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Uwe Koschinat„Fortuna Köln hat mir Türen zu namhaften Vereinen geöffnet“

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SF Broekhuysen - Rot-Weiss Essen ** NUR FÜR REDAKTIONELLE ZWECKE ** EDITORIAL USE ONLY **Fußball Niederrheinpokal 2. Runde SF Broekhuysen - Rot-Weiss Essen am 26.09.2026 im Stadion an der Römerstraße in Straelen Uwe Koschinat ( Trainer Rot-Weiss Essen ) Deutschland Nordrhein Westfalen Straelen Copyright: ThorstenxTillmann *** SF Broekhuysen Rot Weiss Essen ** FOR EDITORIAL USE ONLY ** EDITORIAL USE ONLY ** p Lower Rhine Soccer Cup, 2nd Round: SF Broekhuysen vs. Rot Weiss Essen on September 26, 2026, at the Römerstraße Stadium in Straelen. Uwe Koschinat, coach of Rot Weiss Essen, Germany, North Rhine-Westphalia, Straelen. Copyright ThorstenxTillmann Copyright: ThorstenxTillmann doc87rrtujwo1sd6vsacz9 ,EDITORIAL USE ONLY

Uwe Koschinat hat sich mit Rot-Weiss Essen in der Spitzengruppe der 3. Liga etabliert.

Der Trainer von Rot-Weiss Essen spricht vor dem Drittligaduell mit seinem Ex-Klub im Interview über prägende Jahre in der Südtstadt und die sportlichen Perspektiven beider Klubs.

Herr Koschinat, RW Essen hat sich am Wochenende 3:3 von Preußen Münster getrennt. Der SC Fortuna Köln spielte 0:0 gegen Saarbrücken. Am Dienstag kommt es zum Duell mit Ihrem Ex-Verein. Was erwarten Sie sportlich?

Uwe Koschinat: Wir müssen uns darauf einstellen, einen sehr gut organisierten Defensivverbund zu überwinden. Die geringe Zahl an Gegentoren spricht für eine hervorragende Abstimmung und eine hohe Sensibilität, wenn es darum geht, das eigene Tor zu verteidigen. Das wird auch am Dienstag ein Thema sein. Gleichzeitig wäre es falsch, Fortuna Köln als eine Mannschaft zu beschreiben, die ausschließlich destruktiv agiert. Sie verfolgt auch im Ballbesitz eine klare Strategie. Wir werden die Aufgabe sehr ernsthaft vorbereiten.

Sieben Jahre lang haben Sie Fortuna Köln trainiert, den Verein aus der Regionalliga West in die 3. Liga geführt und dort etabliert. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an diese Zeit denken?

Vor allem eine tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich diese Chance bekommen habe. Fortuna Köln war mein erster Verein, bei dem ich als Cheftrainer im Profifußball gearbeitet habe. Das war ein enormer Vertrauensvorschuss. Der Klub hatte früh eine klare Vorstellung davon, sich zunächst als herausragender Regionalligist zu etablieren und anschließend den Aufstieg in die 3. Liga anzustreben. Dass ich die Möglichkeit bekam, diesen Weg mitzugestalten, war etwas Besonderes. Ich glaube, ich konnte dem Verein auch etwas zurückgeben: Verlässlichkeit, Einsatzwillen und großen Enthusiasmus. Ich verbinde mit der Zeit viele positive Erinnerungen. Fortuna Köln war der Startschuss für meine weitere Laufbahn und hat mir Türen zu namhaften Vereinen geöffnet.

Ihr damaliger Vorgänger Matthias Mink hat Fortuna inzwischen zurück in die 3. Liga geführt. Wie bewerten Sie seine Arbeit?

Da kann man nur den Hut ziehen. Matthias hat als Spieler eine außergewöhnlich erfolgreiche Zeit im Verein erlebt und auch als Trainer große Spuren hinterlassen. Der Aufstieg in die 3. Liga ist die Krönung seiner Arbeit. Die Fortuna hat sich in einer starken Regionalliga West souverän durchgesetzt. In diesem Zusammenhang muss man auch Hennes Westendorf und sein Team hervorheben. Hennes ist dem Verein immer treu geblieben und hat auch in schwierigen Phasen fest daran geglaubt, dass Fortuna in den Profifußball zurückkehren kann. Ich denke an die Corona-Zeit, als es eine Herkulesaufgabe war, weiterhin professionellen Fußball anzubieten. Die Konkurrenz in der Regionalliga West ist enorm. Sich dort so souverän durchzusetzen, kann man gar nicht hoch genug bewerten.

Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie den Aufstieg der Fortuna erlebt haben?

Ehrlicherweise nicht mehr in allen Einzelheiten. Es sind einige Jahre vergangen, und meine eigene emotionale Befindlichkeit ist diesmal nicht besonders berührt. Es ist schließlich ein Heimspiel für uns. Jetzt geht es für mich in erster Linie darum, Rot-Weiss Essen bestmöglich vorzubereiten und das Spiel zu gewinnen. Natürlich ist es ein besonderer Moment, wieder gegen Fortuna zu coachen. Aber angesichts der kurzen Zeit in dieser englischen Woche steht die sportliche Vorbereitung klar im Vordergrund.

Am prägendsten waren für mich bei Fortuna Köln die Mannschaften, die ich dort formen durfte. Sie zeichneten sich durch einen außergewöhnlich starken Zusammenhalt und eine enorme Identifikation mit dem Verein aus
Uwe Koschinat, Trainer von Rot-Weiss Essen

Trotzdem hat Sie die Zeit in Köln als Trainer geprägt. Was haben Sie mitgenommen?

