Mindestens zehn Jahre lang bezieht die Post den Strom aus einem Windpark im nordfriesischen Sollwitt-Pobüll.
Windkraft aus NordfrieslandDHL kauft erstmals Onshore-Strom, um klimaneutral zu werden

Onshore-Windräder
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Premiere im hohen Norden: Die DHL Group, Konzernmutter der Deutschen Post, nutzt jetzt auch Onshore-Windkraft für ihr Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Mindestens zehn Jahre lang bezieht die Post den Strom aus einem Windpark im nordfriesischen Sollwitt-Pobüll. Jährlich sollen daraus 35 Gigawattstunden Ökostrom fließen. Das werde nach Unternehmensangaben immerhin acht Prozent des gesamten Stromverbrauchs der Post in Deutschland decken, ist aber trotzdem erst ein Anfang. Denn die Strommenge ist nicht gewaltig und vergleichbar mit dem Verbrauch einer Kleinstadt mit 10.000 Haushalten. Ein gängiges Kohlekraftwerk liefert mindestens 3000 Gigawattstunden Strom im Jahr.
Deal könnte Modellcharakter haben
Dennoch sieht die DHL ihr Engagement als Meilenstein. Der langfristige Liefervertrag, den die DHL mit der deutschen Tochter des norwegischen Staatskonzerns Statkraft geschlossen hat, sei ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung der DHL Group in Deutschland und zur Diversifizierung der eigenen Ökostromversorgung. Bisher stützte sich die Post beim Grünstrom ausschließlich auf Off-Shore-Anlagen, nun kommt erstmals ein landgestützter Windpark hinzu. Der Deal könnte Modellcharakter haben: Die DHL kauft den Strom direkt vom Windpark und damit außerhalb der deutschen EEG-Förderung. Das hat für die Beteiligten gleich mehrere Vorteile: Der Preis ist fix, die grüne Herkunft des Stroms eindeutig und der Windparkbetreiber braucht seinen Strom nicht auf dem sehr volatilen Spotmarkt zu verkaufen.
Statkraft seinerseits erklärte, erstmals habe man einen Vertrag mit einem großen Logistikkonzern vereinbart. Das Unternehmen ist zu 100 Prozent im Besitz des norwegischen Staates und nennt sich selbst Europas größter Erzeuger von erneuerbarer Energie. Die Norweger sind mit langfristigen Strom-Lieferverträgen mit vielen deutschen Großunternehmen im Geschäft, so mit der Bahn, Bosch oder der Deutschen Telekom.
Die DHL ist einer der drei größten Logistikkonzerne der Welt und ist in 220 Ländern tätig. Sie versorgt nach eigenen Angaben inzwischen 96,9 Prozent ihrer neuen Gebäude mit Ökostrom, bis 2030 sollen zwei Drittel aller Fahrzeuge bereits elektrisch unterwegs sein. Der Vertrag mit Statkraft ergänzt in Deutschland zwei Öko-Vereinbarungen mit RWE, EnBW, über die DHL vor allem Offshore-Strom bezieht. Zusammengenommen bekommen die Bonner jährlich nun rund 219 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien. Dies entspricht etwa 44 Prozent des derzeitigen Strombedarfs der DHL Group in Deutschland, sagte das Unternehmen der Redaktion.
