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Gegen den BundestrendKölner Arbeitsmarkt erreicht im Dezember Vor-Krisen-Niveau

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Logistik Paketbote

Gerade in der Logistik sind derzeit in Köln viele Stellen frei.

Köln – Die Erholung auf dem Kölner Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort. Wie die hiesige Agentur für Arbeit am Dienstag mitteilte, hat die Zahl der Beschäftigten zum Ende des Jahres wieder das Vor-Corona-Niveau von Dezember 2019 erreicht. Die Zahl der Arbeitslosen sank dabei leicht um 1,7 Prozent auf jetzt 51.934 Menschen, die Arbeitslosenquote ging gegenüber dem Vormonat minimal um 0,1 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent zurück. Sie liegt deutlich niedriger als im Vorjahr (9,4 Prozent).

„Die aktuelle Situation zeigt einen positiven Aufwärtstrend“, sagte Johannes Klapper, Vorsitzender Kölner Agentur für Arbeit, laut Mitteilung. „Fast 75 Prozent mehr Stellenmeldungen als im Vorjahr und knapp 2000 neue Stellen im Dezember sind Zeichen für eine weitere Erholung am Arbeitsmarkt.“ Jobs gibt es derzeit vor allem in der Logistik, im Verkauf und der Verwaltung. Gerade Langzeitarbeitslose, die lange Zeit als Verlierer der Pandemie galten, profitieren dabei von der gesteigerten Nachfrage.

Aus- und Weiterbildung wichtig

Klapper betont, dass für sie Aus- und Weiterbildung weiter das wichtigste Instrument seien, um Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Derzeit sind der Kölner Agentur für Arbeit 5058 freie Stellen gemeldet, nur 1188 von ihnen eignen sich für Ungelernte. Rund 4500 Menschen nehmen aktuell an Weiterbildungs- oder anderen Fördermaßnahmen teil. Zum Thema bietet die Agentur außerdem Online-Veranstaltungen.

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Auch der nordrhein-westfälische Arbeitsmarkt hat sich im Dezember weiter von den Folgen der Pandemie erholt: Die Arbeitslosigkeit im bevölkerungsreichsten Bundesland sank auf 651.000 Menschen und damit auf den niedrigsten Stand im Jahr 2021. Die Arbeitslosenquote blieb mit 6,7 Prozent konstant.

Jugendarbeitslosigkeit auf Tiefstand

Besonders positiv verlief die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit, die im Dezember erstmals seit ihrer Erhebung 1982 die Marke von 50.000 Personen unterschritt. Im Vor-Corona-Dezember 2019 waren noch sechs Prozent mehr Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Besonders viele freie Stellen gab es NRW-weit im Dezember trotz Pandemiebeschränkungen im Gastgewerbe und dem verarbeitenden Gewerbe.

Eine Prognose für die Entwicklung des Arbeitsmarkts 2022 bleibt derweil durch die Ausbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus schwierig: „Aktuell bereiten sich die Agenturen für Arbeit auf einen möglichen Anstieg der Anzeigen auf Kurzarbeit vor“, so Torsten Withake, Vorsitzender der Generaldirektion NRW. „Schon im Dezember sind die Anzeigen ausgehend von einem niedrigen Niveau wieder mehr geworden.“ Auch in Köln sowie im Bundesschnitt war die Zahl zuletzt wieder leicht gestiegen.

Bundesweit leichte Steigerung der Zahlen

Bundesweit stieg auch die Zahl der Arbeitslosen leicht um insgesamt 12.000 auf 2,33 Millionen. Die Arbeitslosenquote verharrte weiterhin bei 5,1 Prozent. Die leichten Unterschiede in der Entwicklung zwischen NRW- und deutschlandweiten Zahlen erklärt ein Sprecher der Regionaldirektion NRW mit der anders gearteten Beschäftigungsstruktur: Im sehr urbanen Industrieland NRW gehe die saisonale Arbeitslosigkeit im Dezember entgegen der Entwicklung früherer Jahre seit einiger Zeit stetig zurück.

Das liege unter anderem daran, dass saisonunabhängige Industrie und Dienstleistungen hier eine wichtige Rolle spielen und weiter an Bedeutung gewinnen. Als Beispiel nennt er die Nachfrage nach Pflegekräften – und ein Klimawandels-Phänomen: Aufgrund der milderen Temperaturen lägen Baustellen im Winter nicht mehr still.