Köln/Bochum – Bei Deutschlands größtem Wohnungskonzern Vonovia laufen die Geschäfte im Pandemiejahr weiterhin gut. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stieg der operative Gewinn in den ersten neun Monaten um 8,9 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Für das Gesamtjahr erwartet es ein Ergebnis im oberen Bereich der bislang prognostizierten 1,275 bis 1,325 Millionen Euro. Grund dafür sind vor allem steigende Mieten in den Großstädten und Auslandszukäufe. Für das kommende Jahr rechnet Vonovia mit einem operativen Ergebnis von 1,415 bis 1,465 Millionen Euro. Auf der Hauptversammlung im Mai 2021 soll den Aktionärinnen und Aktionären eine Dividende von 1,69 Euro je Aktie vorgeschlagen werden, das wären 0,12 Euro mehr als im Vorjahr.
Zum Stichtag 30. September hatte der Bochumer Konzern 414 570 eigene Mietwohnungen im Portfolio, darunter 354 000 in Deutschland. In den ersten neun Monaten wurden 1437 neue Wohnungen fertiggestellt.
Mietpreisbremse zeigt Wirkung
Die Mietpreisbremse zeigt derweil beim Konzern ihre Wirkung. Die marktbedingte Steigerung der Vonovia-Mieten liege mit 0,8 Prozent um ein Drittel unter den Vorjahreswerten, sagte Vorstandschef Rolf Buch am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal. „Die Maßnahmen der Politik zur Senkung der Mietanstiege wirken offensichtlich“, betonte Buch. Bei der Mieterhöhung durch Modernisierungen betrug das Plus allerdings 2,2 Prozent.Nach der zum 1. Juni 2015 eingeführten Mietpreisbremse darf der Vermieter höchstens die ortsübliche Vergleichsmiete plus zehn Prozent verlangen.
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Zuletzt verlängerte die Politik den Betrachtungszeitraum für die ortsübliche Vergleichsmiete und damit auch für die Mietspiegel von 4 auf 6 Jahre. Damit entfalte die Mietpreisbremse besonders bei den Bestandsmieten „jetzt erst ihre volle Wirkung“, sagte Buch. Die monatliche Miete in Deutschland lag bei Vonovia den Angaben zufolge Ende September durchschnittlich bei 6,91 Euro je Quadratmeter.
Konzern stand in Kritik
Der Konzern stand in der Vergangenheit immer wieder stark in der Kritik von Mieterschützern, die über zu hohe Mietsteigerungen oder intransparente Nebenkostenabrechnungen klagten. Zuletzt versuchten die Bochumer, sich einen grüneren und verantwortungsbewussteren Anstrich zu geben. So betonte der Vorstandsvorsitzende Rolf Buch, dass bei Vonovia niemand, „der aufgrund von Corona in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist“, seine Wohnung verlieren werde. Es sei wichtig, Mietern in dieser ungewissen Zeit Sicherheit zu geben.
Außerdem entwickelte der Konzern zuletzt Ziele für CO2 -reduzierteres Wohnen. Dabei sollen energetische Modernisierungen und eine CO2 -neutrale Wärmeerzeugung im Fokus stehen. Bis 2050 will Vonovia einen klimaneutralen Gebäudebestand haben. (mit dpa)




