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Autobauer FordChristian Weingärtner wird General Manager für Europa

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Ford hat Christian Weingärtner mit Wirkung zum 1. Februar in die neu geschaffene Position des General Manager, Passenger Vehicles, Ford Europe, berufen.

Ford hat Christian Weingärtner mit Wirkung zum 1. Februar in die neu geschaffene Position des General Manager, Passenger Vehicles, Ford Europe, berufen.

Weingärtner verantwortet demnächst das Pkw-Geschäft für ganz Europa – und zwar aus Köln heraus.

Christian Weingärtner wird zum 1. Februar zum „General Manager“ für das Pkw-Geschäft in ganz Europa. Das teilte Ford am Donnerstag in Köln mit. Nach Angaben eines Sprechers wurde diese Position neu geschaffen. Damit setzt Ford den Umbau der Spitze seines Europageschäftes um. Dem vorausgegangen war eine ungewöhnliche Personalrochade, die vor anderthalb Jahren begann.

Der frühere Ford-Chef Martin Sander hatte den Konzern im Juni 2024 für Branchenkenner sehr überraschend verlassen. Der Automanager ging als Vorstand für Marketing, Vertrieb und Verkauf zu Volkswagen nach Wolfsburg. Das hinterließ bei Ford ein gewisses Vakuum. Nach Jahren eines mehrköpfigen Führungsgremiums erhielt Ford in Europa wieder einen einzigen Chef, Jim Baumbick. Der US-Amerikaner wurde mit Wirkung zum 1. November 2025 „President von Ford Europa“.

Zusammenarbeit mit Renault voranbringen

In seiner neuen Funktion soll Weingärtner die „strategische Ausrichtung und operative Umsetzung des Pkw-Geschäfts von Ford in Europa verantworten, einschließlich der Einführung einer neuen Generation erschwinglicher Fahrzeuge mit verschiedenen elektrifizierten Antriebsarten“, heißt es von Ford. Zudem soll er das Strategieteam sowie ein neu geschaffenes Team für Partnerschaften bei Ford in Europa leiten.

Mit Partnerschaften dürfte ganz maßgeblich die Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Renault gemeint sein. Der US-Autoriese Ford hat mit dem französischen Autobauer eine Zusammenarbeit zur Fertigung von zwei erschwinglichen Elektroautos für europäische Kunden vereinbart. Die beiden von Ford entworfenen und mit Renault entwickelten E-Automodelle der Marke Ford sollen in Douai in Nordfrankreich produziert werden, wie die Unternehmen mitteilten.

Das erste der beiden Fahrzeugmodelle werde voraussichtlich Anfang 2028 in den Verkauf gehen. Die beiden neuen E-Autos markierten den ersten Schritt einer umfassenden neuen Produktoffensive von Ford in Europa. Trotz der Kooperation mit Renault blieben beide Marken klar getrennt, hieß es.

Seit 2022 in leitenden Positionen bei Ford

Wie ein Ford-Sprecher auf Anfrage mitteilte, will Ford die sogenannte Ampere-Plattform von Renault nutzen. Auf dieser werden bereits heute die Kleinwagen Renault 4, Renault 5 und der zukünftige Twingo gebaut. Ob das also eine Renaissance des einst beliebten Ford-Fiesta als E-Auto bedeutet, bleibt fraglich: Über Jahrzehnte lief der erfolgreiche Kleinwagen in Köln vom Band, 2023 war Schluss.

Christian Weingärtner ist seit Januar 2025 „Vice President Europe Business Transformation“, leitete also den Umbau bei Ford. Seit dem 1. Januar 2022 bekleidete Weingärtner die Position des Geschäftsführenden Direktors für Ford Deutschland, Österreich und die Schweiz, zusätzlich seit 1. Februar 2022 die Position des Geschäftsführer Marketing und Verkauf der Ford-Werke GmbH. Weingärtner war Managing Director & Partner bei der Boston Consulting Group bevor er 2020 bei Ford Europa die Position als Director Strategy, Autonomous Vehicles & Mobility übernahm.

Weingärtner hat Technologie und  Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universität München studiert. Er hat ein Diplom in Technologie und Management sowie einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften. Weingärtner wurde am 5. April 1982 in Landshut geboren, lebt mit seiner Lebenspartnerin in München und hat eine Tochter.