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Kommentar zur RüstungsindustrieVom Schmuddelkind zum Hoffnungsträger

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Lynx KF 41 (4) (003)

Den Schützenpanzer Lynx liefert Rheinmetall bald nach Ungarn, in naher Zukunft will der Rüstunskonzern auch batteriebetriebe Militärfahrzeuge oder solche mit Brennstoffzellen anbieten.

Köln – Es ist wohl der drastischste Image-Wandel, den eine Industrie in Deutschland erlebt hat. Über Jahrzehnte galten deutsche Rüstungskonzerne als Schmuddelkinder. Die Folgen zweier Weltkriege und der Wunsch, dass nie wieder von deutschem Boden ein Krieg ausgehen sollte, bestimmten das öffentliche Bewusstsein. Aber auch das oftmals fragwürdige Exportverhalten der Konzerne sorgte für einen schlechten Ruf.

Wahrnehmung verändert

Mit dem Angriff Russlands hat sich die Wahrnehmung grundlegend verändert. Nun gelten die Waffenschmieden als Hoffnungsträger für eine hoffentlich schnell wieder funktionierende Landesverteidigung. Denn der Krieg an der Ostgrenze der EU hat schonungslos offengelegt, in welchem desaströsen Zustand sich die Bundeswehr befindet.

Seit dem Ende des Kalten Krieges hatte sich der Auftrag allerdings auch grundlegend verändert. Die Bundeswehr wurde zu einer kleinen, spezialisierten Eingreiftruppe für Auslandseinsätze. Und schon dabei gab es erhebliche Probleme.

Sorge vor fehlendem Schutz

Mit einem Aggressor, dessen Pläne bislang ebenso unklar sind wie der weitere Verlauf des Krieges, wächst auch in der Bevölkerung die Sorge vor fehlendem Schutz. Vor diesem Hintergrund ist es richtig, die Mittel aufzustocken und die Bundeswehr in die Lage zu versetzen, das Land im schlimmsten Fall zu verteidigen oder die Nato-Bündnispartner zu unterstützen. Und dafür braucht es eben auch Ausrüster – zumal ein großer Teil des Geldes über Steuern, Konsum oder neue Jobs im Land bleibt.

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Mit steigender heimischer sowie Nachfrage der Nato-Partner sollte die Industrie jetzt aber zwingend auf fragwürdige Exporte an Despoten weltweit verzichten. Denn nur so kann der Image-Wandel in der Öffentlichkeit von Dauer sein.