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150 aus 150Marianne Jentgens gründete das Theater der Keller in Köln

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Die Kölner Schauspielerin Marianne Jentgens.

Die Kölner Schauspielerin Marianne Jentgens. (Archivfoto)

Die Schauspielerin gründete mehrere Theater in Köln, darunter das Theater der Keller, das älteste Privattheater der Stadt.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 136. Teil der Serie geht es um die Schauspielerin Marianne Jentgens.

Bedeutung

Marianne Jentgens war Schauspielerin, Theatergründerin und Schauspielausbilderin. Ihre eigene Ausbildung erhielt sie ab 1936 an der Kölner Schauspielschule. Unmittelbar nach ihrem Abschluss bekam sie 1938 ein Engagement am Grenzlandtheater in Trier. Jentgens war kein NSDAP-Mitglied, was für sie ohne erkennbare Konsequenzen blieb. Ihre erste Hauptrolle erhielt sie 1940 in Trier in „Rose Bernd“ von Gerhart Hauptmann, die sie laut „Kölnische Zeitung“ „mit darstellerischer Kraft“ spielte. Es folgten Engagements in Oberhausen und nach dem Krieg in Bielefeld sowie Kiel.


Marianne Jentgens

Geboren: 15. Dezember 1918 in Köln

Gestorben: 22. August 1974 in Köln


Wirken in Köln

Ende der 1940er Jahre arbeitete Jentgens in Köln zeitweise als Abteilungsleiterin eines Lampenschirmbetriebs und spielte nur in ihrer Freizeit erst bei der Bühne für christliche Kunst „Der Quell“ und dann im „Westdeutschen Zimmertheater“ im Hotel Timp. Sie schloss sich der Gemeinschaft für künstlerische Feierabendgestaltung „Die Maske“ an.

Mit ihrem späteren Ehemann Heinz Opfinger gründete sie 1955 das private Theater „Der Keller“ in einem Lindenthaler Luftschutzbunker. Zwei Jahre später wechselte das Theater an die Wörthstraße, wo Jentgens eine zweite Spielstätte unter dem Namen „Das Zimmer“ eröffnete. Opfinger verließ das Theater 1970, seitdem leitete sie es allein. Sie brachte es auf insgesamt 130 eigene Inszenierungen, darunter Uraufführungen und experimentelle Stücke.

1959 lernte Jentgens den Pharma-Industriellen Wolfgang Schwarzhaupt und seine Frau Ilse kennen, die zu den wichtigsten Förderern avancierten. Das Ehepaar kaufte für das Theater das ehemalige Volksgarten-Krankenhaus an der Kleingedankstraße, wo „Der Keller“ 1974 eröffnete. Dort kam auch die von Jentgens 1956 gegründete, mit vielen Auszeichnungen bedachte „Schule des Theaters“ unter. Viele bekannte Schauspieler lernten hier, unter anderem Annette Frier und Heiner Lauterbach.

Bemerkenswert

1961 fand ein erstes Konzert von Komponisten der Modernen Musik im Theater statt. Jentgens fertigte auch Kostüme an und malte Bühnenbilder.

Spuren in der Stadt

Seit 2019 ist ihr Theater in Deutz untergebracht und soll zukünftig im ehemaligen Dominikanerkloster an der Lindenstraße spielen.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.