Der Jazz-Musiker arbeitete viele Jahre beim WDR und gründete eine internationale Bigband. Zudem lehrte er an der Kölner Musikhochschule.
150 aus 150Kurt Edelhagen machte den Jazz in Deutschland salonfähig

Der Jazz-Musiker und Bigband-Leader Kurt Edelhagen im Jahr 1953.
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 33. Teil der Serie geht es um den Jazz-Musiker Kurt Edelhagen.
Bedeutung
Kurt Edelhagen hat den Jazz in Deutschland nach dem Krieg salonfähig gemacht. 1941 schloss der junge Musiker seine Dirigentenausbildung an der Folkwang-Schule in Essen ab. Anschließend wurde er für ein Musikkorps der Wehrmacht dienstverpflichtet. Kurz nach dem Krieg begann Edelhagen seine Karriere als Jazzmusiker in amerikanischen und britischen Soldatenclubs.
1946 gründete er eine Bigband, für die er einen besonderen Klang mit ausdrucksstarkem Sound entwickelte, der aus der Masse der Clubmusiker herausstach. Neben Jazz spielte die Band auch Tanzmusik. 1948 begann die Verbindung zum Rundfunk, zunächst beim US-Soldatensender AFN. Es folgten weitere Engagements bei Sendern. Edelhagen tauschte häufig seine Musiker aus. Auf der Suche nach einer Sängerin entdeckte er in Baden-Baden 1953 Caterina Valente. Seine Vielfalt bewies er 1954 bei den Donaueschinger Musiktagen, wo er mit seiner Band Zwölftonmusik für Jazz aufführte. 1957 begann seine 15-jährige Zusammenarbeit mit dem WDR.
In Köln gründete er die international besetzte Band „Edelhagen-All-Stars“. Da der Jazz allein ihn nicht ernährte, begleitete die Bigband wohl oder übel auch Schlagermusiker bei Plattenproduktionen, so Willy Millowitschs Potpourri mit 27 Liedern von „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ bis „Bums Valdera“. Einen besonderen Erfolg stellte eines der längsten Medleys der Musikgeschichte dar, das Edelhagen und sein Orchester 1972 zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in München präsentierten. Die LP stand zwei Monate lang an der Spitze der deutschen Charts.
Kurt Edelhagen
Geboren: 5. Juni 1920 in Herne
Gestorben: 8. Februar 1982 in Köln
Wirken in Köln
Von 1958 bis 1963 leitete Edelhagen die Jazz-Klasse an der Kölner Musikhochschule. Damit legte er den Grundstein für die dortige Jazz-Ausbildung.
Bemerkenswert
1964 reiste Kurt Edelhagen mit seinem Orchester durch die Sowjetunion und die DDR. Schon zu Lebzeiten galt er in der Fachpresse als „Europas Bandleader Nr. 1“. Anlässlich von Gedenktagen fanden Konzerte mit einigen seiner ehemaligen Musiker statt, so zum zehnten Todestag in der Kölner Philharmonie.
Spuren in der Stadt
Edelhagens Grab befindet sich auf dem Friedhof in Weiden. 1989 widmete die Stadt eine Straße nach ihm in Rath-Heumar.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.

