Ladeninhaberin, deren Schaufensterfront sogar ums Eck geht. Das Gäßchen führt hier direkt zum Platz an der Eiche, einem der hübschesten und authentischsten Plätze in ganz Köln. „Ich bin wirklich froh, hier zu sein“, sagt die Geschäftsfrau, die mit ihrem Laden ihr ganz eigenes Rentenkonzept verwirklicht hat.
Als selbständige Grafik-Designerin hat die Frau, die aus dem Ruhrgebiet stammt, sich 30 Jahre lang nach den Zeitplänen und Deadlines ihrer Kunden gerichtet. Mit Ende 50 wollte sie kürzer treten und gab ihre grafische Tätigkeit auf. „Ab da habe ich meinen Stress reduziert und mich auf meine Leidenschaft für Mode konzentriert.“ Aus der Nebenbeschäftigung wurde schließlich ihr Hauptinteresse. „Ich fand keinen Laden in Köln, der die Dinge anbot, für die ich mich begeisterte“.
Nachhaltige Mode kleiner Labels
Also öffnete sie nach Experimenten mit Pop-up-Shops in Ehrenfeld 2017 ihren eigenen Laden im Hirschgäßchen, in dem sie Kleidung und Schuhe von kleinen Labels verkauft, die nachhaltig und fair produzieren lassen. Darunter etwa Kleider der Marke Estomo aus Hamburg, die sie bei einer ihrer vielen Reisen in die Hansestadt entdeckt hat. „Manche Schnitte fertigen die nur noch für mich an.“ Zum Beispiel das Wickelkleid, das zu ihren Bestsellern gehört und aus einem hochwertigen Microfasertaft gemacht ist. „Das sind Kofferkleider, die knittern nicht und sind auch sonst absolut pflegeleicht.“

Alles außer gewöhnlich ist das Motto von Ricarda Philipps, die seit neun Jahren ein Mode- und Schuhgeschäft führt.
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Hochwertige Kaschmir-Pullis von Lana d’Oro, einer italienischen Marke, oder Alpaka-Schals des Kölner Labels IBUH Accessoires bieten das passende Outfit für den bevorstehenden Herbst. Auch die puristisch gefertigten Schuhe des Kölner Design-Labels Artshock stehen in ihrem Fenster, und natürlich die Schuhe, an die sie ursprünglich ihr Herz verlor: die in Italien mit feinstem Leder hochwertig gearbeiteten Schuhe von Rabotin. „Ich habe Kunden, die gezielt auf ein Paar hinsparen“, weiß Philipps, die mit ihrer ausgewählten Mode gezielt einen Kontrapunkt setzt zur Fast Fashion. Und bei den Schuhen bewusst eine Alternative bietet zum allseits verbreiteten Turnschuh-Trend.
Dass sie vor einem Jahr den Sprung aus dem kleinen Ladenlokal in das benachbarte größere wagte, hat sie nicht bereut. „Viele stecken einfach auch nur kurz den Kopf rein, um mir zu sagen, wie schön sie mein Geschäft finden.“ Philipps hat von donnerstags bis samstags geöffnet. „Ich möchte arbeiten, so lange es mir Spaß macht“, sagt die 66‑Jährige. Zu Hause sitzen und nichts tun, das wäre nichts für sie. Immerhin liegt ihr Geschäft an einem der schönsten Orte Kölns, im Herzen der Südstadt. Und es ist genauso, wie es der Schriftzug über dem Eingang verspricht: Alles außer gewöhnlich.
Am kommenden Wochenende, 19./20. September, wird im Vringsveedel wieder der Längste Desch gefeiert. Am Sonntag haben die Geschäfte rund um die Severinstraße deshalb von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Art+Design-House, Hirschgäßchen 4, 50678 Köln, geöffnet Donnerstag und Freitag, 11 bis 18.30 Uhr, Samstag von 10.30 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. www.artanddesign-house.de
