Extreme Wetterlagen wie Trockenheit und heftige Niederschläge etablieren sich als Normalzustand, was auch Konsequenzen für den Kölner Raum hat.
Wasserknappheit in DeutschlandDiese Regionen sind besonders betroffen

Wasser ist lebenswichtig für Menschen, Tiere und Kleinstorganismen. (Archivbild)
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In der Vergangenheit führten Dürrephasen zu einem deutlichen Absinken der Wasserstände, sodass der Grund des Bodensees teilweise zu sehen war und die Schifffahrt auf dem Rhein erheblich behindert wurde, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet. Ein Mangel an Wasser stellt somit kein entferntes Szenario mehr dar, sondern ist auch in der Bundesrepublik eine mögliche Gegebenheit, wenngleich nicht flächendeckend und permanent.
Die verfügbare Quantität von Grund- und Oberflächenwasser, auch als Wasserdargebot bezeichnet, ist im Jahresverlauf erheblichen, vom Wetter abhängigen Fluktuationen ausgesetzt, so eine Mitteilung des Umweltbundesamtes. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) gab es in Deutschland kürzlich Phasen mit monatelang unzureichenden Niederschlägen, gefolgt von Perioden mit exzessivem Regen. Diese ungleichmäßige Distribution verdeutlicht, dass die Herausforderung nicht primär in einem generellen Mangel besteht, sondern darin, dass die Ressource häufig nicht zur benötigten Zeit am richtigen Ort verfügbar ist.

Nicht nur wir Menschen, sondern auch viele Tiere kämpfen mit den Folgen von Wassermangel und Trockenheit. (Archivbild)
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Auswirkungen auf Umwelt und biologische Systeme
Laut der Umweltschutzorganisation BUND haben solche Fluktuationen direkte Konsequenzen für die Biodiversität und die ökologischen Systeme: „Trocknet ein Fluss, Bach oder See aus, können ganze Populationen von Fischen, Amphibien oder Muscheln sterben.“ Fallen im Gegensatz dazu große Regenmengen in kurzer Zeit, ist das Erdreich nicht in der Lage, das gesamte Wasser zu absorbieren. Dies geschieht, obwohl die Flora aufgrund einer verlängerten Wachstumsperiode, die ebenfalls auf den Klimawandel zurückzuführen ist, einen erhöhten Wasserbedarf aufweist.
Besonders von Trockenheit betroffene Gebiete in Deutschland
Einen landesweiten Wasserstress gibt es in der Bundesrepublik trotz der Schwankungen bei den Niederschlägen bisher nicht. Dieser Begriff beschreibt eine Situation, in der in einem Gebiet gemessen am Verbrauch durch Bevölkerung, Agrarsektor, Wirtschaft und Umwelt nicht genügend verwertbares Süßwasser vorhanden ist. Eine Überschreitung des kritischen Grenzwertes fand zuletzt 2004 statt.
Gemäß den neuesten Daten von 2022 beträgt der jährliche Wasserverbrauch etwa 10,1 Prozent des gesamten verfügbaren Angebots. Nach Auskunft des Umweltbundesamtes kommt die verbleibende Menge der Umwelt zugute. Dennoch hat laut BUND schon jetzt die Hälfte aller deutschen Landkreise mit Wassermangel zu tun, insbesondere Gebiete mit ausgeprägtem Ackerbau. Für die Tierhaltung in Teilen Niedersachsens wird viel Grundwasser genutzt, während in Brandenburg und Sachsen-Anhalt die Wasserstände durch die Bewässerung in der Landwirtschaft signifikant zurückgegangen sind.

Immer wieder führt Trockenheit zu stark sinkenden Wasserpegeln in Flüssen und Seen. (Archivbild)
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Ein besonders ausgeprägter Grundwasserstress wird in der Lausitz zusätzlich durch den Braunkohleabbau im Tagebau verursacht. Entlang des Rheins in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz benötigt die Industrie erhebliche Wasservolumina, vornehmlich zur Kühlung von Industrieanlagen.
Kontroverse um Agrarsektor und Güte des Wassers
Die Bedeutung des Agrarsektors wird verschieden eingeschätzt. Laut dem Deutschen Bauernverband nutzen Land-, Forstwirtschaft sowie Fischerei in Deutschland lediglich rund zwei Prozent der totalen verfügbaren Wasserressourcen. Überwiegend werde Niederschlagswasser verwendet, welches im natürlichen System verbleibt. Einige Fachleute stellen diese Angabe von zwei Prozent allerdings infrage.
Zusätzlich macht der BUND auf andere Schwierigkeiten aufmerksam: Laut den Umweltschützern verfehlen mehr als 90 Prozent der Gewässer in Deutschland den angestrebten „guten ökologischen Zustand“. Auf rund 20 Prozent der deutschen Landesfläche befinde sich das Grundwasser in einer mangelhaften chemischen Verfassung. Als Gründe werden unter anderem Pflanzenschutzmittel und übermäßige Nitratkonzentrationen durch Düngemittel genannt. Nicht nur die verbrauchte Wassermenge, sondern auch dessen Güte ist von entscheidender Bedeutung.
Globale und lokale Zunahme von Wetterextremen durch Klimawandel
Extreme Wetterphänomene wie Trockenperioden, Überschwemmungen und Starkniederschläge sind auch hierzulande tatsächliche Konsequenzen der Klimaveränderung. Nach Einschätzung von Fachleuten treten derartige Vorkommnisse weltweit immer öfter auf. Dies hat gravierendere Folgen für die Versorgung mit Wasser, wie beispielsweise die Umweltschutzorganisation WWF erklärt.
Das Weltwirtschaftsforum deklarierte den Wassermangel aus diesem Grund im Jahr 2019 als das größte Risiko der Dekade, wenn man die globale Zukunft betrachtet. Daten der Unesco zufolge ist bereits heute rund die halbe Erdbevölkerung jedes Jahr mindestens temporär von einem gravierenden Wassermangel betroffen.
Die Organisation der Vereinten Nationen meldet, dass der Agrarsektor für den Hauptanteil des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich ist (72 Prozent). Anschließend kommt der Industriesektor mit 15 Prozent, wohingegen private Haushalte und Kommunen circa 13 Prozent der Ressource nutzen. Diese Aufteilung variiert jedoch abhängig vom ökonomischen Entwicklungsniveau des jeweiligen Landes. (red)
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