Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

HandballBayer Leverkusen hatte viel Zeit zum Nachdenken

3 min
Jessy Marlonne Souza (links) und Luise Gruber nehmen Kirchhofs Juliana Wagner in die Zange.

Jessy Marlonne Souza (links) und Luise Gruber nehmen Kirchhofs Juliana Wagner in die Zange.

Vor drei Wochen kamen die Elfen 29:38 in Freiburg unter die Räder. Nun geht es zu Buchholz-Rosengarten.

Drei Wochen lagen zwischen dem ernüchternden 29:38 (18:19) bei der HSG Freiburg und dem nächsten Pflichtspiel der Handballerinnen von Bayer Leverkusen. Zeit genug also, um durchzuatmen, Abläufe einzustudieren und an den Baustellen zu arbeiten, die sich in den ersten vier Saisonspielen gezeigt hatten. Zumindest theoretisch. Denn ganz so reibungslos verlief die Spielpause für die Werkselfen nicht. „Wir hatten jetzt zwei spielfreie Wochen, an denen wir nicht so wirklich komplett trainieren konnten“, berichtet Bayer-Trainerin Franziska Garcia. Krankheiten hätten die Mannschaft immer wieder zurückgeworfen. „Das hat uns in der aktuellen Situation natürlich nicht so gutgetan.“

Und diese Situation ist durchaus angespannt. Mit 1:7 Punkten ist Bayer schwach in die neue Zweitliga-Saison gestartet. Nach Niederlagen im Rödertal und gegen Kirchhof folgte zwar beim 35:35 in Todesfelde der erste Zähler und eine klare Leistungssteigerung, doch der Auftritt in Freiburg machte die Hoffnungen auf den nächsten Entwicklungsschritt und den ersehnten ersten Saisonsieg schnell wieder zunichte. Vor allem das Rückzugsverhalten bezeichnet Garcia rückblickend als „Offenbarung“.

Kein Zweifel an der Qualität des Kaders

Entsprechend viel gab es in der Pause aufzuarbeiten. Dabei möchte sich die Trainerin aber nicht darin verlieren, nur auf Fehler und Ergebnisse zu schauen. „Der Parameter für uns sind wir selbst“, sagt sie. Ihre Mannschaft müsse den Kopf ausschalten, Handball spielen und sich auf die Dinge konzentrieren, die sie gut könne. An der grundsätzlichen Qualität ihres Kaders zweifelt die 42-Jährige auch nach dem schwierigen Start nicht. „Ich bin von der Qualität der Mannschaft nach wie vor überzeugt.“ Entscheidend sei vielmehr, dieses Potenzial endlich auch gemeinsam unter Wettkampfbedingungen auf die Platte zu bringen. Genau daran habe es bislang zu häufig gemangelt.

Verbesserungsbedarf sieht Garcia weiterhin vor allem in der Defensive und im Rückzugsverhalten, und damit ausgerechnet in Bereichen, die beim kommenden Gegner besonders gefragt sein dürften (Sonntag, 16 Uhr). Buchholz-Rosengarten beschreibt sie als „sehr schnelle, sehr dynamische Mannschaft“, die zudem mit viel körperlicher Präsenz arbeitet. Die Handball-Luchse haben zwar nur einen Zähler mehr auf dem Konto, dürften vor eigenem Publikum in der Nordheidehalle aber ihren zweiten Saisonsieg einfahren wollen und Bayer damit in der Tabelle weiter distanzieren. Bayer wiederum winkt bei einem Auswärtserfolg der Sprung ins untere Tabellenmittelfeld. Garcia weiß deshalb, „wie schwer die Aufgabe ist und welche Intensität uns erwartet“. Nach dem bislang holprigen Saisonverlauf soll es für die Werkselfen aber nicht darum gehen, sich vom Gegner treiben zu lassen. Garcia fordert einen selbstbewussten Auftritt und vor allem, dass ihre Mannschaft von Beginn an dagegenhält. „Wir müssen es schaffen, uns nicht den Schneid abkaufen zu lassen.“

Florine Emgen steht nicht zur Verfügung

Personell kann sie dabei fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Florine Emgen wird fehlen. Sie steht aufgrund ihrer Ausbildung zur Rettungssanitäterin nicht zur Verfügung und wäre zudem krankheitsbedingt ausgefallen. Ansonsten sind alle Spielerinnen in der Nordheide mit an Bord. Damit gibt es nach der unfreiwillig etwas holprigen Vorbereitung auf den Restart zumindest personell keine Ausreden. In der vergangenen Spielzeit konnte jeweils das Heimteam den direkten Vergleich gewinnen. In der Hinrunde behielt Leverkusen mit 32:29 (15:12) die Oberhand, in der Rückrunde gingen die Luchse mit 35:33 (17:16) als Sieger vom Feld. Am Sonntag, 16 Uhr, muss Bayer Leverkusen auswärts ran. Entscheidend wird aber wohl eher, ob es diesmal gelingt, die in Phasen schon gezeigte Qualität auch über 60 Minuten an den Tag zu legen. Dann kann der erste Saisonsieg gelingen.