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Kommentar

Deutsche EM-Erfolge
Die Jahre der Tristesse sind vorbei

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2 min
Karl Bebendorf (Bronze, Deutschland) und Frederik Ruppert (Gold, Deutschland) jubeln nach dem Rennen.

Karl Bebendorf (Bronze, Deutschland) und Frederik Ruppert (Gold, Deutschland) jubeln nach dem Rennen. 

Die Meisterschaften in Birmingham, Paris, Aachen und Frankfurt machen Hoffnung, dass es bei künftigen Großereignissen wieder häufiger deutsche Festtage gibt.

Die letzten Fernseh-Abende versprühten ein bisschen olympisches Flair. In der Leichtathletik sprang die Regie von ARD und ZDF zwischen den Entscheidungen im Alexander Stadium von Birmingham hin und her. Zwischendurch wurde immer wieder ins Pariser Centre Aquatique Olympique geschaltet, wenn die Athletinnen und Athleten durchs Wasser pflügten. Gelegentlich ein Blick nach Aachen zu den Reiterinnen und Reitern und nach Frankfurt zu den Turnerinnen und Turnern. Für Sport-Begeisterte waren es jedenfalls Festtage. Gerade für jene, die es mit dem deutschen Sport halten.

Obwohl es eine Art Tradition ist, im Anschluss an Olympische Spiele einen kritischen Blick auf die in der Regel enttäuschende deutsche Platzierung im Medaillenspiegel zu werfen und dem heimischen Leistungssport allerlei unheilbare Krankheiten zu attestieren, haben die deutschen Athletinnen und Athleten gerade in den olympischen Kernsportarten Schwimmen, Leichtathletik und Turnen im Sommer 2026 begeistert wie seit vielen Jahren nicht mehr. Natürlich bieten EM-Finals nicht die Leistungsdichte wie ihre olympischen Pendants. Doch allein Johannes Liebmann, der 19 Jahre alte Fabel-Weltrekordler über die 1500 Meter, ist ein Versprechen für die Zukunft des deutschen Schwimmens – über Europas Grenzen hinaus.

Auch bei der Leichtathletik-EM war Deutschland nicht mehr nur auf Maleika Mihambo angewiesen, um Weltklasse-Leistungen bestaunen zu dürfen – die Weitspringerin hatte 2024 in Rom für das einzige DLV-Gold gesorgt. Zwei Jahre später sind auch die Zehnkämpfer, Speerwerfer, Hindernisläuferinnen und Sprinter auf sehr hohem Niveau unterwegs. Nach Jahren der Tristesse – bei der WM 2023 hatte das deutsche Team keine einzige Medaille gewonnen – geht die Entwicklung auch in der heimischen Leichtathletik in die richtige Richtung.

Die Trainingsstützpunkte wurden gestärkt, der Austausch mit den US-Hightech-Zentren ist gut – dennoch ist nicht jedes Talent nach Amerika „geflüchtet“. Die Meisterschaften in Birmingham, Paris, Aachen und Frankfurt machen Hoffnung, dass es bei künftigen Großereignissen wieder häufiger deutsche Festtage gibt.