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Gefahr Einweg-E-ZigarettenImmer wieder Brände – Auch Kölner AWB warnen vor Akkus

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Eine Frau raucht eine elektronische Zigarette (Vape): Immer wieder entstehen Brände durch falsch entsorgte Akkus.

Eine Frau raucht eine elektronische Zigarette (Vape): Immer wieder entstehen Brände durch falsch entsorgte Akkus.

Großbrände in Krefeld oder Swisttal, Feuer auf einem Recyclinghof in Köln: Falsch entsorgte Batterien richten immer wieder Schäden an.

Immer wieder kommt es in Deutschland zu Bränden in Entsorgungsbetrieben. Grund dafür sind sehr häufig falsch entsorgte Batterien und Akkus, die eigentlich weder im Hausmüll noch in der gelben Tonne etwas zu suchen haben. Mehrere Großbrände in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Monaten wurden wohl insbesondere durch Lithium-Ionen-Akkus verursacht. Vorfälle gab es auch in Köln bereits. Entsorgungsbetriebe wie die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) warnen nachdrücklich – und fokussieren sich besonders auf Einweg-E-Zigaretten. Auch die NRW-Politik fordert Konsequenzen.

So brach auf einem Wertstoffhof im Kölner Stadtteil Humboldt-Gremberg im Mai 2025 ein Feuer aus. Ein Müllgemisch aus Papier und Stahl war auf einer Fläche von 150 Quadratmetern in Brand geraten. 65 Feuerwehrleute wurden benötigt, um ein Übergreifen der Flammen auf den Rest des Wertstoffhofs und die angrenzenden Bahngleise zu verhindern. Warn-Apps lösten wegen der starken Rauchentwicklung aus.

Großbrände in Krefeld und Swisttal aufgrund von Akkus

Im Nachhinein ist klar: Ein falsch entsorgter Lithium-Ionen-Akku löste mit hoher Wahrscheinlichkeit das Feuer aus. Er soll sich im Altpapier befunden haben. Die Fläche in Humboldt-Gremberg wird von den AWB als zentraler Umschlagplatz für die rechtsrheinische Sammlung von Altpapier genutzt.

Brände in anderen Orten von NRW sind in ihren Auswirkungen noch stärker gewesen: Zuletzt hatte es einen Großbrand in einer Recyclinganlage in Krefeld gegeben. Mehrere Personen wurden verletzt, die Rauchsäule war bis nach Düsseldorf zu sehen. Auslöser war mutmaßlich ein Akku. In Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis brannte es bei einem Entsorgungsunternehmen mehrfach in den vergangenen Jahren. Im Juni 2025 wurden 600 Tonnen Abfall zerstört, eine Halle stürzte ein und die Feuerwehr war tagelang im Einsatz. Ein Lithium-Ionen-Akku war auch hier die Ursache.

31 Brände in NRW-Entsorgungsanlagen im Jahr 2025

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) erklärt, 2025 habe es allein in NRW 31 größere Brände gegeben, in ganz Deutschland 119. 2026 setze sich der Trend fort, so der BDE. Bei den Zahlen handelt es sich laut Pressesprecher allerdings nicht um amtliche Statistiken, sondern um ein medienbasiertes Monitoring.

Eine dunkle Rauchwolke war bei dem Brand in einem Entsorgungsbetrieb in Swisttal im Juli 2025 kilometerweit zu sehen. (Archivbild)

Eine dunkle Rauchwolke war bei dem Brand in einem Entsorgungsbetrieb in Swisttal im Juli 2025 kilometerweit zu sehen. (Archivbild)

„Der zentrale Risikofaktor sind aus Sicht der Branche falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus beziehungsweise Elektroaltgeräte mit fest verbauten Akkus. In einer Branchenumfrage gaben 78 Prozent der befragten Unternehmen an, dass falsch entsorgte Lithium-Akkus oder Altgeräte mit Akku bereits zu einem Brand geführt haben“, heißt es beim BDE.

Feuer durch Akkus in Fahrzeugen der Kölner AWB – Gefahr durch Vapes

Nicht nur bei den Entsorgungsunternehmen können Brände entstehen, auch in den Müllfahrzeugen kann es zu Feuer kommen. So schreiben die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe auf Nachfrage: „Auch bei der AWB hat es vereinzelt Brandvorfälle in Fahrzeugen gegeben. Bislang sind diese glücklicherweise selten aufgetreten.“ Die Fahrzeughersteller arbeiteten an technischen Lösungen, um dies zu verhindern.

Ein Müllwagen der AWB leert die Restmülltonnen auf der Severinstraße. (Archivbild)

Ein Müllwagen der AWB leert die Restmülltonnen auf der Severinstraße. (Archivbild)

Besonders im Fokus der Entsorger stehen Einweg-E-Zigaretten. Die Vapes sind ein „besonderer Problemfall“, weil sie Kleinst-Akkus enthalten, massenhaft verbreitet sind und nach der Nutzung häufig nicht ordnungsgemäß zurückgegeben werden. Sie landen im Restmüll oder in öffentlichen Abfallbehältern und damit auch in Müllpressen. Sie enthalten Lithium-Ionen-Batterien und gelten rechtlich eigentlich als Elektroaltgeräte. Bei Beschädigung ist das Brandrisiko groß.

Die AWB schreiben, die Einweg-E-Zigaretten seien zudem nicht nachhaltig, da es sich um kurzlebige Wegwerfprodukte mit einer Nutzungsdauer von lediglich wenigen Tagen handele. Das Thema Lithiumbatterien habe  „eine hohe Priorität“. Für den Sommer plane man daher eine Sensibilisierungskampagne, um über eine sachgerechte Entsorgung zu informieren.

Deutsche Umwelthilfe schlägt Alarm wegen Akkus und Batterien

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt vor falsch entsorgten Batterien und Akkus. Immer noch würde viel zu viel im Restmüll oder der gelben Tonne landen. So lag die Sammelquote 2025 bei Alt-Gerätebatterien lediglich bei 56 Prozent. Das heißt, dass mehr als 40 Prozent der Altbatterien falsch entsorgt wurden. Bei Lithium-Ionen-Akkus liegt die Sammelquote bei nur 25 Prozent.  

So würden nicht nur wertvolle Ressourcen verschwendet und Schadstoffe freigesetzt, sondern es komme eben auch zu Bränden. Die DUH fordert neben verstärkter Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher ein EU-weites Pfand auf Lithium-Ionen-Batterien sowie ein nationales Anreizsystem zur Steigerung der Sammelmengen.

NRW-Politiker fordern Verbot von Einweg-E-Zigaretten

Auch die NRW-Politik scheint das Problem erkannt zu haben. Laut WDR fordern jetzt gleich vier Minister ein Verbot von Einweg-Vapes von der Bundesregierung. Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehören demnach Umweltminister Oliver Krischer, Familienministerin Verena Schäffer (beide Bündnis 90/Die Grünen), Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (beide CDU).

Neben der Brand- und Umweltgefahr betonen die Politiker die Gefahren für Jugendliche. Der Nikotingehalt von E-Zigaretten wird oft unterschätzt. Selbst wenn sie nikotinfrei sind, enthalten sie häufig schädliche Nebenprodukte und wirken durch die bunte Aufmachung besonders attraktiv auf Minderjährige.