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Verteidiger Tim KlossViktoria Kölns Beinahe-Rekordtransfer

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3.Liga: Rot-Weiss Essen - FC Viktoria Köln 05.09.2026 Semir Telalovic Rot-Weiss Essen, 17, Tim Kloss FC Viktoria Köln, 18 3.Liga: Rot-Weiss Essen - FC Viktoria Köln Stadion an der Hafenstraße, Essen 05.09.2026 DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi video. *** 3rd Division: Rot-Weiss Essen vs. FC Viktoria Köln, September 5, 2026 Semir Telalovic Rot-Weiss Essen, 17, Tim Kloss, FC Viktoria Köln, 18 3rd Division Rot-Weiss Essen vs. FC Viktoria Köln, Stadion an der Hafenstraße, Essen, September 5, 2026 DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/Buriakovx

Tim Kloss bei einer seiner Spezialitäten, dem Kopfball

Der 22-Jährige hätte den Höhenbergern im Sommer viel Geld einbringen können, doch kam kein Wechsel zustande.

Viel hätte nicht gefehlt, und Tim Kloss wäre im Sommer zum Rekordverkauf von Viktoria Köln geworden. Mit einer starken ersten Saison in Höhenberg hatte der 22 Jahre alte Defensiv-Allrounder höherklassige Klubs auf sich aufmerksam gemacht. Ein Transfer des gebürtigen Münchners hätte der Viktoria nach Informationen dieser Zeitung deutlich mehr Geld in die Kassen gespült als die 500.000 Euro, die der Klub 2025 vom RSC Anderlecht für Zoumana Keita erhalten hatte.

Bei einem Zweitligisten gab es nach ersten Gesprächen allerdings Veränderungen auf der Entscheiderebene, weshalb die Verpflichtung von Kloss nicht weiterverfolgt wurde. Auch der SC Paderborn hatte Interesse an dem 1,90 Meter großen Verteidiger, doch waren die Personalprioritäten beim Erstliga-Aufsteiger am Ende andere. So blieb Kloss der Viktoria mit seiner Kopfballwucht und seinen fußballerischen Fähigkeiten erhalten – allerdings hätte sich der Klub auch gegen eine hohe sechsstellige Summe nicht gewehrt.

Tim Kloss bleibt Viktoria Köln erhalten

„Er ist ein toller Spieler und ein fantastischer Mensch“, sagt Franz Wunderlich, Sportvorstand der Viktoria. „Und es ist jetzt auch nicht so, dass wir ihn wie Sauerbier angeboten hätten. Natürlich freuen sich gerade Klubs wie wir über Einnahmen. Trotzdem sind wir dankbar, dass wir Klossi weiter bei uns haben.“ Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2027 – dann ist Kloss ablösefrei.

Der frühere Jugendspieler des FC Bayern und von 1860 München betont im Gespräch mit dieser Zeitung: „Ich bin froh, noch ein Jahr hier spielen zu dürfen. Mir war klar, dass ein weiteres Jahr in Köln meiner Entwicklung guttun würde. Mit dieser Mannschaft kann man viele Schritte gehen. Zu allen langfristigen Dingen mache ich mir keine großen Gedanken.“

Laut Wunderlich habe es im Verlauf der vergangenen Wochen eine Phase gegeben, in der Kloss wegen des geplatzten Wechsels geknickt gewesen sei. „Du bist mit einem Bein in der Zweiten Liga und dann funktioniert es doch nicht. Das schleppt man mal ein paar Tage mit sich herum. Aber er hat es längst wieder im Griff – und letztlich gehört es auch zur Entwicklung eines Spielers.“

Furioser Start in der ersten Saison in Höhenberg

In Höhenberg hatte Kloss im Sommer 2025 einen beeindruckenden Start hingelegt. Nach zwei Jahren als Kurzarbeiter bei den Löwen-Profis (18 Joker-Einsätze, viermal in der Startelf) avancierte er unter Trainer Marian Wilhelm ohne viel Anlauf zur Stammkraft – mal in der Abwehrreihe, mal im defensiven Mittelfeld. Schnell zeigte Kloss, dass er zu den besten Kopfballspielern der Dritten Liga gehört. In den ersten sechs Spielen gelangen ihm drei Tore, am Saisonende waren es sechs.

