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Vor Topspiel bei RW OberhausenFortuna Köln ärgert sich erneut über  Trainingsbedingungen am Südstadion

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Fußball Herren Regionalliga West Saison 2025/2026 19. Spieltag: VfL Bochum U21, U 21 - Fortuna Köln am 25.01.2026 im Vonovia Ruhrstadion in Bochum Matthias Mink  Trainer Fortuna Köln  Nordrhein-Westfalen Deutschland *** Soccer Mens Regionalliga West Season 2025 2026 19 Matchday VfL Bochum U21 Fortuna Köln on 25 01 2026 at the Vonovia Ruhrstadion in Bochum Matthias Mink Coach Fortuna Köln North Rhine-Westphalia Germany

Fortuna Kölns Trainer Matthias Mink nachdenklich an der Seitenlinie in Bochum.

Vor dem Traditionsduell gegen Rot-Weiß Oberhausen ist bei dem Südstadt-Klub der Frust über die Trainingsbedingungen groß. 

Es war eine weitere erfreuliche Nachricht für alle, die es mit dem Fußball-Regionalligisten SC Fortuna Köln halten. Am letzten Tag des Transferfensters gab der Tabellenführer der West-Staffel bekannt, Angreifer Dejan Galjen von Jahn Regensburg verpflichtet zu haben. Der 23-Jährige dürfte den Konkurrenzkampf in der Offensive rund um Stürmer Enzo Wirtz und dessen Mitspieler nochmals anheizen.

Trainer Mink lobt den Neuzugang

Vor einem möglichen Debüt am Samstag im Topspiel bei Rot-Weiß Oberhausen wollte Trainer Matthias Mink nicht zu überschwänglich mit seinem neuen Spieler umgehen: „Er hat bislang nur ein paar Einheiten absolviert. Man darf noch nicht zu viel erwarten. Er muss erst in den Rhythmus kommen, wird aber auf Dauer eine echte Bereicherung für den Kader sein“, erklärte der 58-Jährige. „Er ist mit großer Begeisterung dabei – ein kompletter Stürmer mit vielen Qualitäten. Jetzt müssen wir nur schauen, wie wir die bestmöglich aufs Feld bekommen“, ergänzte der Fortuna-Coach.

Im Hinspiel fegte die Fortuna mit 5:1 über Rot‑Weiß Oberhausen hinweg. Doch seitdem hat sich die Welt gedreht. RWO, in der Liga seit September ungeschlagen, hat sich an die Spitze herangepirscht, steht auf Platz drei, sechs Punkte hinter der Fortuna – und mit einem Spiel weniger. Für Mink bleibt es ein Topspiel, aber gewiss keine Wegscheide: „Es gibt keine Sechs-Punkte-Spiele, es gibt immer nur drei. Das ist ein richtig gutes Spiel gegen einen Gegner, der seit Längerem ungeschlagen ist – ein Duell auf Augenhöhe. Es wird eine schöne Geschichte, aber auch eine große Herausforderung. Von einer Vorentscheidung zu sprechen, wie es mancherorts bereits getan wird, halte ich aber für verfrüht. Es sind am Ende nur drei Punkte und die Saison ist noch lang. Wir dürfen den Fokus nicht zu sehr auf den Gegner lenken.“ Dennoch kann die Fortuna im Falle eines Sieges Oberhausen vorerst auf neun Punkte distanzieren und ihre Aufstiegsambitionen untermauern.

Unterstützung erhält die Mannschaft in der aktuellen Phase reichlich. Hunderte Fortuna-Anhänger werden nach Oberhausen reisen, eine Kulisse von mehreren Tausend Zuschauern wird im Stadion Niederrhein erwartet. Doch während das Klubgefüge und die Leistungen sportlich stabil wirken, geraten erneut die Bedingungen im Jean-Löring-Sportpark in den Blick, mit Verweis auf die Vorbereitung gegen Oberhausen und für das darauffolgende Topspiel gegen den FC Gütersloh. Nach der Rückkehr aus dem Türkei-Trainingslager hat sich – wenig überraschend – nichts verbessert. 

„Das Trainingslager hat uns dahingehend sehr geholfen. Die Voraussetzungen dort waren hervorragend und die beiden Testspiele gegen Chemnitz und Leipzig extrem wichtig. Danach konnten wir unter guten Bedingungen in Bochum spielen – und schließlich im Südstadion gegen Mönchengladbach, obwohl der Platz schon grenzwertig war“, erklärt Mink, dessen Wortwahl im Laufe des Gesprächs mit dieser Zeitung deutlich schärfer wird: „Anstatt, dass man hier im Sinne der Weiterentwicklung Verbesserungen angeht, passiert schlicht nichts. Die vergangenen zwei Wochen hatten im Trainingsbetrieb wenig mit Profifußball zu tun. Das war allerdings absehbar. Seitens der Stadt Köln fehlt jede Sensibilität, jedes Gespür –  es gibt null Verständnis bei den zuständigen Mitarbeitern, keinerlei Zusammenarbeit. Deshalb war das Trainingslager umso wichtiger. Ohne diese Zeit wäre es, in Anführungszeichen, eine Katastrophe geworden.“

Frust von Fortuna Köln bleibt

Der Kölner Trainer erklärt weiterhin, wie der Ball seinen Profis im Training verspringt, der Boden teils nachgibt – seine Schilderungen erinnern eher an spätwinterliches Ackerland als an den Arbeitsplatz eines ambitionierten Regionalligisten, der in die Dritte Liga aufsteigen könnte. Schon im vergangenen Jahr prallten die Hinweise des Klubs sowie öffentliche Äußerungen ab, verhallten folgenlos.

Man habe schlicht Glück gehabt, dass bisher keine schweren Verletzungen entstanden seien, sagte Mink – und fügte einschränkend hinzu, dass sich das wahre Ausmaß der Belastung erst in den kommenden Wochen zeigen werde. Bleibt der Kader gesund, darf die Fortuna weiter vom Aufstieg träumen. Vielleicht – so viel Hoffnung ist erlaubt – folgen dann bald erneut erfreuliche Nachrichten für all jene, die es mit den Südstädtern halten.