Said El Mala wurde nicht nominiert, dafür aber zwei andere frühere Profis von Viktoria Köln.
Zwei Fußball-ExotenViktoria Köln ist stolz auf WM-Fahrer mit Höhenberger Vergangenheit

Szene aus einem Testspiel gegen Spanien: Youssef Amyn, einst Talent in Viktorias Nachwuchs, am Ball
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Lange hatte der FC Viktoria Köln auf drei „eigene“ WM-Fahrer gehofft. Keine Spieler, die als aktuelle Höhenberger Profis beim größten Fußball-Event der Welt antreten, aber immerhin eine wichtige Phase ihrer Karriere beim rechtsrheinischen Drittligisten verbracht haben. Allerdings fand Julian Nagelsmann Gründe, warum der zweitbeste deutsche Torschütze der Bundesliga und vermutlich gefährlichste Tempodribbler des Landes nicht in seinen WM-Kader passt. Said El Mala, der Star des 1. FC Köln, muss das Turnier vor dem heimischen Fernseher verfolgen. Zwei andere frühere Viktoria-Profis hatten mehr Glück: Youssef Amyn steht im irakischen Aufgebot, Sidny Cabral im Kader von Kap Verde.
Youssef Amyn war mit dem Irak schon bei Olympia
„Youssef war damals das erste unserer Talente, das den Sprung in den Profifußball geschafft hat“, erinnert sich Franz Wunderlich, Sportvorstand der Viktoria. 2021 war dem gebürtigen Essener der Schritt aus dem Höhenberger Nachwuchsleistungszentrum zu den Profis gelungen, unter Trainer Olaf Janßen debütierte der Außenstürmer in der Dritten Liga. Seitdem hat sich die Viktoria bundesweit einen Namen als Ausbildungsverein gemacht und brachte insgesamt 17 Talente aus dem eigenen Nachwuchs in den Profifußball. „Ein Spieler mit enormem Potenzial. Er bringt Tempo mit, ein gutes Dribbling. Und Gefahr, wenn er von links nach innen zieht“, sagt Wunderlich über Amyn. „In seiner Spielweise war er etwas ungehalten. Wir hätten uns gewünscht, dass er noch ein oder zwei Jahre länger geblieben wäre.“
Doch nach 41 Pflichtspielen für die Profis (7 Tore) war dem Iraker die Viktoria nicht mehr genug. Für 100.000 Euro Ablöse wechselte der frühere deutsche Nachwuchsnationalspieler zu Feyenoord Rotterdam. Es folgten Stationen bei Eintracht Braunschweig, Al-Wehda FC in Saudi-Arabien und seit Sommer 2025 bei AEK Larnaka auf Zypern. „Bei der einen oder anderen Station hatte er Probleme“, sagt Wunderlich. Doch Amyn sei ein „feiner Junge“, so der Viktoria-Chef. „Und sein Vater hat sich nach Youssefs Nominierung noch einmal bei uns bedankt.“ Für den Spieler war der Verbandswechsel vom DFB ins Heimatland seiner Eltern ein Glücksfall: 2024 nahm der Angreifer mit dem Irak an den Olympischen Spielen teil, nun folgt die WM in Nordamerika und Gruppen-Duellen mit Weltstars wie Kylian Mbappé und den Franzosen, Erling Haaland und Norwegen sowie Sadio Mané und dem Senegal.
Sidny Cabral spielte unter José Mourinho
Der WM-Traum wird auch für Sidny Cabral erfüllen. Noch vor einem Jahr hatte der Flügelflitzer die Viktoria in seinem letzten Spiel für Köln mit einem wunderschönen Freistoß zum Mittelrheinpokal-Triumph über Alemannia Aachen geschossen. „Ein unfassbares Talent mit unglaublichen Fähigkeiten“, schwärmt Wunderlich. „Wenn ihm wirklich mal bewusst wird, was für ein Potenzial er hat, wird er seinen Weg noch weiter gehen.“
Anfang 2024 hatte Viktoria Cabral aus Rot-Weiß Erfurt verpflichtet – für 50.000 Euro. Damit bildete der in Rotterdam geborene Außenspieler eine absolute Ausnahme, nur selten bezahlen die Kölner für Spieler Ablöse. Doch die Investition machte sich bezahlt. Cabral entwickelte sich mit seinen Flankenläufen zu einem Eckpfeiler der Offensive. „Ich habe selten einen Spieler gesehen, der so beidfüßig flanken und schießen kann. Dazu sein Tempo und seine Technik“, sagt Wunderlich. Nach 50 Einsätzen (11 Scorerpunkte) lief sein Vertrag im vergangenen Sommer aus.

Bringt viel Tempo auf den Flügel: Sidny Cabral im Trikot von Kap Verde
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Die Unterschrift beim portugiesischem Erstligisten Estrela Amadora sollte Cabrals Karriereweg noch einmal beschleunigen. Schon im Winter ging es für sechs Millionen Euro weiter zum Spitzenklub Benfica. In Lissabon spielte der 23-Jährige unter José Mourinho in der Champions League. Kürzlich schloss sich Cabral für sieben Millionen Euro dem türkischen Europa-League-Teilnehmer Trabzonspor an. Wegen des Wechsels ins Ausland kassiert die Viktoria aufgrund des Solidaritätsmechanismus der Fifa 0,75 Prozent der Ablöse – knapp 50.000 Euro. „Was wir damals bezahlt haben, haben wir also wieder raus“, sagt Wunderlich mit einem Lächeln.
„Ein bisschen Schlaftablette“
„Sidny ist für mich ein Junge, der auf jeden Fall in der Bundesliga spielen kann“, so Viktorias Sportvorstand, auch wenn er vom Typ er „ein bisschen Schlaftablette“ sei. So habe Cabral in der Woche vor dem Pokalfinale 2025 gegen Aachen unentschuldigt eine Trainingseinheit verpasst. „Eigentlich wollten wir ihn suspendieren“, berichtet Wunderlich. Doch Cabral habe sich entschuldigt, sei quasi zu Kreuze gekrochen. Und wurde deshalb begnadigt. Als Dank steuerte er Tor und Vorlage zum Pokalsieg bei.
Bei der WM trifft Cabral mit dem kleinen Inselstaat Kapverden auf Saudi-Arabien, Uruguay und den Mitfavoriten Spanien. „Das eine oder andere Spiel hätte ich mir wohl ohne Sidny oder Youssef nicht angeschaut“, sagt Wunderlich. „So guckt man dann aber doch hin. Es macht uns schon stolz.“