In seiner zweiten Saison hat Coach Wilhelm einen festen Platz für Kloss gefunden: links in der Dreierkette. „Es gefällt mir gut. Gerade defensiv kann ich mich sehr gut weiterentwickeln, in der Abräumerrolle. Gleichzeitig bin ich noch ein wichtiger Bestandteil des Spielaufbaus“, sagt Kloss.

Allerdings fehlt nach fünf Pflichtspielen noch das Tor. Daran möchte der 22-Jährige am liebsten am Freitagabend im Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock (19 Uhr, Sportpark Höhenberg) etwas ändern. „Ich will Torgefahr ausstrahlen. Wenn unsere Abläufe greifen, wird da auch wieder ein Tor zustande kommen. Noch hat nicht alles so gegriffen, wie es greifen soll. Wir haben mit Leo (Münst, d. Red.) unseren Standardschützen verloren. Aber Tay (Duman, d. Red.) findet sich in der Rolle immer besser zurecht“, berichtet Kloss.

Tim Kloss sieht die Viktoria weiter als im letzten Jahr

Trotz des fehlenden Treffers ist der Verteidiger mit dem Saisonstart zufrieden. In der Liga gab es zwei Siege und zwei Niederlagen für die Viktoria, im DFB-Pokal folgte das bittere Aus im Elfmeterschießen gegen Nürnberg. „Der Auftakt war ein Rückschlag (2:5 gegen Regensburg, d. Red.), aber wir haben uns sehr gut gefangen und gute Leistungen gezeigt. Gegen Regensburg waren die vielen Gegentore ein kollektives Thema. Wir müssen immer als Kollektiv hinter den Ball kommen. Aber wir haben bewiesen, dass wir schnell aus den Fehlern lernen können. Das ist für mich das Wichtigste. Die ersten Spiele waren ordentlich, auch wenn gemessen an den Leistungen mehr Punkte möglich gewesen wären.“

Im Vergleich zur Vorsaison sieht Kloss die Mannschaft einen Schritt weiter. „Gerade im Spielaufbau, im Kombinationsspiel und beim Finden von freien Spielern – da sind wir in den Abläufen deutlich besser drin. Die neuen Jungs haben das schnell adaptiert“, lobt er.

Hansa Rostock bringt beeindruckende Standard-Stärke mit

Beim jüngsten 0:1 in Essen hatte das Finden von freien Spielern allerdings nicht gut geklappt – nicht zuletzt wegen des starken Auftritts von RWE. „Gegen Essen haben wir gerade in der ersten Halbzeit nicht immer unsere Wunschlösung im Aufbau getroffen. In der zweiten Hälfte hat das schon besser geklappt, da haben wir viele Situationen kreiert. Wir müssen dann darüber sprechen, warum wir die nicht sauber ausgespielt haben. Aber da mache ich mir keine Sorgen, das haben wir aufgearbeitet“, sagt Kloss.

Gegen Rostock wird es – neben einer wieder zielführenderen Angriffsweise – auch auf die Kopfballstärke und Zweikampfhärte von Kloss und seinen Nebenmännern ankommen. Der noch unbesiegte FC Hansa erzielte neun seiner elf Tore nach ruhenden Bällen. „Sie bringen eine unfassbare körperliche Wucht mit, nicht nur bei den Standards. Da dürfen wir keine Scheu haben und müssen dagegenhalten. Bei den Standards geht es vor allem darum, wach zu sein“, warnt Kloss.

Wenn die Viktoria ihr eigenes Spiel durchbringe, sei jeder Drittliga-Konkurrent zu knacken. Auch Wunderlich ist zuversichtlich: „Wir werden am Freitag Lösungen finden.“ Insgesamt sei mit dem Ansatz und der neuen Kaderbreite der Viktoria „sehr viel möglich“, sagt Kloss. Der beinahe zum Rekordverkauf gewordene Verteidiger hält sich mit einer Prognose jedoch zurück: „Wir wollen erst einmal unsere Pflicht tun und dann vielleicht im letzten Saisondrittel schauen, was noch möglich ist.“