Die Journalistin war zudem 38 Jahre für den WDR tätig und entwickelte unter anderem die beliebte Mitmach-Radiosendung „Hallo Ü-Wagen“.
150 aus 150Carmen Thomas moderierte als erste Frau das ZDF-Sportstudio

Die Journalistin Carmen Thomas begann während ihres Studiums als Moderatorin beim WDR zu arbeiten.
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 114. Teil der Serie geht es um die Journalistin Carmen Thomas.
Bedeutung
Carmen Thomas ist eine erfolgreiche Journalistin und war mehrfach die erste Frau in von Männern dominierten Medienberufen. 1965 kam sie zum Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik nach Köln. Zwei Jahre später stand sie beim Studenten-TV „Audimax“ erstmals vor der Kamera. Von 1968 bis 1974 moderierte sie – vor dem Abschluss ihres Studiums zeitweilig nebenher – beim Radiosender WDR 2 das Morgenmagazin. Gleichzeitig war sie bis 1971 Reporterin beim WDR-TV-Programm „Hier und Heute“ und leitete 1972 die abendliche Nachrichtensendung „Tagesmagazin“.
Carmen Thomas
Geboren: 7. Mai 1946 in Düsseldorf
1973 war sie die erste Frau als Moderatorin in der Sendung „Das aktuelle Sportstudio“, begleitet von einer Negativkampagne der „Bild“-Zeitung. Thomas hielt durch und war noch anderthalb Jahre bei der Sportsendung aktiv, anschließend bei der Talkshow „3 nach 9“. 1974 entwickelte sie als Redaktionsleiterin und Moderatorin die beliebte Mitmach-Radiosendung „Hallo Ü-Wagen“. In fast 1000 Sendungen sprach sie 20 Jahre lang jeden Donnerstag live mit Menschen in einem Ort in NRW zu einem von Hörerinnen und Hörern gewählten Thema. Ihre stets freundliche, zugewandte Art und auch ihre markante Stimme verschafften der Sendung Kultstatus.
1989 übernahm sie die Leitung der Programmgruppe „Forum für Mitmach-Sendungen“. 2006 schied sie nach 38 Jahren beim WDR aus. Seit den 1970er Jahren vermittelt sie Kommunikationsstrategien und ist seit 1980 als Coach tätig. 1998 gründete sie in Ehreshoven die „1. ModerationsAkademie für Medien + Wirtschaft“, die sie seit 2001 leitet.
Wirken in Köln
In den 1970er Jahren engagierte sie sich für die Tagesklinik an der Alteburger Straße. Sie ist Mitglied im Bürgerkomitee alternative Ehrenbürgerschaft.
Bemerkenswert
Als Schülerin war sie Kunstturnerin. 1976 gründete Thomas eine Selbsthilfegruppe zur systematischen Selbstentwicklung, die weite Verbreitung fand und bis heute besteht. Sie ist Autorin von 16 Büchern, darunter des Bestellers „Ein ganz besonderer Saft – Urin“.
Spuren in der Stadt
Thomas hat die Patenschaft für das Grab der Anna Katharina Glasmacher, einer 1815 gestorbenen Wirtin, auf dem Friedhof Melaten übernommen. Dies gibt ihr das Recht, das Grab später selbst zu nutzen.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
