Jugendzentrum „eins2null“Ein zweites Zuhause in Rondorf

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Die Besucherinnen und Besucher des Rondorfer Jugendzentrums „eins2null'“ Hamada(19), Sedra (20), Janaman (17) und Hadi (22) (von links) stehen vor dem Gebäude mit großen Glasfassaden.

Hamada(19), Sedra (20), Janaman (17) und Hadi (22) (von links) kommen seit Jahren gerne ins Rondorfer Jugendzentrum „eins2null'“

Das Rondorfer Jugendzentrum „eins2null“ berät und betreut vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund.

„Uns besuchen regelmäßig bis zu 30, zwischen sechs und 20 Jahre alte, Mädchen und Jungen. Die meisten von ihnen wohnen in Meschenich oder in der Rondorfer Flüchtlingssiedlung am Merlinweg“, sagt Felicitas Kuhl. Die 33-jährige Sozialpädagogin leitet das Rondorfer Jugendzentrum „eins2null“ unter der Trägerschaft des „Haus der Familie e.V.“.

Gegründet wurde der Verein in den 90er-Jahren mit dem Ziel, einen Ort der Begegnung, Bildung und Beratung für alle Bürgerinnen und Bürger aus Rondorf, Immendorf und Höningen zu schaffen. Heute ist er zudem der einzige freie Träger für Kinder- und Jugendarbeit in Rondorf mit Schwerpunkt Betreuung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Jede Menge Selbstvertrauen auf der Bühne gewonnen

Das Angebot ist groß. Neben Hausaufgabenbetreuung, Unterstützung bei Prüfungen und der Suche nach Lehrstellen, wird gebastelt, gekocht, musiziert und Sport getrieben. „Ich habe zwei Jahre lang die Musical-AG besucht, Schauspiel und Gesangsunterricht genommen und am Ende standen wir vor einem großen Publikum auf der Bühne. Es war eine tolle Aktion, ich habe eine ganze Menge Selbstvertrauen gewonnen“, sagt Sedra. Die 20-Jährige kam vor sieben Jahren aus dem Irak nach Rondorf und verbringt seitdem regelmäßig ihre Nachmittage im Jugendzentrum.

Ich komme immer wieder gerne, fühle mich wie zu Hause, spiele zum Beispiel Billard und Volleyball. Das ist besser als sinnlos durch die Stadt zu ziehen
Hamada, 19, Besucher des Jugendzentrums „eins2null“ in Rondorf

Auch der 19-jährige Hamada ist Stammgast. „Ich komme immer wieder gerne, fühle mich wie zu Hause, spiele zum Beispiel Billard und Volleyball. Das ist besser als sinnlos durch die Stadt zu ziehen.“ Abiturient Hadi, 22, floh vor sechs Jahren aus dem Irak. „Ich kannte in Rondorf niemanden, doch hier habe ich echte Freunde gefunden. Es ist mein zweites Zuhause.“

Das Jugendzentrum ist wochentags von 15 bis 21 Uhr geöffnet, am Freitagnachmittag gibt es ein reines Mädchenangebot und ab 22 Uhr treffen sich vorwiegend Jungen zwischen 16 und 26 Jahren zum „Mitternachtsfußball.“

Mitternachtsfußball statt Herumlungern in der Stadt

„Das Fußballangebot so spät abends ist perfekt für diese Altersgruppe und allemal besser als auf der Straße herumzulungern. Die Teilnehmer lernen Pünktlichkeit, Regeln und einen fairen Umgang miteinander“, sagt Baybars Duman, der seit 15 Jahren als Betreuer bei „eins2null“ arbeitet und nach eigener Aussage schon so manchen Jugendlichen „von der Straße gepickt hat“.

Der 61-Jährige ist überzeugt, dass Sport der ideale Integrationsmotor ist, es aber im Bereich Fußball in der Region noch zu wenig kostenlose und niederschwellige Angebote gebe.

Spenden für Ferienfreizeit vonnöten

Das Jugendzentrum erhält Fördergelder von der Stadt Köln und vom Land NRW für die laufenden Kosten wie Gebäude-Miete, Gehälter, Honorare oder das kostenlose Essensangebot. Angesichts der steigenden Kosten genügt die Summe aber beispielsweise nicht für die geplante Reise in den Sommerferien. „Auch Kinder und Jugendliche aus finanziell benachteiligten Familien haben das Recht auf Bildungs- und Erholungsurlaub, deshalb ist die gemeinsame Ferienfreizeit für sie enorm wichtig“, sagt Kuhl, die dafür dringend um Unterstützung bittet.

„Wir möchten Wegbegleiter der Heranwachsenden sein und sie dabei unterstützen, eigene Stärken und Fähigkeiten zu entdecken. Wir leben den Gedanken von Partizipation, sprich: wir heißen alle herzlich willkommen“, sagt Kuhl, die vor zehn Jahren während ihres Studiums ein Praktikum im „eins2null“ gemacht hat und sich jetzt als Leiterin gemeinsam mit ihrem Team dafür starkmacht, jungen Menschen ein zweites Zuhause, Anerkennung und Sicherheit zu bieten.

So können Sie helfen

  • Mit unserer aktuellen Jahresaktion „wir helfen: weil jedes Kind wertvoll ist“ bitten wir um Spenden für Projekte und Initiativen in Köln und der Region, die Kindern und Jugendlichen eine gute körperliche und geistige Entwicklung ermöglichen. Damit jeder junge Mensch einen Platz findet, an dem er gesund, sicher und glücklich aufwachsen kann.
  • Der aktuelle Spendenstand beträgt 982.171 Euro (Stand 3. März 2024)
  • Die Spendenkonten lauten: „wir helfen – Der Unterstützungsverein von M. DuMont Schauberg e. V.“
  • Kreissparkasse Köln, IBAN: DE03 3705 0299 0000 1621 55
  • Sparkasse Köln-Bonn, IBAN: DE21 3705 0198 0022 2522 25
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  • Wünschen Sie eine Spendenquittung, notieren Sie bitte +S+ im Verwendungszweck. Wollen Sie nicht in der Spenderliste genannt werden, vermerken Sie bitte ein +A+. Legen Sie auf beides wert, schreiben Sie +AS+. Bitte geben Sie auch Ihre Adresse an, damit eine Spendenquittung ausgestellt werden kann. Danke!
  • Kontakt: „wir helfen e.V.“, Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln, Telefon: 0221-2242789 (Allgemeines, Anträge), 0221-224-2130 (Redaktion) wirhelfen@kstamedien.de 
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