Die Kölner Digital-Art-Künstlerin Mercedes „Flaca“ Goudet zeigt in der neuen Ehrenfelder Galerie Szenefeld ihre Arbeiten zum Zustand der Welt und der Frau.
Weibliche Superkraft in Köln„Flaca“ zeigt feministische Kunst in neuer Galerie in Ehrenfeld

Die Kölner Digital-Art-Künstlerin Flaca produziert und provoziert mit ihren Werken Dialoge über Menschlichkeit.
Copyright: Thomas Dahl
In ihren Gemälden treffen radikale Sehnsüchte nach Frieden, Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung auf betörende Ästhetik: „Flaca“ Mercedes Goudet kleidet den Schmerz und die Lust eines missachteten wie wertgeschätzten Daseins in die digitalen Leinwände. Ihre kommende Ausstellung verdichtet die gebürtige Venezolanerin zu einem Statement und zu einer universellen Frage: „Ich bin eine Frau! Was ist deine Superpower?“, wendet sich die Künstlerin unmittelbar an Besucherinnen und Besucher in der neuen Galerie Szenefeld. Rund 25 Arbeiten aus dem Zeitraum von zwölf Jahren werden vom 19. Juni bis 19. Juli zu sehen, hören, riechen und spüren sein. Die Galerie Szenefeld wurde von einem Ehrenfelder Kunstsammler im März dieses Jahres eröffnet. Die kommende Werkschau von Flaca ist erst die zweite Ausstellung in den Räumlichkeiten.
Palast der maskulinen Eitelkeiten bekommt Risse
Das Detonieren von Granaten, die Schüsse aus Maschinengewehren sind dabei ebenso wahrnehmbar wie der Duft von Sex, die Kraft des Bewusstseins und der Rausch des Lebens, der sich in tropfenden Zungen und verführerischen Nektarquellen auf dem Körper einer Nymphe zeigt. Die Bildnisse werden nicht selten mit den toxischen Ansprüchen des Patriarchats angerichtet. Sie schmecken nach Gewalt und Unterdrückung einer von Männern dominierten Zivilisation. Dem setzt Goudet absolute Empathie und einen untrüglichen Blick als weibliche Macht entgegen. Der Palast der maskulinen Eitelkeiten erhält dadurch Risse und wird unvermeidbar zum Einsturz gebracht, wenn etwa eine Sexarbeiterin gleich einer Madonna mit Heiligenschein aus Patronenhülsen fragend in den Betrachter hineinblickt.
Still und alle Grenzen überwindend steigen leuchtende Geburtstagsluftballons mit angehängten Bomben in die Atmosphäre, um alle Lebenden an das todbringende Credo des Krieges zu erinnern. Einer zerstörerischen Realität setzt die Wahlkölnerin eine ultimative Wirklichkeit der Verbundenheit entgegen, die schlichtweg berührt. In der natürlichen Schönheit aller Geschöpfe (und somit auch der Menschheit) sieht Flaca eine Möglichkeit, der Welt einen Spiegel vorzuhalten, der verwundert und das angedeutete Lächeln über die Fratze stellt.
Die Serie „Die Todsünden“ befasst sich mit religiösen Dogmen
Im Zuge der kommenden Ausstellung zeigt Goudet auch ihre Serie „Die Todsünden“, die sich kritisch mit religiösen Dogmen auseinandersetzt. In der Vergangenheit sah sich die Künstlerin immer wieder mit kritischen Kommentaren konfrontiert. Doch diese beflügelten sie nur. Allein, dass dadurch ein Dialog ermöglicht werde, sei hilfreich, um über die Missstände in den Gesellschaften aufzuklären: „Leider ist es nach vielen positiven Veränderungen in den letzten Jahren eher zu einem Stillstand in der Frauenbewegung gekommen. Ich hoffe sehr, dass diese Ruhe endet. Und noch etwas: Ich bin keine Männerhasserin, nur, weil ich Feministin bin“, sagt Mercedes „Flaca“ Goudet.
„I Am a Woman. What`s your Superpower?“ ,Flaca, Galerie Szenefeld, Senefelder Straße 3, 19. Juni bis 17. Juli. Vernissage: 19. Juni 17 bis 21 Uhr. Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag 15 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung. www.flacas-art.de
