Köln – Dass Empfang nicht gleich Empfang ist, weiß jeder, der schon einmal versucht hat, auf einer ländlichen Bahnstrecke ein längeres Telefonat zu führen. Doch nicht nur auf dem Land, auch in der Großstadt gibt es Unterschiede in der Qualität des Mobilfunknetzes.
Das Fachmagazin Connect hat auch in diesem Jahr zusammen mit dem Dienstleister Umlaut in einer detaillierten Auswertung untersucht, wie es um die deutschen Netze steht. Die Ergebnisse für Köln lassen sich dabei bis auf die eigene Nachbarschaft herunterbrechen – und zeigen, welcher Anbieter wo die Nase vorn hat. Ein Überblick über die Zahlen, die dem Kölner Stadt-Anzeiger exklusiv vorliegen.
Was zeigen die Kölner Ergebnisse?
Betrachtet man das gesamte Kölner Stadtgebiet, geht die Deutsche Telekom als Sieger der Untersuchung hervor. Sie erreicht als einzige der drei Konkurrenten die Note „überragend“ und liegt mit 680 von 700 Punkten klar vorn. Auf Platz zwei landet Telefónica (664 Punkte) und verdrängt damit Vodafone (655 Punkte) auf den dritten Platz.
Die Telekom fällt im Test mit einem besonders guten mobilen Datenverkehr auf. Bei Sprachanrufen hat dagegen Telefónica knapp die Nase vorn, hier sind die Unterschiede zwischen den Anbietern aber eher gering.

Mobilfunk im Vergleich
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Auf Stadtteilebene vergleicht Connect die Versorgung mit 4G und 5G. In der Innenstadt zeigt sich dabei ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Telekom und Vodafone. In Nippes, Teilen von Ehrenfeld und Mülheim liegt derweil die Telekom vorne. Wer in Rodenkirchen und Chorweiler lebt, hat dafür meist bei Vodafone besseres Netz. In Teilen von Porz, Lindenthal und Mülheim schneidet dafür Telefónica besonders stark ab.
Die Werte decken dabei nicht das gesamte Stadtgebiet ab, weil gerade an den Rändern teils die repräsentativen Daten fehlen.
Welcher Trend zeigt sich bundesweit?
Auch bundesweit liegt die Deutsche Telekom vorn – und das schon zum elften Mal in Folge. Sie erreicht in der Gesamtwertung die Note „sehr gut“ und platziert sich weiter deutlich vor Vodafone und Telefónica. Die beiden Konkurrenten gewinnen allerdings ebenfalls Punkte dazu.
Insgesamt hat sich das Netz aller drei Anbieter verbessert – Telekom und Vodafone legten dabei vor allem in den Kategorien „Daten“ und „Crowd“ zu. Im O2-Netz von Telefónica zeigten sich bei den Datentests jedoch Schwächen: Gerade auf dem Land gibt es häufig noch Nachholbedarf. Dafür konnte der Anbieter in der Kategorie „Sprache“ zulegen.
Daten, Crowd, Sprache – was bedeutet das?
In diesen drei Kategorien wurden die Tests durchgeführt. Bei der „Sprache“ wurde zum Beispiel die Zeit des Rufaufbaus und die Sprachqualität erfasst. Bei den „Daten“ standen dagegen beispielsweise der Down- und Upload von Dateien sowie das Abspielen von Videos im Fokus. In der Kategorie „Crowd“ steuerten insgesamt 725.174 Teilnehmer konkrete Einzelwerte zur Mobilfunkqualität bei.
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Die Sprach- und Datenqualität wurde darüber hinaus auch gezielt an verschiedenen Standorten getestet. So schlüsselt die Untersuchung gezielt Daten für Groß- und Kleinstädte, Verbindungsstraßen und Bahnstrecken auf. Auch hier zeigen sich strukturelle Unterschiede.
Wo liegen Schwächen des Mobilfunknetzes?
Vor allem bei den Tests in der Bahn zeigt sich ein deutlicher Ausbaubedarf. Sowohl die Sprach- als auch die Datenverbindung ist hier bei allen drei Anbietern deutlich schlechter als in Städten und auf den Straßen. Die Datenverbindung von Telefónica erreicht in der Bahn gar nur 50 Prozent aller möglichen Punkte. Vodafone und Telekom kommen immerhin auf 70 beziehungsweise 77 Prozent.
Die Tester vermerken aber, dass in diesem Jahr zahlreiche Züge wegen Streckensanierungen Ausweichstrecken fahren mussten – die weniger gut mit Mobilfunk versorgt sind. Letztlich blieben aber „alle drei deutschen Netzbetreiber dazu aufgefordert, ihre Performance in deutschen Zügen weiter zu verbessern“. Nachholbedarf gibt es zudem auch auf den Landstraßen.



