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Im Regionalverkehr Grüne fordern Abschaffung der 1. Klasse in der Bahn

S-Bahn 290822

Eine S-Bahn (Symbolbild) 

Die Grünen in Niedersachsen wollen die 1. Klasse in Zügen des Nah- und Regionalverkehrs abschaffen, wie die Nachrichtenagentur dpa erfuhr. Der Landeschef der Grünen Hanso Janßen sagte, die Einteilung in zwei Klassen passe nicht mehr in die heutige Zeit. So könnten mehr Kapazitäten geschaffen werden. Eine entsprechende Forderung ist auch im Grünen-Wahlprogramm zur Landtagswahl am 9. Oktober enthalten.

Es wirke „anachronistisch, wenn wir oftmals fast leere Waggons der Regionalbahnen durch die Gegend fahren, während gleichzeitig Abteile überfüllt sind.“ Für Pendlerinnen und Pendler wäre die Abschaffung der 1. Klasse eine Erleichterung. Auch in Bussen gebe es schließlich keine 1. Klasse.

Das 9-Euro-Ticket hatte die Kapazitätsprobleme der Deutschen Bahn besonders sichtbar gemacht. Auch am letzten Wochenende mit dem Ticket, das zum September ausläuft, nutzten viele Bahnkunden das günstige Angebot für Ausflüge und Veranstaltungen. Seit Juni hatte sich gezeigt, dass es auf besonders beliebten Strecken besonders an den Wochenenden zu völlig überfüllten Zügen kommt.

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Experten kritisierten den mangelnden Ausbaus des Schienennetzes sowie fehlendes Personal in Deutschland. Die Bahn selber zog am Wochenende eine positive Bilanz des Angebots. „Das Experiment ist ein voller Erfolg gewesen“, erklärte Regionalverkehrschefin Evelyn Palla am Sonntag. Besonders erfreulich sei, dass in den zurückliegenden drei Monaten im Regionalverkehr durchschnittlich etwa zehn Prozent mehr Fahrgäste unterwegs gewesen seien als vor der Coronakrise. Nach Unternehmensangaben verkaufte allein die Deutsche Bahn rund 26 Millionen 9-Euro-Tickets.

Ob eine Abschaffung der 1. Klasse nennenswerte Kapazitäten freisetzen würden, darf bezweifelt werden, da die Platzanzahl im Vergleich zur 2. Klasse ohnehin deutlich geringer ausfällt. Abhilfe würde eine Verlängerung der Züge oder eine Erhöhung der Frequenz bringen – was aber gegenwärtig schwierig in der Umsetzung ist. (dpa, red, afp)