Am prägendsten waren für mich die Mannschaften, die ich dort formen durfte. Sie zeichneten sich durch einen außergewöhnlich starken Zusammenhalt und eine enorme Identifikation mit dem Verein aus. Natürlich braucht man als Trainer gute Inhalte und eine klare Spielidee. Ohne die funktioniert es nicht. Aber der entscheidende Faktor sind für mich Mentalität und Zusammenhalt. Die waren in meinen Fortuna-Mannschaften immer besonders ausgeprägt. Das habe ich in mein weiteres Trainerleben mitgenommen.

Lässt sich Ihre heutige Arbeit bei Rot-Weiss Essen mit der damaligen Zeit vergleichen?

Das sind zwei völlig unterschiedliche Voraussetzungen. Essen ist ein Traditionsverein, der bei nahezu jedem Spiel ein volles Stadion hat. Nach den langen Jahren in der Regionalliga ist Rot-Weiss wieder zu einer festen Größe in der 3. Liga geworden. Die Relegation in der vergangenen Saison hat den Menschen sehr viel bedeutet. Man hat gespürt, wie stolz die Anhänger darauf waren, wieder etwas darzustellen und ein Aushängeschild dieser Liga zu sein. Natürlich ist es schade, dass wir den Aufstieg in die 2. Bundesliga nicht geschafft haben. Geblieben ist aber dieser Stolz. Gleichzeitig ist der Druck in Essen deutlich größer. Die Erwartungen werden unmittelbar und mit großer Emotionalität vermittelt – im Positiven wie im Negativen. Wenn die Zusammenarbeit dann von vielen positiven Erlebnissen geprägt ist, gibt einem das als Trainer allerdings auch enorm viel.

Rot-Weiss Essen hat nach dem verpassten Aufstieg einen personellen Umbruch erlebt. Was muss passieren, damit der Verein erneut ein ernsthafter Aufstiegskandidat ist?

Der Verein hat alle Voraussetzungen geschaffen, um die Grundlage für einen Aufstieg zu legen. Das Stadion wird ausgebaut, die Hafenstraße ist schon jetzt ein emotionaler Ort. Wenn die Ecken geschlossen sind, wird sich diese Atmosphäre noch einmal verstärken. Auch wirtschaftlich und strukturell entwickelt sich der Klub hervorragend. Wir haben großen Zuspruch im Sponsoring, sehr gute Arbeitsbedingungen und uns wieder in der Spitzengruppe der 3. Liga festgesetzt.

Ihr Sohn Ole arbeitet inzwischen ebenfalls bei Fortuna Köln. Wie begleiten Sie seinen Weg, als Vater oder Trainerkollege?

In unserer Beziehung gibt es beides: Ich bleibe natürlich sein Vater und damit auch der, der sich Gedanken macht und einen jungen Menschen bestmöglich begleiten möchte. Gleichzeitig muss er die Freiheit haben, eigene Entscheidungen zu treffen und von ihnen überzeugt zu sein. Ole hat sein Studium abgeschlossen und parallel seine Entwicklung als Trainer vorangetrieben. Ich habe relativ früh erkannt, dass er auf diesem Gebiet großes Potenzial hat, und unterstütze ihn mit voller Überzeugung. Ich bin überzeugt, dass er schon auf einem hohen Niveau arbeitet. Er bringt vieles mit, was diesen Beruf ausmacht: eine gute Menschenführung, Einfühlungsvermögen, Begeisterungsfähigkeit, Akribie und ein sehr gutes Verständnis für das Spiel. Dass sein Weg bei Fortuna Köln beginnt, ist für mich eine besonders schöne Geschichte.

Keine schöne Geschichte war die Zeit von Jannik Mause bei RW Essen. Er war nicht so erfolgreich wie erhofft, traf zuletzt aber für Fortuna. Wie erklären Sie sich das?

Jannik hatte bei uns erhebliche körperliche Probleme, er konnte sein volles Leistungsvermögen deshalb nicht abrufen. Wenn er jetzt wieder bei 100 Prozent ist, kann er seine Qualitäten auch auf den Platz bringen, so wie er es in Havelse gezeigt hat. Möglicherweise fehlt ihm aktuell noch etwas der Spielrhythmus.

Am Dienstag kehrt auch Hamdi Dahmani an die Hafenstraße zurück. Sie haben ihn in Ihrer Kölner Zeit lange trainiert.

Hamdi ist einer der Spieler, mit denen ich am längsten zusammenarbeiten durfte. Man konnte regelrecht dabei zusehen, wie er sich von einem zunächst wenig beachteten Regionalligaspieler zu einem Topspieler der 3. Liga entwickelt hat. Er war zudem ein hervorragender Führungsspieler. Dass er zur Fortuna zurückgekehrt ist und nun den Weg als Co-Trainer eingeschlagen hat, freut mich sehr. Es ist ohnehin auffällig, wie viele ehemalige Fortuna-Spieler heute im Trainerbereich tätig sind. Daniel Flottmann arbeitet im Profibereich bei Werder Bremen, André Poggenburg war Torwarttrainer bei Preußen Münster, Thomas Kraus ist ebenfalls als Co-Trainer tätig. Ich glaube, dass diese Spieler in ihrer Zeit bei Fortuna Eigenschaften entwickelt haben, die ihnen in ihren Trainerlaufbahnen zugutekommen.