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„Jesus durch das Spiel verherrlicht“Tah reagiert auf Gebetskreis-Debatte – Kritik an Nmechas Positionen

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Felix Nmecha (Deutschland) und Jonathan Tah (Deutschland) umarmen Spieler aus Curaçao beim gemeinsamen Gebet. (Archivbild)

Felix Nmecha (Deutschland) und Jonathan Tah (Deutschland) umarmen Spieler aus Curaçao beim gemeinsamen Gebet. (Archivbild)

Ein Gebetskreis sorgte nach dem ersten deutschen Spiel bei dieser WM für Aufmerksamkeit. Nun äußert sich Nationalspieler Tah zur Debatte. 

Die Szene hatte für viel Aufmerksamkeit und mitunter sogar Reaktionen aus der Politik gesorgt. Nun hat sich Deutschlands Fußballnationalspieler Jonathan Tah dazu geäußert. Auf Initiative von Teamkollege Felix Nmecha hatten der 25-Jährige, Tah und Gegenspieler nach dem 7:1 beim WM-Auftakt des DFB-Teams gegen Curaçao einen Gebetskreis auf dem Platz gebildet – und damit für Diskussionen gesorgt.

„Es geht um Liebe, es geht um Nächstenliebe, es geht um Frieden, Dankbarkeit. Das sind die Werte, die wir nach außen vermitteln wollen“, sagte Tah im Interview mit Magenta TV zu dem Gebetskreis nach dem WM-Spiel. Er sehe das gemeinsame Gebet als ein schönes Zeichen dafür, dass es um mehr gehe als Fußball, führte Tah aus.

„Wir glauben alle, dass Jesus verherrlicht wird durch das Spiel“

Auch DFB-Spieler Antonio Rüdiger verteidigte das gemeinsame Gebet. „Ich sehe nichts Falsches daran. Wir leben in einem Land, wir reden von Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit. Also sehe ich kein Problem darin.“

Nmecha hatte unterdessen bereits kurz nach dem Auftaktsieg gegen Curacao in der ARD erklärt: „Wir sind im Spiel Gegner. Nach dem Spiel sind wir alle Christen und wir sind Brüder, und dann haben wir einfach ein kleines Gebet zusammen gemacht.“ Weiter hieß es von Nmecha: „Wir glauben alle, dass Jesus verherrlicht wird durch das Spiel.“ Deswegen sei man zum Gebet zusammengekommen, fügte er hinzu.

Felix Nmecha: Kritik an queerfeindlichen Inhalten

Bei Instagram schrieb er nach dem Auftaktsieg zu Bildern vom Spiel: „Thank you Jesus!“ Nmecha spricht öffentlich oft über seinen Glauben und persönliche Ansichten. In der Vergangenheit hatten seine Social-Media-Posts mehrfach auch Kritik ausgelöst.

Felix Nmecha nach seinem Tor gegen Curacao. (Archivbild)

Felix Nmecha nach seinem Tor gegen Curacao. (Archivbild)

Einige BVB-Anhänger hatten sich 2023 gegen eine Verpflichtung Nmechas ausgesprochen, weil der Profi in den sozialen Medien queerfeindliche Inhalte geteilt hatte. Der Fußballer setzte etwa das Wort Pride mit dem Teufel gleich und berichtete von der Lektüre frauenfeindlicher Inhalte. Nmecha hatte sich gegen die Vorwürfe gewehrt und betont, dass er weder homophob noch transphob sei.

Sportbischof und Göring-Eckardt loben Gebetskreis

Lob gab es unterdessen vom katholischen Sportbischof Stefan Oster. Der Gebetskreis nach dem Spiel sei eine „bemerkenswerte und sehr schöne Geste“, erklärte der Bischof. Dass Spieler gegnerischer Mannschaften nach dem Spiel gemeinsam solch einen Kreis bildeten, mache deutlich: „Uns verbindet mehr, als uns trennt. Wir haben gemeinsam Freude am Fußball.“

Zuvor hatte sich auch die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt positiv zu dem Gebet der Fußballer geäußert. Es sei ein „wirklich berührender Moment“ gewesen, schrieb sie auf der Plattform X. „Zusammen beten zeigt das tiefe Wissen, dass man nicht auf sich allein gestellt ist. Ich mag es sehr.“

„Wir normalisieren evangelikalen LGBTQ-Hass nicht“

Kritik äußerte die Grünen-Politikerin derweil an „hässlichen Kommentaren“ in den sozialen Netzwerken. Diese seien „einfach nur billig oder blöd“, schrieb Göring-Eckardt. 

Widerspruch gab es dafür auch parteiintern. Göring-Eckardt spreche mit ihren Worten nicht für die gesamte Partei, schrieb etwa der Berliner Grünen-Politiker Daniel Eliasson bei X. „Wir normalisieren evangelikalen LGBTQ-Hass nicht“, fügte er hinzu.

„Fußballerische Prominenz ersetzt keine theologische Kompetenz“

Kritik gab es derweil auch vom katholischen Theologen Simon Linder. „Fußballprofis haben wie alle anderen Menschen das Recht, die aus ihrem Glauben gewonnenen Überzeugungen öffentlich zu teilen“, schrieb der Theologe zwar in einem Beitrag für das Portal katholisch.de. Blenden lassen dürfe man sich von ihrem sportlichen Erfolg jedoch nicht.

Die von Nmecha gelikten und geteilten Instagram-Postings böten vielmehr Anlass, „diese kritisch zu reflektieren“, schrieb Linder weiter und fügte hinzu: „Fußballerische Prominenz ersetzt keine theologische Kompetenz.“

Auch in den sozialen Netzwerken hatte es mitunter hitzig geführte Debatten um den Gebetskreis, insbesondere aber um Nmechas Meinungsäußerungen aus der Vergangenheit gegeben. (mit kna)