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Bonner Konzern5G-Ausbau bei der Telekom läuft schneller als geplant

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Die Deutsche Telekom baut ihr 5G-Netz schneller aus als geplant.

Köln/Bonn – Die Deutsche Telekom kommt beim Ausbau des Mobilfunks der fünften Generation deutlich schneller voran als bislang geplant. Derzeit könnten bereits 55 Millionen Menschen und damit fast zwei Drittel der Bevölkerung die 5G-Technologie im Netz des Bonner Konzerns nutzen, sagte Telekom-Chef Tim Höttges bei einer virtuellen Veranstaltung am Dienstag. Bis Ende 2021 sollen es 80 Prozent, bis 2025 dann 99 Prozent sein.

„Wir werden 5G mit einer enormen Geschwindigkeit vorantreiben“, betonte Höttges. Aktuell seien bereits 45 000 eigene 5G-Antennen in Betrieb. Der neue Telekom-Deutschland-Chef Srini Gopalan sprach vom „schnellsten Ausbau in der Geschichte des Mobilfunks“. Im November hatte bereits Konkurrent Vodafone seine 5G-Ziele erhöht und angekündigt, bis Jahresende 15 Millionen Menschen mit dem neuen Mobilfunkstandard versorgen zu wollen. Geplant waren ursprünglich zehn Millionen. 5G zeichnet sich durch seine hohen Datenraten, sehr geringe Latenzzeiten und die große Anzahl der Geräte aus, die gleichzeitig auf enger Fläche an das Netz angeschlossen werden können.

Fortschritte auch bei der Glasfaser

Auch beim Ausbau der Glasfaser macht die Deutsche Telekom nach eigenen Angaben „große Schritte“ nach vorn. 2020 verdoppelte sie die Zahl der FTTH-Anschlüsse – die Abkürzung steht für „Fiber to the Home“, also einen Glasfaseranschluss direkt ins Haus – auf rund 600 000. Ab 2021 sollen es im Schnitt zwei Millionen pro Jahr sein. Bis 2030 sollen alle deutschen Haushalte versorgt sein – hier sieht der Bonner Konzern aber auch die Konkurrenz gefragt.

Regionale Unterschiede bei schnellem Internet

In NRW haben 62 Prozent der Haushalte Zugang zu schnellem Internet. Wie aus dem Breitbandbericht der Bundesregierung hervorgeht, schneidet das Bundesland damit etwas besser ab als der Bundesschnitt (55,9 Prozent). Als Grenzwert gilt eine Datengeschwindigkeit von mehr als einem Gigabit pro Sekunde.

In den Zahlen der Bundesregierung zeigen sich deutliche regionale Unterschiede: Während in den Städten 74,6 Prozent der Haushalte ans Gigabit-Netz angeschlossen sind, sind es in ländlichen Gegenden nur 16,7 Prozent. Das Bundesland mit der besten Abdeckung ist Hamburg (95,8 Prozent). (red)

Im internationalen Vergleich steht Deutschland beim Glasfaserausbau bislang auffällig schlecht dar. Nach Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die das Statistikportal Statista aufgearbeitet hat, landete Deutschland im Vergleich aller OECD-Länder im Dezember 2019 mit einem Glasfaseranteil von lediglich 4,1 Prozent an allen stationären Breitbandanschlüssen auf dem fünftletzten Platz. Sieger Südkorea kam auf rund 83 Prozent.

Lange Genehmigungsverfahren

Srini Gopalan sieht dafür zwei Gründe: Zum einen sei das Ausrollen der Glasfaser in Deutschland durch lange Genehmigungsverfahren und die Beschränkung des Einsatzes moderner Verlegeverfahren deutlich teurer als anderswo. Zum anderen sei der Ausbau lange Zeit falsch angegangen worden: Im Bereich Glasfaser seien lokale Partnerschaften notwendig, um auf die individuellen Begebenheiten vor Ort reagieren zu können. Das habe man erkannt. In Münster arbeitet der Konzern beispielsweise mit den Stadtwerken zusammen, um bis 2030 160 000 Haushalte an FTTH anzuschließen.

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Konzernchef Höttges wies derweil Kritik zurück, man habe zu lange lediglich Verteilerkästen am Straßenrand an die Glasfaser angeschlossen und Haushalte außen vor gelassen. Die wurden auf den letzten Metern mit langsamerer VDSL-Technik versorgt. Der Schritt sei damals richtig gewesen, sagte Höttges. „Jetzt kommen die nächsten Schritte: Glasfaser bis ins Haus und 5G.“