Nach dem 2:5 zum Auftakt gegen Jahn Regensburg treten die Höhenberger am Sonntagabend beim VfB Stuttgart II an.
Viktoria KölnMarian Wilhelm hofft nach Debakel auf Lerneffekt

Kölns Verteidiger (hier Meiko Sponsel, r.) liefen gegen Regensburg ständig hinter- oder nebenher.
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Arne Schulz war am vergangenen Samstagnachmittag zu bemitleiden. Links und rechts von ihm schlugen die Torschüsse von Jahn Regensburg im Netz ein. Die Präzision der Gäste machte es dem Torhüter von Viktoria Köln quasi unmöglich, sich zu beweisen, eine Niederlage zu verhindern oder sie auch nur im Rahmen zu halten. Sechsmal flogen Bälle gefährlich in Richtung des Höhenberger Tores, fünf waren drin, zumeist scharf und knapp neben dem Pfosten – wie aus dem Lehrbuch. Ein Versuch landete an der Latte. Das 2:5 der Viktoria gegen Regensburg war das Resultat.
Dass im Rechtsrheinischen die Stimmung trotz einer heftigen Schelte von Sportvorstand Franz Wunderlich („Das war bodenlos. Wenn du so gegen den Ball spielst wie wir, dann hast du keine Chance“) in der zurückliegenden Woche vergleichsweise gut war, lag an der leichten Entwarnung, die bei Pascal Fallmann gegeben werden konnte: Kein Totalschaden im Knöchel, „nur“ ein Außenbandriss und einige Wochen Pause.
„Wir müssen gerade defensiv ein ganz anderes Gesicht zeigen“
Doch die Geschehnisse des vergangenen Samstags verlangten nach einer Aufarbeitung. Für die waren Trainer Marian Wilhelm und Sportchef Valentin Schäfer verantwortlich. „Wir haben viel über das Verteidigen gesprochen in dieser Woche“, berichtete der Coach. „Ich hoffe, dass wir unsere Lehren aus dem Spiel ziehen und wir gemerkt haben, dass es so nicht reicht. Wir müssen gerade defensiv ein ganz anderes Gesicht zeigen.“ Schäfer ging ins Detail: „Wir müssen als Mannschaft schneller hinter den Ball in die Kompaktheit kommen, in dem Verhalten waren wir nicht am Maximum. Dazu müssen wir cleverer und früher die Konter des Gegners unterbinden“, forderte der 31-Jährige. Insgesamt müsse es darum gehen, die defensive Stabilität zurückzugewinnen, „wir müssen eine Balance finden“, so Schäfer.
Die Chance zur Wiedergutmachung bietet sich der Viktoria am Sonntagabend (19.30 Uhr) im Stadion der SG Sonnenhof-Großaspach im Duell mit dem VfB Stuttgart II. „Eine Mannschaft, die sich über Fußball definiert. Sehr aggressiv im Pressing, viel Dynamik – ein ganz anderes Spiel als am vergangenen Samstag. Es wird viele neue Herausforderungen geben“, prophezeite Trainer Wilhelm. Wobei Details schwer vorherzusehen sind. „Du weißt bei Zweitvertretungen nie genau, welche Spieler auf dich warten.“ Die Stuttgarter Profis absolvieren ihren letzten Härtetest am Samstag beim englischen Erstligisten FC Fulham (17 Uhr). Gut möglich, dass Spieler, die nicht zum Einsatz kommen, etwas Wettkampfhärte gegen die Viktoria sammeln dürfen.
Arne Schulz will die Spielidee nicht über den Haufen werfen
Kölns Torhüter Schulz plädierte trotz seines schlimmen Nachmittags gegen Regensburg dafür, die Spielidee der Mannschaft nicht schon nach einer krachenden Niederlage über den Haufen zu werfen. „Es fühlt sich immer so an, als wäre eine Vorbereitung genau auf ein Spiel ausgerichtet, als würdest du sechs Wochen für die eine Partie arbeiten. Aber es ist natürlich eine Vorbereitung auf eine ganze Saison“, sagte der 23-Jährige, der in seine erste vollständige Spielzeit als Viktorias Nummer eins gestartet ist. „Wir haben eine Basis geschaffen und einen Weg eingeschlagen. Von dem lassen wir uns nicht abbringen, nur weil das erste Spiel nicht in unsere Richtung gelaufen ist.“ Es sei „viel Gutes“ dabei gewesen, auch wenn das Ergebnis den Auftakt trüben würde.
Gegen Stuttgart muss die Viktoria erneut auf Kapitän Christoph Greger (Reha nach Sprunggelenks-OP) verzichten, Fallmann wird mit seinem Bänderriss wohl erst im September wieder zur Verfügung stehen. Laut Wilhelm besteht immerhin eine Resthoffnung, dass Flügelspieler Yannick Tonye nach überwundenen muskulären Problemen eine Option ist. Gleiches gilt für Angreifer Jakob Sachse.

