Trotz JoggingunfallKanzler Scholz zur offiziellen Eröffnung der IAA erwartet

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Bundeskanzler Scholz könnte sich in München auch zur Sicherung der Arbeitsplätze in der Autoindustrie äußern.

Olaf Scholz könnte sich in München auch zur Sicherung der Arbeitsplätze in der Autoindustrie äußern. Seit einem Joggingunfall am Wochenende trägt der Bundeskanzler eine Augenklappe.

Die Autobranche ist gespannt, was Bundeskanzler Scholz zum Industriestrompreis, zur Sicherheit der Arbeitsplätze und zu China sagt.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will heute in München die Auto- und Verkehrsmesse IAA Mobility offiziell eröffnen. Die Autobranche erhofft sich von ihm eine klare Positionierung beim viel diskutierten Industriestrompreis, der sie im weltweiten Wettbewerb entlasten würde. Dabei geht es um mögliche Subventionen für besonders energieintensive Branchen. Auch eine Verlängerung der Kaufprämien für E-Autos in Deutschland würde aus Sicht der Branche helfen, die von der Regierung angepeilten Ziele zu erreichen.

Vize-Kanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sieht die Hersteller selbst in der Verantwortung: Damit Deutschland im globalen Wettbewerb vorne mitspiele, gehe es darum, „dass hier die innovativsten, qualitativ besten und klimafreundlichsten Fahrzeuge gebaut werden“, sagte Habeck den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das erfordert wichtige strategische Entscheidungen und hohe Investitionen in Zukunftstechnologien von Batteriezellfertigung bis zur Softwareentwicklung. Hier sind die Unternehmen gefragt.“ Die Bundesregierung unterstütze die Automobilindustrie dabei mit über sechs Milliarden Euro in den Jahren 2023 bis 2026.

Hunderttausende Besucher in Münchner Innenstadt erwartet

Bundeskanzler Scholz könnte sich in München mit Blick auf die wachsende Sorge vor einer Deindustrialisierung auch zur Sicherung der Arbeitsplätze äußern. Angesichts der Bedeutung des chinesischen Automarkts für VW, BMW und Mercedes-Benz werden auch seine Aussagen zu China mit Spannung erwartet. Bei einem Rundgang über das Messegelände erhoffen sich Fotografen frische Bilder vom Kanzler, der seit einem Sturz am Wochenende eine schwarze Augenklappe trägt. Trotz des Malheurs hat er den Termin nicht abgesagt. Wegen möglicher Protestaktionen von Klimaschützern während des Kanzlerbesuchs ist die Polizei besonders auf der Hut.

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Schon vorher ist die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger Thema auf einem Forum, bei dem Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz mit der Präsidentin des Verbands der deutschen Automobilindustrie, Hildegard Müller, sprechen. Anschließend bekommen VW-Konzernchef Oliver Blume und die Hollywood-Schauspielerin Natalie Portman die Bühne. Portman hat in den USA für mehr Klimaschutz geworben und will darüber auch auf der Messe sprechen.

Nachdem die Autobauer und Zulieferer dem Fachpublikum ihre Neuheiten schon am Montag auf dem Messegelände präsentiert haben, öffnet die IAA am Dienstag ihre Tore auch für das breite Publikum. Vor allem die kostenlos zugänglichen Ausstellungsflächen in der Münchner Innenstadt, wo die Autobauer ihre Fahrzeuge zeigen und auch Testfahrten anbieten, dürften in den kommenden Tagen wieder Hunderttausende Besucher anziehen. Auch autonom fahrende Kleinbusse im Englischen Garten und neue Fahrräder, E- und Cargobikes stehen zum Test auf der IAA Mobility bereit.

Daneben ist auch wieder mit vielen Protestaktionen von Klimaaktivisten zu rechnen. Bereits am Montag kam es in München zu Straßenblockaden. (dpa)