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TarifkonfliktMetallerstreiks gehen in die zweite Woche

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Am Zaun eines Betriebes ist ein Transparent der IG Metall aufgehangen "Heute Warnstreik"

Warnstreik der IG Metall

Mit einer Ausweitung der Warnstreiks will die IG Metall NRW den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen.

Im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie wird auch in dieser Woche in NRW sowie bundesweit in zahlreichen Betrieben die Arbeit niedergelegt. Am Montag traten 7.300 Beschäftigte NRW-weit in 66 Betrieben in den Warnstreik. Zur größten Kundgebung kamen heute 2.000 Beschäftigte aus 24 Betrieben in Troisdorf zusammen.

In Köln legen die Beschäftigten von Siemens in Ossendorf nieder ebenso wie die Belegschaft von NKT im Chempark. Zudem gab es weitere Aktionen in Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und im Saarland.

In der vergangenen Woche hatten laut IG Metall deutschlandweit mehr als 200.000 Menschen gestreikt. In Köln waren am Donnerstag die Beschäftigten der Kölner Ford-Werke in den Ausstand getreten.

Arbeitgeber verurteilen Vorgehen

Die NRW-Metallarbeitgeber verurteilten das Vorgehen als unnötige Verschärfung der Tarifrunde. Präsident Arndt G. Kirchhoff erklärte am Montag in Düsseldorf, die mancherorts massiven Warnstreiks der vergangenen Woche seien nicht nachvollziehbar angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage in den Unternehmen und ein enormes Ärgernis. Durch Kostenexplosionen, Konjunkturflaute und Lieferengpässe befänden sich die Betriebe im wichtigsten Industriezweig des Landes in einer akuten Bedrohungslage. „Es wäre gut, wenn die IG Metall jetzt am Verhandlungstisch statt auf der Straße Bewegung zeigt“, betonte er.

Die Gewerkschaft verlangt für die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten dauerhaft acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben bislang eine Einmalzahlung von 3000 Euro und zudem bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten. Die Einmalzahlung soll steuer- und abgabenfrei direkt bei den Beschäftigten ankommen.

Auch am Dienstag sind weitere Ausstände geplant, in Köln etwa beim Motorenbauer Deutz.

Die Forderung der IG Metall ist die höchste in der Branche seit dem Jahr 2008. Die Inflationsrate in Deutschland lag im Oktober bei 10,4 Prozent. Der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann sagte: „Während die Unternehmen höhere Kosten oft in den Preisen weitergeben, sind die Beschäftigten der Hammerinflation ausgeliefert.“ Er forderte einen „Entgelt-Turbo, sonst drohen Wohlstandsverluste“. Die vierte Verhandlungsrunde in NRW ist für den 10. November geplant. In Bayern und Baden-Württemberg wird bereits am heutigen Dienstag zum vierten Mal verhandelt.