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Kommentar zum Stellenabbau Fords Kahlschlag deutet auf harte Zukunft für Kölner Traditionswerk

Blick auf das Werksgelände von Ford, im Hintergrund der Kölner Dom.

Blick auf das Werksgelände von Ford, im Hintergrund der Kölner Dom: Der Autobauer gehört zu der Stadt, doch es droht ein massiver Stellenabbau.

Das Kölner Werk erlebte zuletzt viele gute Nachrichten, wie den E-Auto-Auftrag. Der jetzt drohende Stellenabbau ist zutiefst bitter.

Die Nachricht vom massiven Stellenabbau ist zutiefst bitter für die Ford-Belegschaft. Bis zu 3200 Menschen könnten allein in Köln betroffen sein. Dabei war die Stimmung am traditionsreichen Standort gerade denkbar gut. Die erste harte Sparrunde war 2020 vorbei - 3800 Job fielen ihr allein am Rhein zum Opfer.

Dann kamen nur noch gute Nachrichten. Köln bekam den Zuschlag für das erste E-Auto von Ford in Europa, dann auch noch für das zweite. Die Zwei-Milliarden-Investition sorgt für eine gute Auslastung des Werkes und damit Jobsicherheit, dachte man.

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Sicherlich war allen klar, dass man für den Bau eines E-Autos weniger Komponenten und damit an einigen Stellen auch weniger Entwicklungsarbeit braucht. Das nun genannte Ausmaß überrascht dennoch. Denn es trifft die Zukunft von Ford in Europa im Kern.

Wenn hier keine Modelle mehr für den Kontinent mit seinen speziellen Kundenwünschen entwickelt werden, die sich von denen der US-Amerikaner unterscheiden, dann besteht die Gefahr, dass das Unternehmen in den USA zentralisiert an genau diesen Wünschen vorbei entwickelt.

Ford setzt auf „ikonisch“ amerikanische Modelle wie den Mustang oder den Geländewagen Bronco. Gerade ersterer ist aber in Deutschland als Importwagen mit E-Antrieb bislang nicht gerade wie eine Bombe eingeschlagen, hat man den Eindruck.

Des Weiteren dominieren künftig Crossover, eine Mischung aus Pkw und Geländewagen, das Sortiment. Kleinwagen wie den Fiesta oder einst den Ka will Ford nicht mehr bauen, denn sie bringen zu wenig Marge. Auch Vans und Kompaktwagen werden gestrichen.

Ob sich Ford mit diesem deutlich eingeschränkten Produktangebot ohne langfristig eigenes Produktprofil gegen die Konkurrenz mit Vollsortiment in Europa durchsetzen kann, bleibt fraglich.